Wer sein E-Auto zu Hause laden will, kann mit Octopus FreeRide Wallbox, Installation, Stromtarif und automatisches Laden aus einer Hand beziehen. Die Zahl beruht allerdings auf höchstens 90 kWh smart geladenem Strom und einer Beispielrechnung mit 18 kWh Verbrauch auf 100 Kilometer. Eine kostenlose Reichweite für jedes Fahrzeug ist damit nicht gemeint.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Octopus Energy hat FreeRide am 19.08.2026 in Deutschland vorgestellt.
- Das Bundle verbindet eine go-e-PRO-Wallbox mit bis zu 11 kW, Lieferung, Installation, Netzbetreiber-Anmeldung, Stromtarif und smarter Ladesteuerung.
- Bis zu 90 kWh smart geladener Strom werden monatlich gutgeschrieben. Bei 18 kWh/100 km entspricht das rechnerisch bis zu 500 Kilometern.
- Der Einstiegspreis für Wallbox und Installation beginnt laut Anbieter bei 2.599 Euro; die erste Vertrags- und Preisbindungsphase beträgt 24 Monate.
- Tarif, Netzentgelte, Fahrzeugverbrauch, Installationsaufwand und die Bereitschaft zu automatischen Ladezeiten entscheiden über den tatsächlichen Nutzen.

Was Octopus FreeRide bündelt
FreeRide richtet sich an Haushalte, die ein E-Auto zu Hause laden und die einzelnen Bausteine nicht selbst zusammensuchen wollen. Octopus verbindet eine go-e-PRO-Wallbox mit bis zu 11 kW, Lieferung, Installation und der Anmeldung beim Netzbetreiber mit einem Stromtarif. Dazu kommt die automatische Steuerung der Ladevorgänge.
Damit wird aus dem Wallbox-Kauf eine länger laufende Vertragsentscheidung. Der Anbieter nennt für das Paket einen Einstiegspreis ab 2.599 Euro und eine erste Laufzeit von 24 Monaten. Der endgültige Aufwand kann von der konkreten Installation abhängen. Ein langer Kabelweg, Änderungen am Hausanschluss oder andere Arbeiten vor Ort lassen sich aus dem Startpreis nicht ablesen.
FreeRide ist damit weniger ein neues Ladegerät als ein gebündeltes Modell. Ein Anbieter übernimmt Technik, Stromvertrag und Steuerung. Das vereinfacht die Einrichtung, schränkt aber die freie Wahl zwischen Wallbox, Tarif und eigener Ladeplanung ein.
Wie aus 90 kWh 500 Kilometer werden
Die Freikilometer sind eine Umrechnung, keine eigene Tarifwährung. Octopus schreibt am Monatsende bis zu 90 kWh Strom gut, wenn sie über die smarte Steuerung geladen wurden. Teilt man diese Menge durch die vom Anbieter verwendete Annahme von 18 kWh pro 100 Kilometer, ergibt sich:
Die Rechnung hinter der Werbezahl
90 kWh ÷ 18 kWh/100 km = 500 km
Die Zahl beschreibt also eine mögliche Fahrleistung unter einer Verbrauchsannahme. Bei 15 kWh/100 km reichen 90 kWh rechnerisch für bis zu 600 Kilometer. Bei 20 kWh/100 km sind es rund 450 Kilometer. Wetter, Geschwindigkeit, Fahrzeugtyp und Fahrweise verändern den tatsächlichen Wert zusätzlich.
Für den Haushalt ist die kWh-Grenze die wichtigere Zahl. Wer im Monat mehr als 90 kWh über das Bundle lädt, bekommt nicht automatisch alle weiteren Kilowattstunden gutgeschrieben. Sie werden zum jeweils geltenden Arbeitspreis berechnet. Auch die Kilometerzahl des eigenen Autos sollte vor einem Vertrag mit dem tatsächlichen Verbrauch verglichen werden, nicht mit der Anbieterannahme allein.

Was der Einstieg kostet
Die Produktseite nennt als Beispiel 32 Cent pro Kilowattstunde und 12 Euro Grundpreis im Monat. Das sind Beispielwerte, keine bundesweit identische Rechnung. Für 90 kWh ergibt die Beispielrechnung 28,80 Euro. Die Seite beschreibt darin 10 Euro als möglichen §14a-Netzentgelt-Rabatt und 18,80 Euro als Octopus-Bonus.
| Posten | Was bekannt ist | Worauf Haushalte achten müssen |
|---|---|---|
| Wallbox und Installation | Ab 2.599 Euro laut Anbieter | Der Preis hängt vom Installationsaufwand und der Adresse ab. |
| Vertragsbindung | Erste Laufzeit und Preisbindung: 24 Monate | Alternativen für Wallbox und Stromtarif mitrechnen. |
| Stromtarif | Beispiel: 32 ct/kWh und 12 Euro Grundpreis | Endpreis und lokale Netzentgelte vor Vertragsschluss prüfen. |
| Gutschrift | Bis zu 90 kWh smart geladener Strom pro Monat | Manuelles Sofortladen und öffentliche Ladevorgänge zählen nicht automatisch mit. |
Die 28,80 Euro sollte daher niemand als pauschalen Monatsrabatt auf jede Ladung lesen. Der Betrag belegt auch nicht, dass sich die Anschaffung nach einer bestimmten Zeit amortisiert. Dafür fehlen ein adressbezogener Kostenvoranschlag und eine unabhängige Total-Cost-of-Ownership-Rechnung.
Wann eine Ladung als smart gilt
Die Gutschrift bezieht sich auf Kilowattstunden, die über Octopus’ automatische Steuerung geladen werden. In der App lassen sich Fahrerparameter festlegen. Das System plant die Ladezeiten innerhalb dieser Grenzen und berücksichtigt nach Angaben des Anbieters unter anderem Fahrzeugzustand, Marktpreise und verfügbare Stromzeiten.
Das ist ein anderer Ablauf als das sofortige Laden nach dem Einstecken. Wer jederzeit unmittelbar die volle Ladeleistung benötigt, kann die smarten Zeitfenster nicht immer nutzen. Manuelles Sofortladen gehört laut den geprüften Produktinformationen nicht zum kostenlosen Kontingent. FreeRide ist außerdem kein kostenloser Zugang zu öffentlichen Schnellladesäulen.
Welche Rolle Netzgebiet und Smart Meter spielen
Ein möglicher Vorteil hängt an den Bedingungen vor Ort. Die Produktseite beschreibt einen möglichen Rabatt nach §14a EnWG. Dafür kann der Netzbetreiber den Strombezug der Wallbox in Ausnahmefällen kurzzeitig reduzieren. Wie hoch die Entgeltreduzierung ausfällt und wie die technische Abwicklung aussieht, bestimmt nicht allein die Produktwerbung, sondern auch das zuständige Netzgebiet.
Octopus nennt außerdem einen kostenlosen Smart Meter, falls er für das Angebot benötigt wird. Das ist keine Zusage, dass jede Adresse denselben Einbau, denselben Zeitplan oder denselben Netzbetreiberprozess erhält. Vor einer Bestellung müssen daher Stellplatz, Leitungsweg, Anschluss, Messvoraussetzungen und die örtlichen Tarifbedingungen geklärt werden.

Für wen sich das Paket rechnen kann
FreeRide kann für Menschen interessant sein, die noch keine Wallbox besitzen, die Installation nicht selbst koordinieren möchten und ihr Auto regelmäßig zu Hause abstellen. Der Vorteil liegt dann zunächst in der gebündelten Abwicklung. Auch das automatische Laden kann passen, wenn das Fahrzeug lange genug angeschlossen bleibt und die gewählten Ladezeiten zum Alltag passen.
Weniger eindeutig ist die Rechnung bei einer bereits vorhandenen Wallbox, eigener Photovoltaik oder einem günstigen bestehenden Stromvertrag. Dann sollte der Haushalt nicht nur die 90-kWh-Gutschrift betrachten, sondern die 2.599 Euro, den Grundpreis, den Arbeitspreis, die Vertragsbindung und mögliche Alternativen über 24 Monate vergleichen.
Octopus verspricht zusätzlich einen Jahresausgleich, falls das Laden mit FreeRide im Vergleich zu einem ähnlichen Verbrenner beim Tanken teurer ausfällt. Das bleibt ein Versprechen des Anbieters. Vergleichsfahrzeug, Fahrprofil, Verbrauch und Tarifbedingungen bestimmen, wie dieser Ausgleich im Einzelfall berechnet wird. Eine allgemeine Spargarantie für jeden Haushalt folgt daraus nicht.
Was FreeRide nicht ist
FreeRide ist nach den geprüften Unterlagen zunächst ein unidirektionales smartes Heimlade-Bundle. Die Wallbox lädt das Auto; sie ist nicht automatisch ein System für bidirektionales Laden oder Vehicle-to-Grid. Ebenso ersetzt das Angebot keinen öffentlichen Schnellladetarif.
Unterm Strich macht Octopus aus mehreren Entscheidungen ein Produkt, begrenzt den Vorteil aber auf smart geladene Kilowattstunden. Wer die 500 Kilometer auf den eigenen Verbrauch, Stellplatz und Tarif herunterbricht, kann FreeRide sauber mit einer separaten Wallbox, PV-Strom oder einem anderen Stromvertrag vergleichen.
Quellen und weiterführende Informationen
- 500 Kilometer pro Monat inklusive: Octopus Energy kombiniert Wallbox-Installation und smartes Laden – Octopus Energy Newsroom, 19.08.2026.
- Octopus FreeRide | Unser Bundle für dein E-Auto – Octopus Energy, aktuelle Produkt- und Tarifseite.
- Octopus Energy bietet Wallbox samt Stromtarif – electrive, 19.08.2026.
- Octopus Energy gibt seinen Wallbox-Kunden Strom für rund 500 Freikilometer pro Monat – pv magazine, 19.08.2026.
Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-08-21