Ein langfristiger Stromabnahmevertrag nimmt einem geplanten Solarpark einen Teil der Vermarktungsunsicherheit. Genau darauf setzen Energiekontor, EHA und dm bei Kolitzheim-Herlheim in Bayern. Der Park befindet sich in der Planung; die Projektpartner nennen das erste Halbjahr 2027 als Ziel für die Inbetriebnahme.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Energiekontor, EHA und dm haben am 22. Juli 2026 einen physischen PPA mit zehn Jahren Laufzeit für den geplanten Solarpark Kolitzheim-Herlheim bekanntgegeben.
- Der Park soll rund 11 MWp leisten und im ersten Halbjahr 2027 ans Netz gehen. Mehr als 13 GWh Jahresertrag sind eine Unternehmensprognose.
- EHA soll die Mengen einschließlich Bilanzkreismanagement in das dm-Verbrauchsportfolio einordnen. Die Veröffentlichung beschreibt Bilanzkreismanagement statt einer Direktleitung zu dm-Märkten.
- Der Vertrag soll nach Angaben der Partner eine Realisierung ohne Inanspruchnahme einer EEG-Förderung stützen. Preis, Lieferprofil und weitere Vertragsdetails bleiben vertraulich.

Ein Vertrag für einen Park, der erst entstehen soll
Energiekontor, der Energiehändler EHA und dm teilten am 22. Juli einen zehnjährigen physischen Power Purchase Agreement, kurz PPA, für Kolitzheim-Herlheim mit. Energiekontor entwickelt und realisiert nach eigener Mitteilung den Solarpark. EHA strukturiert den PPA einschließlich Bilanzkreismanagement. dm soll die vereinbarten Strommengen in sein Verbrauchsportfolio integrieren.
Die Anlage liegt in der Gemeinde Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt. Energiekontor nennt rund 11 MWp; im aktuellen Projektportfolio stehen 10,8 MWp. Die beiden Angaben beschreiben denselben geplanten Park in unterschiedlicher Rundung. Als Ziel für die Inbetriebnahme nennen die Projektpartner das erste Halbjahr 2027. Mehr als 13 GWh durchschnittlicher Jahresertrag und rund 9.000 Tonnen CO2-Einsparung pro Jahr sind ebenfalls Unternehmensprognosen. Eine veröffentlichte Methode zur CO2-Prognose liegt nicht vor.
Warum die Laufzeit für die Vermarktung zählt
Solarerzeugung und Verbrauch eines Handelsunternehmens folgen unterschiedlichen Tages- und Jahresprofilen. Ein langfristiger Abnahmevertrag kann dennoch Erlöserwartungen und Nachfrage besser zusammenbringen. Für einen geplanten Park ist das wirtschaftlich relevant, weil Vermarktung und Einnahmen früher planbarer werden können.
Die Partner formulieren die Folge enger: Der Vertrag soll die Realisierung ohne Inanspruchnahme einer EEG-Förderung stützen und die Vermarktung außerhalb staatlicher Fördermechanismen absichern. Über Finanzierungsabschluss, Genehmigung, Netzanschluss und Baubeginn macht die Veröffentlichung keine Aussage. Der öffentliche Planungsstand dokumentiert Verfahrensschritte von 2025; einen aktuellen Baufortschritt beschreibt er nicht.
| Die Vereinbarung zeigt | Die Vereinbarung zeigt nicht |
|---|---|
| Zehn Jahre Laufzeit und die Rollen der drei Partner | Eine Direktleitung zu einzelnen dm-Märkten |
| Die Absicht, den geplanten Park über einen PPA zu vermarkten | Eine vollständige 24/7-Solarversorgung des Filialnetzes |
| Projektangaben zu 11 MWp, 2027 und mehr als 13 GWh | Finale Genehmigung, Netzanschluss, Bau oder gemessenen Ertrag |
„Physisch“: Bilanzkreis statt Kabel bis zur Filiale
Der Begriff „physischer PPA“ klingt nach einer direkten Stromverbindung. Im veröffentlichten Fall spricht er aber vor allem für eine energiewirtschaftliche Abwicklung über Bilanzkreise und ein Verbrauchsportfolio. Ein Bilanzkreis bündelt geplante Einspeisung und Entnahme rechnerisch. EHA übernimmt nach Unternehmensangaben genau diese Strukturierungsaufgabe.
Der dena-Standardvertrag für PPA-Lieferbänder zeigt den allgemeinen technischen Rahmen: Erzeugungsmengen können einem Käufer-Bilanzkreis übergeben und dort nominiert werden. Das erklärt den technischen Rahmen, ohne Aussagen über den unveröffentlichten Vertrag von Energiekontor, EHA und dm zu treffen. Zu Preisen, Mengenprofilen, Reststrom, Ausgleichsenergie und Redispatch enthält die Mitteilung keine Details.

Warum Solarstrom und Filialverbrauch nie deckungsgleich laufen
Photovoltaik liefert vor allem tagsüber und wetterabhängig. Ein Handelsunternehmen braucht Strom auch nachts, im Winter und an Standorten, an denen gerade keine Sonne scheint. Die Portfoliointegration beschreibt deshalb keine stundengleiche Versorgung einzelner Filialen aus Kolitzheim-Herlheim.
Der Nutzen des Vertrags liegt an einer anderen Stelle: Ein neuer Park erhält einen langfristigen Nachfrageanker, während ein Händler Erzeugungsmengen in seine Beschaffung einplanen kann. Wie die Beteiligten Abweichungen im konkreten Vertrag verteilen, veröffentlichen sie nicht.
Herkunftsnachweise: wichtig für Aussagen, konkrete Vertragsregeln vertraulich
Das Umweltbundesamt erläutert, dass sich Strom im Netz physikalisch nicht nach Erzeugungsart sortieren lässt. Herkunftsnachweise helfen bei der Stromkennzeichnung und sollen Doppelvermarktung verhindern. Für ungeförderte Anlagen können sie zusammen mit direktem Verkauf über PPAs wirtschaftlich relevant sein.
Die Mitteilung benennt keine Regeln dazu, ob Herkunftsnachweise im konkreten Vertrag übertragen, entwertet oder anders behandelt werden. Die Vereinbarung trägt daher keine pauschale Aussage über zeitgleiche Versorgung, vollständige fossile Unabhängigkeit oder eine bestimmte Emissionsbilanz von dm.
Bis 2027 stehen mehrere Schritte noch aus
Der Park wird als geplant geführt. Die Gemeinde Kolitzheim dokumentierte 2025 einen weiteren Entwurfs-, Auslegungs- und Beteiligungsschritt für das Photovoltaik-Sondergebiet Herlheim. Energiekontor nennt für das Projekt die Jahre 2026 bis 2027. Sie beschreiben den Entwicklungsstand; zu finalen Genehmigungen, Netzanschluss, Finanzierung und Baubeginn gibt es darin keine Abschlussmeldung.
Auch der spätere Ertrag wird vom Wetter, der technischen Auslegung und dem Betrieb abhängen. Die mehr als 13 GWh und die rund 9.000 Tonnen CO2 pro Jahr bleiben damit Projektprognosen statt bereits eingetretener oder unabhängig geprüfter Ergebnisse.

Meine Einschätzung
Der Vertrag ist ein konkretes Signal für die Vermarktung neuer Solarprojekte ohne EEG-Förderung. Gerade weil die Vereinbarung vor dem Bau des Parks geschlossen wird, schafft sie früher eine nachvollziehbare Grundlage für die wirtschaftliche Planung. Die Aussagekraft reicht bis zu den veröffentlichten Vertragsdetails.
Für Leserinnen und Leser ist die klare Trennung wichtiger als das Etikett „physisch“: Ein PPA kann Solarerzeugung und Unternehmensverbrauch wirtschaftlich verbinden. Er verbindet Erzeugung und Verbrauch wirtschaftlich; für einzelne Märkte beschreibt er keine direkte, lückenlose Versorgung. Wer diese Grenze sauber zieht, beschreibt Nutzen und offene Punkte zugleich ehrlich.
Quellen und weiterführende Informationen
- Energiekontor: Energiekontor, EHA und dm setzen auf langfristige Grünstromlieferung aus Solarpark Kolitzheim-Herlheim
- ECOreporter: Energiekontor liefert Solarstrom für dm-Märkte
- Gemeinde Kolitzheim: Aus der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates vom 11.02.2025
- Energiekontor: Solarparks
- dena: Standardvertrag PPA-Lieferband
- Umweltbundesamt: Hintergrundwissen Ökostrom – Stromkennzeichen & Herkunftsnachweis
Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-07-23