Automobil

Der Zug, der sich selbst bereitstellt

Vor InnoTrans 2026 zeigt AutomatedTrain GoA4-Bereitstellung auf ETCS-Basis – Rangier und Auf-/Abrüsten, nicht sofort Fahrgastbetrieb. Zulassung ausstehend.

Von Wolfgang

11. Sep. 20264 Min. Lesezeit

Der Zug, der sich selbst bereitstellt

Vor InnoTrans 2026 zeigt AutomatedTrain GoA4-Bereitstellung auf ETCS-Basis – Rangier und Auf-/Abrüsten, nicht sofort Fahrgastbetrieb. Zulassung ausstehend.

Regionalzug auf Gleisen bei Dämmerung – Symbolbild für automatisierte Bereitstellungsfahrten

Vor der InnoTrans 2026 rückt AutomatedTrain in den Blick: Das Konsortium um die Digitale Schiene Deutschland zeigt GoA4-Bereitstellungs- und Abstellungsfahrten auf ETCS-Basis – samt automatisiertem Auf- und Abrüsten. Für Betreiber, Hersteller und Aufsicht zählt der Unterschied: Es geht um Rangier- und Bereitstellungslogik, nicht um sofortigen fahrerlosen Fahrgastbetrieb. Wer Zulassung, Personalplanung und Fahrzeugumrüstung denkt, braucht eine klare Einordnung von Demo gegenüber Regelbetrieb. Die Messe läuft vom 22. bis 25. September 2026; parallel markiert die Projektseite 2026 als Jahr der Demonstrationsfahrten. Wer nach der Messe investiert oder spezifiziert, sollte Systemgrenzen, ETCS-Anbindung und offenen Zulassungsstatus schriftlich einfordern – statt Demo und Alltag zu vermengen.

Was AutomatedTrain tatsächlich automatisiert

Laut Projektbeschreibung der Digitalen Schiene Deutschland erprobt die DB InfraGO AG mit weiteren Partnern die vollautomatisierte, fahrerlose Bereitstellungs- und Abstellungsfahrt sowie das automatisierte Auf- und Abrüsten. Der Fokus liegt auf dem Weg vom Abstellgleis zur ersten Station und zurück – inklusive Vorbereitungsdienst, den heute Triebfahrzeugführerinnen und -führer manuell erledigen.

Das Projekt konzentriert sich ausdrücklich auf Grade of Automation 4 (GoA4). Die Digitale Schiene Deutschland betont, dass die Entwicklung im Zielbild auf Basis von ETCS Level 2 aufsetzt. Sensorik für Umfeldwahrnehmung, Lokalisierung, Digitales Register und Fahrzeugautomatisierung (ATO) bilden die Technologiebausteine; ergänzend kommen IT-Plattformen und Cloud hinzu.

Für den betrieblichen Nutzen nennt die Projektseite vor allem Personalunabhängigkeit beim Fahrzeugeinsatz: Mehr Zugfahrten und knappes Tf-Angebot treffen auf demografischen Druck. Flexiblerer Einsatz und stabilere Betriebsplanung sind die Argumente – bezogen auf Bereitstellung und Abstellung, nicht auf den vollautomatisierten Linienbetrieb mit Fahrgästen.

Zwei Prototypen, zwei Erprobungslogiken

Bis 2026 werden laut Digitaler Schiene zwei Fahrzeuge ausgerüstet. Auf dem Mireo von Siemens Mobility wird das vollautomatisierte Auf- und Abrüsten inklusive Vorbereitungsdienst entwickelt und getestet. Anschließend soll der Zug den Weg aus der Abstellanlage bis zur ersten Station im Prüfcenter Wegberg-Wildenrath vollautomatisiert und ohne Triebfahrzeugführer zurücklegen; bei Hindernissen bremst das Fahrzeug selbstständig.

Der zweite Zug der S-Bahn Stuttgart (Alstom BR 430) sammelt im betrieblichen Umfeld Daten für die intelligente Hinderniserkennung von Bosch – rückwirkungsfrei, also im Schattenmodus. Der Triebfahrzeugführende bleibt für die Fahrwegsicherung verantwortlich. Beide Fahrzeuge nutzen nahezu die gleiche Hardware, aber unterschiedliche Softwarelösungen für die Hinderniserkennung, damit Sensordaten und Reaktionen vergleichbar werden.

Die Zielstellung bleibt der Nachweis der technischen Machbarkeit für Bereit- und Abstellungsfahrt. Systemarchitektur, Labor- und Systemtests sowie zulassungskonforme Herleitung von Anforderungen und Schnittstellen sollen spätere Zulassung und europäische Standardisierung vorbereiten – sie ersetzen sie nicht. Die Projektseite nennt zudem eine BMWE-Förderung im mittleren zweistelligen Millionenbereich; das ist Finanzrahmen, kein Zulassungsnachweis.

InnoTrans: Präsentationsfenster, kein Zulassungsstempel

Die Digitale Schiene Deutschland kündigt an, die Ergebnisse von AutomatedTrain auf der InnoTrans 2026 vorzustellen. Die Messe Berlin bestätigt den Termin Ende September. Für Fachbesucher heißt das: Demo und Architekturdiskussion in einem internationalen Messekontext – nicht automatisch Marktreife im deutschen Regelbetrieb.

Wer auf dem Messegelände oder in Folgegesprächen entscheidet, sollte drei Ebenen trennen: Was wurde auf dem Testgelände und im Schattenmodus nachgewiesen? Welche Schnittstellen und Spezifikationen sind für Hersteller und Betreiber referenzierbar? Welche Aufsichts- und Zulassungsschritte fehlen noch, bevor Bereitstellungsfahrten ohne Tf im Netz Alltag werden?

Was Entscheider jetzt priorisieren sollten

Für Eisenbahnverkehrsunternehmen und Infrastrukturbetreiber lohnt der Blick auf Prozesse rund um Abstellung, Aufrüstung und Personaldisposition – dort setzt der Use Case an. Für Industriepartner zählen offene Schnittstellen, Sensorik-Qualifikation und die Referenzarchitektur auf ETCS-Basis. Für Aufsicht und Politik bleibt der Status klar: Machbarkeitsnachweis und Messepräsentation sind Meilensteine; Zulassung und flächendeckender Regelbetrieb folgen eigenen Pfaden.

Handbook-PDFs und Sekundärmaterial können veralten. Primär bleibt die Projektseite der Digitalen Schiene Deutschland maßgeblich, ergänzt um die InnoTrans-Termine der Messe Berlin. Wer nach der Messe Nachweise verlangt, sollte Demo-Protokoll, Systemgrenzen (Bereitstellung vs. Fahrgastbetrieb) und den offenen Zulassungsstatus schriftlich einfordern – nicht nur Messestand-Narrativ. Operative Hebel sind Personaldisposition, Werkstattfenster und Abstellkapazität – nicht der Claim „fahrerloser Zug“.

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.

Quellen