Der Energiedenktank Ember hat am 16. September den Bericht „The Age of Power“ veröffentlicht. Seine Kernthese: Elektrifizierung und Digitalisierung wachsen immer enger zusammen. Rechenzentren brauchen Strom und Netzanschlüsse. Ein Stromsystem mit vielen Solaranlagen, Speichern und elektrischen Verbrauchern braucht wiederum bessere Steuerung. Ember betrachtet beide Entwicklungen deshalb als Teile eines gemeinsamen technischen Umbaus.
Für Leser wird diese Verbindung dort greifbar, wo Geräte und ihre Nutzung zusammenspielen. Eine Wärmepumpe verändert, wie ein Haus beheizt wird. Ein steuerbarer Speicher verändert, wann Strom aus dem Netz bezogen werden muss. Wie groß der finanzielle Vorteil ausfällt, hängt jedoch von mehr ab als vom Einbau neuer Technik.
Gemeinsame Bauteile, unterschiedliche Aufgaben
Ember hebt fünf Bauteilgruppen hervor, die in beiden Bereichen wichtig sind: Chips, Batterien, Leistungselektronik, Motoren und Sensoren. Leistungselektronik wandelt und regelt elektrische Energie, etwa in Wechselrichtern. Chips und Sensoren helfen dabei, Geräte zu überwachen und ihren Betrieb anzupassen. Der Bericht beschreibt, wie größere Märkte für solche Komponenten auch andere Anwendungen voranbringen können.
Der Zusammenhang reicht über die Herstellung hinaus. Digitale Technik kann helfen, schwankende Erzeugung und verschiebbaren Verbrauch aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig begrenzen fehlende Stromversorgung oder langsame Netzanschlüsse den Ausbau digitaler Infrastruktur. Embers Bericht verbindet diese beiden Seiten zu einer gemeinsamen Perspektive auf Energie und Technik.
Was hinter den 80 Prozent steckt
Besonders weit reicht die Aussage, dass energiebezogene Haushaltskosten um bis zu 80 Prozent sinken könnten. In der Originalpräsentation auf Folie 40 steht dazu ein ausdrücklich illustratives Beispiel für einen Haushalt im Vereinigten Königreich zu Preisen von 2026.
Ausgangspunkt sind Gasheizung und Benzinauto. Die Darstellung ergänzt schrittweise eine Solaranlage mit vier Kilowatt Spitzenleistung, eine Wärmepumpe, ein Elektroauto sowie einen intelligenten Tarif und einen Speicher. Hinzu kommen die Rückspeisung aus der Fahrzeugbatterie oder die Einbindung in ein virtuelles Kraftwerk, das mehrere Anlagen gemeinsam steuert.
Verglichen werden monatliche energiebezogene Rechnungen einschließlich Service und Reparatur. Die Balken zeigen keine vollständige Investitions- und Amortisationsrechnung für diesen Umbau. Die Zahl lässt sich deshalb weder auf eine einzelne Wärmepumpe noch auf einen beliebigen deutschen Haushalt übertragen. Aussagekräftig ist das Beispiel als Darstellung des Zusammenspiels mehrerer Veränderungen.

Netze und Daten bleiben Voraussetzungen
Die Internationale Energieagentur beschrieb bereits in ihrem Bericht „Energy and AI“ von 2025 beide Richtungen: KI benötigt zuverlässige Energie, kann aber auch die Planung und den Betrieb von Energiesystemen unterstützen. Sie nennt zugleich konkrete Hürden, darunter Netzanschlüsse, fehlenden Datenzugang, digitale Infrastruktur, Fachkenntnisse und Sicherheitsfragen.
Diese Einordnung stützt den technischen Zusammenhang, bestätigt aber nicht Embers einzelne Sparzahl. Der neue Bericht liefert eine Perspektive darauf, warum Energie- und Digitalplanung zusammengehören. Ob daraus günstigere Rechnungen entstehen, entscheidet sich an den jeweiligen Geräten, Tarifen, Investitionen und Anschlussbedingungen.
Quellen
- Ember: The Age of Power, 16. September 2026.
- Ember: The Age of Power, Originalpräsentation, 16. September 2026, insbesondere Folien 17 und 40.
- Internationale Energieagentur: Energy and AI, Executive Summary, 2025.
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