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Eigene Website statt Wegwerfprojekt: WordPress gibt Studierenden ein Jahr Profi-Hosting gratis

WordPress.com startet einen kostenlosen Student Plan für Bildungseinrichtungen. Wie Zugang, eigene Website und der spätere Downgrade funktionieren.

Von Wolfgang

24. Aug. 20266 Min. Lesezeit

Eigene Website statt Wegwerfprojekt: WordPress gibt Studierenden ein Jahr Profi-Hosting gratis

WordPress.com startet einen kostenlosen Student Plan für Bildungseinrichtungen. Wie Zugang, eigene Website und der spätere Downgrade funktionieren.

Ein Kursprojekt verschwindet oft mit dem Zugang zur Lernplattform. WordPress.com will daraus eine eigene Website machen, die Lernenden auch nach dem Unterricht gehört. Das kann für Portfolios nützlich sein. Entscheidend ist allerdings, was nach dem kostenlosen ersten Jahr noch von dieser Website übrig bleibt.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Fest steht: WordPress.com hat am 17. August ein Education-Programm mit einem im ersten Jahr kostenlosen Student Plan gestartet.
  • Der Zugang: Eine Lehrkraft beantragt das Angebot für eine teilnehmende Bildungseinrichtung. Lernende aktivieren danach jeweils eine eigene Website unter dem eigenen Konto.
  • Die Grenze: Beim kostenlosen Downgrade bleiben Inhalte erhalten. Domain, Plugins, Themes und davon abhängige Funktionen können aber wegfallen.

Eine Website, die nicht mit dem Kurs endet

Der interessante Teil des neuen Student Plans ist nicht allein das Gratisjahr. WordPress.com verbindet es mit einem eigenen Konto und einer eigenen Website für jeden Lernenden. Im Idealfall bleibt ein Projekt damit auffindbar, wenn der Kurs vorbei ist: als Arbeitsprobe für eine Bewerbung, als Sammlung eigener Texte oder als Ausgangspunkt für weitere Webprojekte.

Viele digitale Lernumgebungen sind auf den Unterricht zugeschnitten. Sie organisieren Aufgaben und Materialien, aber sie sind selten ein Ort, den Lernende später weiterführen. WordPress.com setzt an einer anderen Stelle an. Die Plattform beschreibt ein Hosting-Paket mit Plugin-Unterstützung, eigenen Themes, 6 GB Speicher, Backups, Staging sowie Werkzeugen wie SFTP, SSH und GitHub-Deployments. Für das erste Jahr nennt der Anbieter außerdem eine .blog- oder .art-Domain.

Das ist eine Produktbeschreibung von WordPress.com, keine unabhängige Prüfung des Angebots im Schulalltag. Der praktische Gedanke ist dennoch nachvollziehbar: Wer im Kurs an einer echten Website arbeitet, lernt nicht nur eine Oberfläche kennen. Es entsteht ein eigener Ort im Netz, der nicht automatisch an ein Klassenkonto gebunden ist.

Der Zugang läuft über die Lehrkraft

Der Student Plan ist kein Tarif, den Studierende mit einer beliebigen Hochschuladresse selbst bestellen können. Nach den Support- und Antragsseiten beantragt eine Lehrkraft das Programm mit einer offiziellen Schul- oder Institutionsadresse. WordPress.com prüft die Einrichtung und stellt nach einer Genehmigung einen Validierungscode bereit. Erst dann aktivieren die Lernenden den Plan für ihre eigenen Konten und Websites.

Diese Reihenfolge ist für Schulen und Hochschulen wichtiger als die technische Liste der Funktionen. Sie legt fest, wer den Start organisiert, wer bei Problemen ansprechbar ist und ob die Einrichtung überhaupt teilnehmen kann. Die öffentlich gelesenen Seiten enthalten keine vollständige Liste für Deutschland oder die EU. Aus dem Start folgt daher nicht, dass jede Schule oder Hochschule hierzulande sofort zugelassen wird.

Originalgrafik zeigt den Weg von der Lehrkraft-Anfrage über Prüfung und Validierungscode zum eigenen Konto und zur Website des Lernenden
Der Zugang beginnt mit dem Antrag einer Lehrkraft und führt zu einem eigenen Lernendenkonto – durch KI erzeugt

Was der Plan im ersten Jahr umfasst

WordPress.com nennt Hosting, Plugins, eigene Themes, Staging und Entwicklerwerkzeuge. Staging bezeichnet dabei eine getrennte Testumgebung: Änderungen können vorbereitet werden, ohne die sichtbare Website sofort zu verändern. Für einen einfachen Kursblog wäre das mehr, als viele Klassen benötigen. Für Medien-, Informatik- oder Projektkurse kann es aber sinnvoll sein, weil die Umgebung näher an einer normalen Website liegt als ein reines Übungssystem.

Auch die Kosten sind klar beschrieben: Das erste Jahr ist kostenlos und laut WordPress.com ohne Kreditkarte verfügbar. Danach kostet eine Verlängerung 24 US-Dollar pro Jahr. Das senkt eine echte Einstiegshürde, ersetzt aber weder Unterricht noch Betreuung. Plugins, veröffentlichte Inhalte und Nutzerkonten brauchen Regeln, gerade wenn Minderjährige beteiligt sind.

Inhalt bleibt – die technische Umgebung kann sich ändern

Der entscheidende Vertragspunkt liegt am Ende des ersten Jahres. Wer nicht verlängert, wird auf einen kostenlosen WordPress.com-Plan zurückgestuft. Seiten, Beiträge, Kommentare und Medien bleiben nach den WordPress.com-Informationen erhalten. Das ist für ein Portfolio relevant: Texte, Bilder und Projektseiten müssen nicht automatisch verschwinden.

Die Website läuft dann aber nicht zwangsläufig in derselben Form weiter. Die .blog- oder .art-Domain kann wegfallen, die kostenlose Website nutzt eine .wordpress.com-Adresse. Installierte Drittanbieter-Plugins, Themes und davon abhängige Funktionen können ebenfalls entfallen. Die allgemeine Downgrade-Dokumentation nennt zusätzlich Plugin-Daten und Anpassungen als Elemente, die bei einem Wechsel auf den kostenlosen Plan entfernt werden können.

Für eine Projektseite mit Texten und Bildern ist das etwas anderes als für eine Seite, die ein bestimmtes Theme, einen Shop oder ein Formular-Plugin benötigt. Vor dem Kursende sollte deshalb nicht nur über die Verlängerung gesprochen werden. Wichtig ist auch, welche Adresse, welches Theme und welche Funktionen das Portfolio wirklich braucht und wer Zugang, Kosten oder einen möglichen Umzug organisiert.

Worauf Bildungseinrichtungen achten sollten

Vor dem Antrag
Teilnahmeberechtigung, Betreuung, Moderation und Zuständigkeiten für die Konten klären.
Während des Kurses
Festhalten, welche Domain, Plugins und Themes für das Projekt wirklich wichtig sind.
Vor dem Downgrade
Prüfen, welche Inhalte bleiben und welche Funktionen oder Adressen ersetzt werden müssen.
Originalgrafik stellt erhaltene Seiten, Beiträge, Kommentare und Medien möglichen Änderungen bei Domain, Plugins, Themes und abhängigen Funktionen gegenüber
Ein kostenloses Downgrade bewahrt Inhalte, kann aber die technische Umgebung verändern – durch KI erzeugt

Die Pilotzahlen sind kein Wirkungsnachweis

WordPress.com berichtet, das Programm sei zuvor mit mehr als 5.000 Lernenden in 27 Ländern erprobt worden. Im Launchpost nennt das Unternehmen außerdem 88,9 Prozent und 81,5 Prozent als positive Einschätzungen befragter Lehrkräfte zu Beschäftigungsfähigkeit und Unternehmertum. TechCrunch hat den Start und die Konditionen am selben Tag unabhängig journalistisch aufgegriffen, führt diese Werte aber ebenfalls auf WordPress.com zurück.

Damit sind die Zahlen ein Hinweis darauf, wie beteiligte Lehrkräfte das Programm wahrgenommen haben. Sie belegen nicht, dass ein Portfolio unabhängig von Vorkenntnissen, Auswahl der Klassen und Betreuung bessere Jobs, Gründungen oder Lernergebnisse hervorbringt. Dafür wären Angaben zu Stichprobe, Fragebogen, Rücklauf und Vergleichsgruppe nötig.

Für Deutschland bleibt der Praxistest offen

Der Launch wurde in den USA kommuniziert. WordPress.com verweist auf einen Pilot in 27 Ländern und zeigt auf seiner Education-Seite ein Beispiel aus Málaga. Das macht den Ansatz auch für deutsche und europäische Einrichtungen grundsätzlich interessant, ist aber keine Zusage für eine bestimmte Schule und keine Datenschutz- oder Schulträgerprüfung.

WordPress.com Education sollte zudem nicht mit den separaten WordPress.org-Initiativen verwechselt werden. WordPress.org nennt etwa Campus Connect, Student Clubs und WordPress Credits. Diese Open-Source- und Community-Angebote sind nicht der hier beschriebene Student Plan.

Der neue Plan schafft eine nachvollziehbare Möglichkeit, aus einem Kursprojekt ein persönliches Portfolio zu machen. Ob daraus dauerhaft etwas wird, entscheidet sich nicht am Gratisjahr. Es hängt daran, ob die Einrichtung Zugang und Betreuung organisiert und ob Lernende vor dem Downgrade wissen, welche Teile ihrer Website weiterlaufen.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-08-24.