Erneuerbare Energien

Fast die Hälfte des EU-Stroms ist erneuerbar – insgesamt sind es 26,2 Prozent

49,9 Prozent Ökostrom, aber 26,2 Prozent Gesamtenergie: Eurostats vorläufige EU-Daten für 2025 erklären den Unterschied und den Weg zum 2030-Ziel.

Von Wolfgang

26. Juli 20265 Min. Lesezeit

Fast die Hälfte des EU-Stroms ist erneuerbar – insgesamt sind es 26,2 Prozent

49,9 Prozent Ökostrom, aber 26,2 Prozent Gesamtenergie: Eurostats vorläufige EU-Daten für 2025 erklären den Unterschied und den Weg zum 2030-Ziel.

Die Stromwende ist in der EU sichtbar weit vorangekommen. Für die Energiewende als Ganzes reicht das aber noch nicht: Erneuerbare Quellen deckten 2025 laut Eurostat 49,9 Prozent des Bruttostromverbrauchs, am gesamten Bruttoendenergieverbrauch waren es 26,2 Prozent. Die am 23. Juli veröffentlichten Werte sind vorläufige Frühschätzungen.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der Anteil erneuerbarer Energien am EU-Bruttoendenergieverbrauch stieg 2025 von 25,2 auf 26,2 Prozent.
  • Beim Strom lag der Anteil mit 49,9 Prozent deutlich höher; Wärme und Kühlung kamen auf 27,4 Prozent.
  • Die Kennzahlen stehen für unterschiedliche Verbrauchsbereiche und lassen sich deshalb nur im jeweiligen Zusammenhang lesen.
  • Für 2030 gilt in der EU ein verbindliches Ziel von mindestens 42,5 Prozent. 45 Prozent sind ein angestrebtes Niveau.

49,9 Prozent Strom und 26,2 Prozent Gesamtenergie messen Verschiedenes

Der Abstand wirkt zunächst irritierend: Fast die Hälfte des Stroms in der EU war 2025 erneuerbar, beim gesamten Endenergieverbrauch lag der Anteil dagegen bei gut einem Viertel. Gemessen wird jedoch nicht dasselbe. Der Bruttostromverbrauch betrifft nur den Strombereich. Der Bruttoendenergieverbrauch ist die breitere Bezugsgröße; er bezieht zusätzlich Wärme, Kühlung und Verkehr ein.

Ein hoher Stromanteil hebt den Gesamtwert daher nicht automatisch im gleichen Maß. Strom ist ein wichtiger Teil des Energiesystems, aber nicht sein gesamter Verbrauch. Eurostat führt Wärme und Kühlung als eigene Reihe. Dort lag der Anteil erneuerbarer Energien 2025 bei 27,4 Prozent. Die Daten widersprechen sich nicht. Sie zeigen, dass die Umstellung in den einzelnen Verbrauchsbereichen unterschiedlich schnell vorankommt.

Der Gesamtwert ist 2025 um einen Prozentpunkt gestiegen

Eurostat beziffert den Anteil erneuerbarer Energien am EU-Bruttoendenergieverbrauch für 2025 auf 26,2 Prozent. Im Jahr zuvor waren es 25,2 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von rund 1,0 Prozentpunkt, nicht von einem Prozent. Beim Strom stieg der erneuerbare Anteil gegenüber 2024 um 2,4 Prozentpunkte, bei Wärme und Kühlung um 0,7 Prozentpunkte.

Alle Angaben für 2025 sind vorläufig. Die endgültigen Daten können sich also noch ändern. An der Einordnung ändert das zunächst nichts: Beim Strom liegt der erneuerbare Anteil deutlich über dem Gesamtindikator. Genau diese Differenz gehört zur Aussage der Statistik.

Erklärgrafik mit den EU-Werten 49,9 Prozent Strom, 27,4 Prozent Wärme und Kühlung sowie 26,2 Prozent Gesamtenergie
Die Grafik trennt Strom, Wärme und Kühlung sowie Gesamtenergie als unterschiedliche EU-Messgrößen – durch KI erzeugt

Die Messgrößen im direkten Vergleich

Messgröße Wert 2025 Was der Wert beschreibt
EU-Bruttoendenergieverbrauch 26,2 Prozent Gesamter übergreifender Energieindikator
EU-Bruttostromverbrauch 49,9 Prozent Strombereich
EU-Wärme und Kühlung 27,4 Prozent Eigener Verbrauchsbereich
Deutschland, Gesamtenergie 23,9 Prozent Direkt belegter Eurostat-Wert
Deutschland, Strom 57,9 Prozent Direkt belegter Eurostat-Wert

Deutschland zeigt dieselbe Messlogik

Für Deutschland liefert der aktuelle Eurostat-API-Readback für 2025 zwei unmittelbar belegte Werte: 23,9 Prozent für den Gesamtenergieindikator und 57,9 Prozent für Strom. Der deutsche Stromwert liegt damit über dem EU-Stromwert, der Gesamtwert unter dem EU-Gesamtwert. Aus diesen beiden Zahlen lässt sich jedoch keine vollständige Sektorbilanz ableiten.

Für deutsche Wärme, Kühlung oder Verkehr enthält der vorliegende 2025-Readback keine entsprechende Beobachtung. Diese Lücke sollte nicht mit älteren nationalen Werten oder EU-Durchschnitten überdeckt werden. Die belastbare Aussage bleibt: Auch in Deutschland ist der Stromindikator nicht mit dem Gesamtenergieindikator gleichzusetzen.

Die Spannweite innerhalb der EU bleibt groß

Beim Gesamtenergieindikator meldet Eurostat für 2025 die höchsten Anteile für Schweden mit 65,4 Prozent, Finnland mit 53,0 Prozent und Dänemark mit 48,2 Prozent. Am unteren Ende standen Belgien mit 14,9 Prozent, die Slowakei mit 16,3 Prozent und Irland mit 17,2 Prozent.

Diese Reihenfolge beschreibt eine Spannweite, keine einfache Erklärung. Aus dem Datensatz allein folgt nicht, ob Windkraft, Solarenergie, Biomasse, Netze oder einzelne nationale Regeln jeweils den Ausschlag geben. Dafür wären zusätzliche, claim-genaue Analysen nötig. Der aktuelle Eurostat-Befund hält vor allem fest, wie unterschiedlich die Ausgangslagen beim Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Verbrauch sind.

Grafik mit 26,2 Prozent im Jahr 2025, mindestens 42,5 Prozent als verbindlichem EU-Ziel 2030 und 45 Prozent als angestrebtem Niveau
Der Zielpfad unterscheidet die verbindliche EU-Untergrenze von der weitergehenden Ambition für 2030 – durch KI erzeugt

42,5 Prozent sind das verbindliche Ziel – 45 Prozent die Ambition

Die überarbeitete Erneuerbare-Energien-Richtlinie setzt für die EU bis 2030 einen verbindlichen Anteil von mindestens 42,5 Prozent. Daneben steht das Ziel, 45 Prozent zu erreichen. Beide Werte gehören zusammen, meinen aber nicht dasselbe: 42,5 Prozent ist die rechtliche Untergrenze auf EU-Ebene, 45 Prozent das angestrebte Niveau.

Eurostat rechnet vor, dass vom vorläufigen Stand 2025 aus zwischen 2026 und 2030 durchschnittlich 3,3 Prozentpunkte pro Jahr nötig wären, um den verbindlichen Wert zu erreichen. Dieser Wert ist kein Ausblick darauf, was tatsächlich passieren wird. Er beschreibt den rechnerischen Abstand zum Zielpfad. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf die getrennten Verbrauchsbereiche: Fortschritte beim Strom machen die Aufgabe bei Wärme, Kühlung und Verkehr nicht automatisch kleiner.

Meine Einschätzung: Der Abstand hilft bei einer ehrlicheren Bilanz

Die 49,9 Prozent beim Strom sind ein substanzieller Fortschritt. Sie dürfen aber nicht zur Ersatzkennzahl für die gesamte Energiewende werden. Wer nur auf Strom schaut, übersieht, dass der Gesamtindikator andere Verbrauchsbereiche mitführt und damit den schwierigeren Teil der Umstellung sichtbar macht.

Das ist keine Abwertung des Stromausbaus. Im Gegenteil: Der Vergleich ordnet ihn richtig ein. Die EU kann den Abstand zwischen 49,9 und 26,2 Prozent nicht durch eine neue Erzählung schließen, sondern nur durch messbare Veränderungen in den Bereichen, die der Gesamtindikator zusätzlich erfasst. Wie schnell das gelingt, bleibt offen; die vorläufigen Daten liefern dafür eine Ausgangslage, keine Prognose.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-07-26