Wirtschaft

Banken-Stresstest: Die Mehrheit hält stand, Dutzende Häuser geraten unter Druck

Kleine Banken und Sparkassen bleiben in einem schweren Krisenszenario insgesamt robust. Mehrere Dutzend Institute würden dennoch Kapitalvorgaben verfehlen.

Von Wolfgang

25. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Banken-Stresstest: Die Mehrheit hält stand, Dutzende Häuser geraten unter Druck

Ein Stresstest soll zeigen, was geschieht, wenn eine Krise mehrere Sicherungen zugleich belastet. Bei 1.113 kleineren Banken und Sparkassen in Deutschland bleibt das Kapital in einem sehr schweren, simulierten Schock insgesamt deutlich über Wasser. Doch der Durchschnitt verdeckt eine wichtige Ausnahme: Mehrere Dutzend Institute würden ihre vorgeschriebenen Kapitalanforderungen unterschreiten. Das ist der neue Befund von Bundesbank und BaFin vom 24. September 2026.

Eine Krise auf dem Papier, kein Blick in die Zukunft

Die Aufseher legen den Instituten ein gemeinsames Gedankenexperiment vor: Was wäre, wenn Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Immobilienmarkt über drei Jahre gleichzeitig stark einbrechen? Im vorgegebenen Szenario schrumpft die deutsche Wirtschaftsleistung insgesamt um 6,5 Prozent, die Arbeitslosenquote steigt um 4,5 Prozentpunkte, Gewerbeimmobilien verlieren 32,9 Prozent an Wert. Das sind Schockannahmen und keine Vorhersagen.

Unter diesen Bedingungen sinkt die harte Kernkapitalquote der untersuchten Häuser im Aggregat um 3,8 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent im schlechtesten Jahr. Vereinfacht gesagt: Diese Quote beschreibt, wie viel besonders verlusttragendes Kapital den risikogewichteten Geschäften gegenübersteht. Ein Rückgang zeigt, dass Verluste am Puffer zehren; der Gruppenwert zeigt zugleich, dass insgesamt noch viel Kapital vorhanden wäre. Bundesbank und BaFin bewerten die Institute deshalb insgesamt als widerstandsfähig.

Vier symbolische Bankmodelle, eines steht abseits der Gruppe
KI-generiertes Symbolbild: Ein gemeinsamer Schock trifft Institute mit unterschiedlichen Ausgangslagen. Es zeigt keine realen Banken oder Messergebnisse.

Warum der Durchschnitt einzelne Banken nicht schützt

Wer mehrere unterschiedlich gut gefüllte Wasserspeicher zusammenzählt, erhält eine beruhigende Gesamtmenge. Trotzdem kann einer davon leer laufen. Ähnlich liegt hier der entscheidende Unterschied zwischen Gruppenwert und Einzelinstitut: Mehrere Dutzend Banken und Sparkassen könnten im Krisenszenario ihre jeweiligen Kapitalanforderungen verfehlen. Die Aufseher nennen weder die Häuser noch eine genaue Zahl. Es wären weniger als beim Stresstest 2024; aus dem Vergleich lässt sich wegen unterschiedlicher Schockannahmen allerdings kein einfacher Sicherheitstrend ablesen.

Die größte Belastung entsteht laut Originalpräsentation durch Kreditrisiken: In der Simulation können mehr Kreditnehmer nicht zahlen oder Sicherheiten verlieren an Wert. Besonders Unternehmens- und immobilienbesicherte Kredite tragen zu diesem Risiko bei. Das ist eine Erklärung für den rechnerischen Kapitalverlust im Test, keine Meldung über bereits eingetretene Ausfälle in dieser Höhe.

Was Kontoinhaber aus dem Test mitnehmen können

Der Test ist ein Werkzeug der Aufsicht. Er hilft ihr, gefährdete Institute enger zu beobachten und gegebenenfalls zusätzliches Eigenkapital zu empfehlen. Er ist keine öffentliche Rangliste, kein Urteil über die eigene Sparkasse und auch keine Prüfung eines einzelnen Guthabens. Die 1.113 untersuchten Institute stehen für rund 90 Prozent der deutschen Kreditinstitute, aber nur etwa 38 Prozent ihrer gemeinsamen Bilanzsumme; große Banken unter direkter EZB-Aufsicht gehören nicht zu dieser Prüfung. Wer die Schlagzeile „Banken bestehen Stresstest“ liest, sollte daher zwei Fragen auseinanderhalten: Wie widerstandsfähig ist die Gruppe? Und wo könnte ein einzelnes Haus unter Druck geraten? Die neue Veröffentlichung beantwortet die erste klarer als die zweite.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.