Abos kündigen iPhone Android: Das klingt simpel, wird aber oft zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen – vor allem bei Probeabos, In-App-Abos und Zahlungen über Drittanbieter. In dieser Anleitung findest du heraus, wo deine aktiven Abonnements wirklich liegen (App Store, Google Play, PayPal und Co.) und wie du sie sauber beendest, ohne den Überblick zu verlieren. Nach den Schritten weißt du, wie du versteckte Abos identifizierst, Kündigungen prüfst und typische Stolperfallen wie „App gelöscht, Abo läuft weiter“ vermeidest.
Einleitung
Du siehst eine Abbuchung, erkennst den Namen nicht sofort – und fragst dich: „Habe ich da ein Abo laufen?“ Genau so starten viele Abo-Suchen. Man testet eine App „nur kurz“, schließt ein Probeabo ab, bekommt einen Rabatt für die ersten Wochen oder aktiviert in einer App eine Premium-Funktion. Später ist die App vielleicht längst vom Handy verschwunden – die Zahlung aber nicht.
Das Gemeine daran: Abonnements können an unterschiedlichen Stellen hängen. Manche laufen direkt über den App Store (iPhone), andere über Google Play (Android). Wieder andere wurden über PayPal, Kreditkarte oder einen Web-Login abgeschlossen. Und je nachdem, wo du abgeschlossen hast, musst du auch dort kündigen – sonst zahlst du weiter.
Die gute Nachricht: Mit einem klaren Ablauf findest du in wenigen Minuten heraus, wo deine laufenden Abos versteckt sind. Du bekommst außerdem eine Methode, mit der du später schnell prüfst, ob wirklich alles gekündigt ist – inklusive typischer „Falschspuren“ wie E-Mail-Rechnungen, Familienfreigaben oder mehrere Konten auf demselben Gerät.
Grundlagen und Überblick
Ein Handy-Abo ist technisch meist eine wiederkehrende Zahlung, die über einen Account verwaltet wird – also über deine Apple ID (iPhone/iPad) oder dein Google-Konto (Android). Das ist praktisch: Du kannst Abos an einem Ort sehen, verlängern, pausieren oder kündigen. Es hat aber auch einen Haken: Wenn du die App deinstallierst, bleibt das Abo trotzdem bestehen. Google weist in seiner Hilfe ausdrücklich darauf hin, dass das Entfernen einer App ein Abo nicht beendet.
Wichtig ist außerdem der Unterschied zwischen „Abo gekündigt“ und „Zugang endet sofort“. In vielen Fällen bleibt der Zugang bis zum Ende des bereits bezahlten Zeitraums aktiv. Du kündigst also die automatische Verlängerung – nicht unbedingt die Nutzung ab dem gleichen Moment.
Der zuverlässigste Weg, „versteckte Abos“ zu finden, ist nicht die App-Liste, sondern die Abonnement-Übersicht deines Kontos – dort, wo abgerechnet wird.
Im Alltag hilft es, drei Arten von Abos zu unterscheiden. Erstens: In-App-Abos über den App Store oder Google Play. Zweitens: Abos, die du in einer App abgeschlossen hast, die aber über einen Zahlungsdienst (zum Beispiel PayPal) oder direkt über Kreditkarte abgerechnet werden. Drittens: Abos, die du im Browser abgeschlossen hast (z. B. über eine Website) und die nur zufällig mit einer App zusammenhängen.
Wenn du das im Kopf behältst, wirkt die Suche plötzlich logisch: Du prüfst zuerst App Store/Google Play, dann wiederkehrende Zahlungen bei PayPal, und erst danach Bank/Kreditkarte, falls noch etwas offen ist.
| Wo läuft das Abo? | So erkennst du es | Wo kündigst du? |
|---|---|---|
| App Store (iPhone) | In den iOS-Einstellungen unter deiner Apple ID in „Abonnements“ | In iOS „Abonnements“ (oder im App Store) |
| Google Play (Android) | Play Store > Profil > „Zahlungen & Abos“ | Im Play Store (oder am PC auf play.google.com) |
| PayPal | „Wiederkehrende Zahlungen“/„Abonnements“ im PayPal-Konto | In PayPal (Abbuchung stoppen) und beim Anbieter (Vertrag beenden) |
| Kreditkarte/Bank | Regelmäßige Posten im Kontoauszug, oft mit Händlername | Beim Anbieter (und notfalls Karte sperren/ersetzen) |
Vorbereitung und Voraussetzungen
Bevor du kündigst, lohnt sich ein kurzer Check. Damit verhinderst du, dass du das „falsche“ Abo suchst (oder es im falschen Konto nicht findest). Plane dir rund 10 Minuten ein und halte – falls vorhanden – die letzte Abbuchung oder eine Bestätigungs-Mail bereit.
Diese Vorbereitung macht die Suche deutlich einfacher:
- Prüfe den Gerätenutzer: Bist du auf dem iPhone mit der richtigen Apple ID angemeldet? Auf Android: ist das richtige Google-Konto aktiv? Viele nutzen privat und Schule/Arbeit parallel.
- Suche eine aktuelle Abbuchung: Öffne Bank-App/Kreditkarten-App oder PayPal-Aktivitäten und notiere dir Name, Datum und Betrag. Der Händlername ist oft der beste Hinweis.
- Checke E-Mails/Belege: Suche in deinem Postfach nach Begriffen wie „Abo“, „Subscription“, „Rechnung“, „Your receipt“. Bei Apple und Google kommen Belege typischerweise per Mail, wenn die Option aktiv ist.
- Familienfreigabe bedenken: Bei geteilten Familien-Abos kann die Verwaltung bei der Person liegen, die bezahlt (bei Apple nennt sich das Familienfreigabe/Familiengruppe).
- Fristen im Blick: Probeabos verlängern sich oft automatisch. Apple weist darauf hin, dass du ein Probeabo spätestens 24 Stunden vor Ablauf kündigen solltest, damit es sich nicht verlängert.
Optional, aber hilfreich: Setze dir direkt eine Erinnerung im Kalender (z. B. 2 Tage vor Ablauf). So kündigst du ein Probeabo rechtzeitig, ohne täglich daran denken zu müssen.
Wenn du zusätzlich Ordnung willst, findest du auf TechZeitGeist passende Begleiter: iPhone Speicher aufräumen (praktisch, wenn du Apps löschst, aber Abos behalten willst) und Android Benachrichtigungen sinnvoll sortieren (hilft, Kündigungs-Mails nicht zu übersehen). Diese Links dienen als thematische Vertiefung; falls die Seiten nicht verfügbar sind, nutze die Schritte in diesem Artikel.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Abos kündigen iPhone Android
Der Ablauf ist absichtlich so gebaut, dass du zuerst die größten „Abo-Sammelstellen“ abklapperst. In vielen Fällen findest du dein gesuchtes Abo schon in Schritt 1 oder 2. Arbeite die Liste einmal sauber durch – danach hast du wieder Kontrolle.
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Auf dem iPhone alle App Store-Abos prüfen
Öffne Einstellungen > tippe oben auf deinen Namen (Apple ID) > Abonnements. Dort siehst du aktive Abos und oft auch abgelaufene. Wähle ein Abo aus und tippe auf „Abo kündigen“ (die genaue Formulierung kann je nach Abo leicht abweichen). Apple beschreibt diesen Weg in seiner Support-Anleitung.
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Auf Android alle Google Play-Abos prüfen
Öffne den Google Play Store > tippe auf dein Profilbild > Zahlungen & Abos > Abos. Wähle das Abo aus, tippe auf „Abo kündigen“ und folge den Hinweisen. Laut Google bleibt der Zugang in der Regel bis zum Ende des bezahlten Zeitraums bestehen. Wichtig: App löschen reicht nicht – das Abo läuft sonst weiter.
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PayPal: wiederkehrende Zahlungen und Abos durchgehen
Wenn du PayPal nutzt, logge dich in dein PayPal-Konto ein und suche in den Einstellungen den Bereich für Zahlungen bzw. wiederkehrende Zahlungen/Abonnements. Dort kannst du automatische Abbuchungen für einzelne Händler beenden. PayPal erklärt das Vorgehen in der eigenen Hilfe.
Wichtig für die Praxis: Das Stoppen in PayPal verhindert in erster Linie die Abbuchung über PayPal. Ob das Abo als Vertrag beim Anbieter damit automatisch endet, hängt vom Anbieter ab. Sichere Variante: zusätzlich im Konto beim Anbieter kündigen und die Kündigungsbestätigung aufheben.
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Unbekannte Abbuchung? Mit dem Händlernamen zurück zur Quelle
Wenn du eine Abbuchung siehst, aber kein Abo in App Store/Google Play/PayPal findest, nimm den Namen aus dem Kontoauszug als Suchbegriff. Oft steckt dahinter ein Markenname, der anders heißt als die App. Suche dann in deinem Mail-Postfach nach dem gleichen Begriff (Beleg/Invoice/Receipt) – dort steht meist, über welchen Weg du abgeschlossen hast.
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Kündigung kontrollieren
Öffne nach der Kündigung die Abo-Übersicht erneut. Viele Systeme zeigen dann einen Hinweis wie „läuft bis …“ oder „endet am …“. Genau das willst du sehen: Es bedeutet, dass die Verlängerung aus ist, du aber den restlichen Zeitraum noch nutzen kannst.
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Probeabo-Absicherung: Erinnerung setzen
Setze dir direkt eine Kalender-Erinnerung mindestens 24 Stunden vor Ablauf (bei Apple ausdrücklich empfohlen). Dann hast du eine zweite Chance, falls du unsicher bist, ob die Kündigung wirklich durch ist.
Wenn du nach diesen Schritten immer noch ein „Phantom-Abo“ vermutest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es über eine Website mit Kreditkarte oder Lastschrift abgeschlossen wurde. Dann führt der nächste Blick in Kapitel 4 meist schnell zur Lösung.
Tipps, Fehlerbehebung und Varianten
Selbst mit der richtigen Anleitung gibt es ein paar typische Stolpersteine. Die meisten lassen sich ohne Support lösen – wenn du weißt, wonach du suchen musst.
Problem: „Ich sehe kein Abo, aber es wird abgebucht.“
Häufige Ursache: Du bist im falschen Konto. Prüfe auf iPhone, ob die richtige Apple ID angemeldet ist. Auf Android checke oben im Play Store, welches Google-Konto ausgewählt ist. Manche Abos liegen auch in einem alten Zweitkonto, das noch auf dem Gerät existiert.
Problem: „Ich habe die App gelöscht, trotzdem wird bezahlt.“
Das ist normal: Die Deinstallation beendet das Abo nicht. Kündige immer in der Abo-Verwaltung (App Store/Google Play). Google weist in seiner Hilfe explizit darauf hin.
Problem: „In PayPal gekündigt, trotzdem fordert der Anbieter Geld.“
PayPal kann die Abbuchung stoppen, aber nicht zwangsläufig den Vertrag beim Anbieter beenden. Sicherer Weg: Kündigung zusätzlich im Nutzerkonto des Dienstes durchführen (oder per Support-Kontakt) und die Bestätigung sichern.
Variante: Kündigen am PC statt am Handy
Wenn dir Menüs am Handy zu verschachtelt sind, nutze einen größeren Bildschirm. Für Android-Abos nennt Google als Alternative die Verwaltung über die Google-Play-Webseite. Für Apple-Abos nennt Apple ebenfalls mehrere Wege (z. B. über die Apple ID-Einstellungen); der iPhone-Weg bleibt aber für die meisten am schnellsten.
Tipp: Abofallen vorbeugen, ohne alles zu „verbieten“
Komplett abschalten musst du In-App-Käufe nicht. Praktisch ist aber, neue Abos bewusster zu starten: Lies beim Abschließen kurz, ob „Probezeit“ automatisch in „kostenpflichtig“ wechselt, und fotografiere dir notfalls die Abo-Seite (für deinen eigenen Nachweis). Und: Wenn du ein Abo nur testest, kündige es direkt nach dem Abschluss. Du behältst meistens trotzdem den Testzeitraum, aber die Verlängerung ist aus.
Datenschutz- und Sicherheits-Hinweis
Teile Screenshots von Abos oder Belegen nicht öffentlich, wenn darauf Namen, E-Mail-Adressen oder Transaktionsnummern zu sehen sind. Für Support-Anfragen reicht meist der Händlername und das Datum der Abbuchung.
Fazit
Versteckte Abonnements wirken oft nur deshalb „unsichtbar“, weil sie an einer anderen Stelle hängen als erwartet: nicht in der App, sondern in deinem Apple- oder Google-Konto – oder bei einem Zahlungsdienst wie PayPal. Wenn du zuerst die Abo-Übersichten im App Store (iPhone) und im Google Play Store (Android) prüfst, findest du die meisten laufenden Verträge schnell. Danach lohnt sich der Blick in PayPal auf wiederkehrende Zahlungen, vor allem bei älteren Abos, die du nicht mehr zuordnen kannst. Und falls es dann immer noch eine Abbuchung gibt, führt der Händlername aus dem Kontoauszug fast immer zur richtigen Kündigungsstelle.
Am Ende zählt nicht nur „gekündigt“, sondern auch „bestätigt“: Kontrolliere, ob ein Enddatum angezeigt wird, und setze dir für Probeabos eine Erinnerung. So bleiben Abos eine praktische Komfort-Funktion – und werden nicht zur dauerhaften Kostenfalle.
Welche Abo-Stelle hat dich zuletzt überrascht – App Store, Play Store oder ein Zahlungsdienst? Teile deine Erfahrung gern und probiere die Schritte direkt mit deinen eigenen Abos aus.




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