Automobil

Madrid testet den Irizar-Wasserstoffbus mit Fahrgästen

Wasserstoff-Reisebus von Bosch und Irizar in Madrid: Was der Fahrgasttest belegt und warum Verbrauch, Tankstelle und Kosten weiter offen sind.

Von Wolfgang

01. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Madrid testet den Irizar-Wasserstoffbus mit Fahrgästen

Wasserstoff-Reisebus von Bosch und Irizar in Madrid: Was der Fahrgasttest belegt und warum Verbrauch, Tankstelle und Kosten weiter offen sind.

Ein Irizar i6S Efficient H2 FCEV mit Boschs Brennstoffzellensystem FCPM C190 fuhr im Juni und Juli 2026 mit Alsa und Fahrgästen auf Madrider Linien. Das ist ein Schritt über die Vorführung hinaus.

Ob ein Wasserstoff-Reisebus auf einer Linie sinnvoll ist, entscheidet sich aber nicht an einem einzelnen Fahrgasttest. Dafür zählen Umlauf, Tankstelle, Energiepreis, Wartung und Kosten zusammen.

Der Bus hat eine höhere Nachweisstufe erreicht

Bosch und Irizar berichten über den Einsatz im Madrider Verkehrsverbund; Sustainable Bus griff ihn Ende August als Branchenereignis auf. Das Fahrzeug ist typgenehmigt und transportierte Fahrgäste. Irizar strebt Produktionsverfügbarkeit im ersten Halbjahr 2027 an. Typgenehmigung und ein Testbetrieb sind jedoch noch keine bestätigte Kundenflotte.

Reichweite und Tankzeit bleiben Herstellerwerte

Bosch und Irizar nennen 190 kW Leistung, mehr als 1.000 Kilometer Reichweite und zehn bis 15 Minuten Betankungszeit. Diese Angaben beschreiben das Fahrzeug, nicht automatisch einen Tagesdienst. Unabhängige Daten aus Madrid zu Verbrauch, Tank- und Wartezeiten, Ausfällen, Wartung, Wasserstoffherkunft und Kosten liegen nicht vor.

Gerade die Tankzeit muss im Betrieb mehr bedeuten als den Vorgang an der Zapfsäule. Anfahrt, Zugang zur Station, mögliche Wartezeit und Rückkehr in den Umlauf gehören ebenfalls dazu.

Eine Originalgrafik ordnet Demonstration, Typgenehmigung, Madrider Fahrgastbetrieb und geplante Produktion einer Kette offener Betriebsnachweise zu.
Originalgrafik zur Zeitleiste von Demonstration, Typgenehmigung und Fahrgastbetrieb bis zur geplanten Produktion; reale Umläufe und TCO bleiben als Nachweis offen – durch KI erzeugt

Die Linie bestimmt, ob Wasserstoff passt

Auf langen Umläufen mit knappen Standzeiten kann schnelle Betankung ein Vorteil sein. Voraussetzung sind eine verfügbare Station, verlässliche Versorgung und ein Fahrplan, der diese Kette trägt. Bei planbarer Depotladung kann ein batterieelektrischer Bus die einfachere und energetisch effizientere Lösung sein.

Die Entscheidung ist deshalb keine allgemeine Abstimmung zwischen Brennstoffzelle und Batterie. Betreiber müssen Fahrzeug, Infrastruktur, Energie, Wartung, Reservefahrzeuge und Lebensdauer für eine konkrete Route rechnen.

Eine Originalgrafik stellt 190 kW, mehr als 1.000 Kilometer und 10 bis 15 Minuten den offenen Daten zu Umlauf, Tankstelle, Wartung und TCO gegenüber.
Originalgrafik stellt 190 kW, mehr als 1.000 Kilometer und 10 bis 15 Minuten als Hersteller-Sollwerte offenen Beschaffungsdaten gegenüber – durch KI erzeugt

EU-Regeln ersetzen keine Betriebsrechnung

Die EU setzt CO₂-Ziele für schwere Nutzfahrzeuge und eigene Vorgaben für Stadtbusse. Reisebusse sind damit nicht automatisch gleich behandelt. Auch AFIR schafft einen Rahmen für Wasserstofftankstellen, sagt aber nichts über Preis oder Verfügbarkeit der Station aus, die den Test versorgte.

Eine Studie mit zwei europäischen Stadtbusfällen sieht Batterieelektrik bei Lebenszyklus-Emissionen und Gesamtbetriebskosten vorn; sie ist kein Urteil über diesen Reisebus in Madrid. Der Test macht die richtige nächste Frage sichtbar: Welche Linien profitieren tatsächlich von Reichweite und schneller Betankung, wenn die gesamte Infrastruktur mitgerechnet wird?

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-09-01.