Fraunhofer IEE testet Kugelspeicher auf dem Meeresgrund vor Kalifornien – Innovativer Stromspeichern

Fraunhofer IEE testet Kugelspeicher auf dem Meeresgrund vor Kalifornien - Innovativer Stromspeichern

Das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) ist bekannt für seine herausragende Innovationskraft im Bereich der Energiespeicherung. Ein besonders aufregendes Projekt ist der Testlauf von „StEnSea“ – einem Unterwasser-Energiespeichersystem, das die Kraft der Tiefsee nutzt, um überschüssigen Strom effizient zu speichern. Warum ist das wichtig? In einer Welt, die zunehmend auf erneuerbare Energien setzt, spielt die Energiespeicherung eine Schlüsselrolle. Und hier kommen die Kugelspeicher ins Spiel, die das Konzept der Pumpspeicherkraftwerke auf den Meeresgrund übertragen.

Projektübersicht und Zielsetzung

Das Projekt „StEnSea“ (Stored Energy in the Sea) verfolgt das Ziel, die Technologie von Unterwasser-Pumpspeichern zur Marktreife zu bringen. In einer Tiefe von 500 bis 600 Metern wird eine beeindruckende 400 Tonnen schwere Betonkugel getestet. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Testlauf vor der Küste Kaliforniens, mit einer geplanten Inbetriebnahme bis Ende 2026. Durch die Übertragung der Tests auf den Meeresgrund sollen die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine kommerzielle Nutzung geschaffen werden.

Technologische Details und Funktionsweise

Der Kugelspeicher arbeitet nach dem Prinzip eines klassischen Pumpspeicher-Kraftwerks, jedoch in der Meeresumgebung. Doch wie funktioniert das Ganze genau? Die hohle Betonkugel, neun Meter im Durchmesser, wird ausgepumpt, um Energie zu speichern. Wenn Energie freigesetzt werden muss, strömt Wasser zurück in die Kugel und treibt dabei eine Turbine an, die Strom erzeugt. Diese Methode erzielt eine Effizienz von etwa 75 bis 80 Prozent, was zwar etwas niedriger ist als bei traditionellen Pumpspeichern, jedoch durch die Standortvorteile ausgeglichen wird.

Partnerunternehmen und Finanzierung

Erfolgreiche Technologieentwicklungen sind selten ein Soloakt. Das Projekt steht unter dem Stern internationaler Kooperation, wobei das US-Start-up Sperra den 3D-Druck der Betonkugel übernimmt und Pleuger Industries als Experte für Unterwasser-Motorpumpen beteiligt ist. Die Finanzierung des Vorhabens erfolgt durch Fördermittel in Höhe von 3,4 Millionen Euro aus Deutschland und 4 Millionen US-Dollar aus den USA, was die Bedeutung und das Potenzial des Projekts unterstreicht.

Globale Perspektiven und Zukunftsaussichten

Der Speicherbedarf auf der Welt wächst unaufhaltsam mit dem Vormarsch der Energiewende. Experten schätzen das globale Speicherpotenzial der Kugelspeicher-Technologie auf beeindruckende 817.000 Gigawattstunden. Besonders geeignete Standorte finden sich an den Küsten von Norwegen, Portugal, Brasilien und Japan. Das Ziel ist es, die Technologie nicht nur wirtschaftlich rentabel zu gestalten, sondern auch hinsichtlich größerer Kugeldurchmesser und tieferer Wasserinstallationen zu skalieren.

Zusammenfassung

Der Kugelspeicher-Test des Fraunhofer IEE ist ein bahnbrechender Schritt in Richtung effiziente Energiespeicherung. Angetrieben von erfolgreichen Tests im Bodensee, sollen nun die Herausforderungen der Tiefsee überwunden werden, um eine kostengünstige und nachhaltige Speicherlösung zu schaffen. Mit einer potenziellen globalen Speicherkapazität von 817.000 GWh könnte diese Technologie die Zukunft der Energiespeicherung erheblich beeinflussen. Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern macht das Projekt zu einem Hoffnungsträger für die weltweite Energiewende.

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2 Antworten zu „Fraunhofer IEE testet Kugelspeicher auf dem Meeresgrund vor Kalifornien – Innovativer Stromspeichern“

  1. Avatar von Wolfgang Gerlach
    Wolfgang Gerlach

    Einfacher / preiswerter gehts so:
    Druckspeicher bzw Rohrbündel an Land.
    Mit Gas unter hohem Druck “vorfüllenn”
    Energie speichern:
    “Arbeitsflüssigkeit” gegen Gasdruck einspeisen
    Energie entnehmen:
    Arbeitsflüssigkeit entnehmen/Arbeit leisten lassen
    Wolfgang Gerlach / marmaris.tec@gmail.com

    1. Avatar von Heinz Kopka
      Heinz Kopka

      Problem beim Komprimieren von Gasen ist das Energie in Form von Wärme verloren geht.
      Der Wirkungsgrad dürfte also deutlich niedriger sein.
      Ebenfallszu vergleichen der Platzbedarf .
      Auf dem Meeresgrund gibts keinen Bund Naturschutz der protestieren könnte.

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