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Wiens S-Bahn-Sperre: Mehr Platz für Züge, neue Wege für Fahrgäste

Wiens zentrale S-Bahn-Strecke bleibt bis Ende Oktober 2027 gesperrt. Warum Bahnsteige wachsen und wie die Fahrt über den Hauptbahnhof weitergeht.

Von Wolfgang

08. Sep. 20264 Min. Lesezeit

Wiens S-Bahn-Sperre: Mehr Platz für Züge, neue Wege für Fahrgäste

Wiens zentrale S-Bahn-Strecke bleibt bis Ende Oktober 2027 gesperrt. Warum Bahnsteige wachsen und wie die Fahrt über den Hauptbahnhof weitergeht.

Zwischen Praterstern und Hauptbahnhof müssen Wiens S-Bahn-Fahrgäste seit dem 7. September 2026 andere Wege nehmen. Bis Ende Oktober 2027 sollen hier alte Bauwerke erneuert und Stationen für längere Züge umgebaut werden. Während der offiziell 14-monatigen Hauptsperre übernehmen vor allem U-Bahn und Straßenbahn die Verbindung durch die Stadt.

Längere Bahnsteige und neue Bauwerke

Warum neue Züge auch baulichen Platz brauchen, zeigt sich am Rennweg und im Quartier Belvedere. Dort werden die Bahnsteige von 160 auf 220 Meter verlängert. Die zusätzlichen 60 Meter ermöglichen es künftig längeren Nahverkehrszügen, an den Stationen zu halten. Mehr Sitzplätze lassen sich also nicht allein mit der Anschaffung größerer Fahrzeuge schaffen: Auch dort, wo Menschen ein- und aussteigen, muss die Infrastruktur dazu passen. Wie groß der spätere Kapazitätsgewinn ausfällt, lässt sich aus den Bahnsteigmaßen allein nicht ablesen.

Die Arbeiten reichen über die Bahnsteigkante hinaus. Am Rennweg werden auch Zugänge und Stützmauern angepasst. Ein Beispiel ist die Fußgängerrampe in der Rechten Bahngasse, die einem Aufzug und Stiegen weichen soll. Der Stationsumbau verändert damit nicht nur den Platz für die Züge, sondern auch den Weg von der Straße zum Bahnsteig.

Zugleich müssen Bauwerke erneuert werden, deren Sanierungsbedarf nichts mit der Länge künftiger Fahrzeuge zu tun hat. Zwischen Donaukanal und Praterstern werden alte Viaduktbögen wegen ihres altersbedingten Zustands abgetragen und durch neue Brücken ersetzt. Die Donaukanalbrücke wird dagegen saniert. Zwischen Wien Mitte und Rennweg müssen Einschnittsmauern erneuert werden, die laut Projektbeschreibung vor dem Ende ihrer technischen Lebensdauer stehen. Dazu kommen Arbeiten an der Schieneninfrastruktur.

Die ÖBB begründen die Dauer der Sperre damit, diese tiefgreifenden Arbeiten gebündelt und effizient umzusetzen. Die lange Unterbrechung dient somit der Erneuerung bestehender Bauwerke ebenso wie der Vorbereitung auf längere Züge. Warum die Modernisierung der Bahn mehrere Ebenen hat, erklärt auch unser Beitrag darüber, was die digitale Zugsteuerung ETCS leisten kann. Tragfähige Bauwerke und ausreichend lange Bahnsteige kann digitale Steuerung nicht ersetzen. Den unmittelbaren Preis des Umbaus tragen vorerst die Fahrgäste mit geänderten Wegen durch Wien.

Vom Praterstern über den Hauptbahnhof zum Flughafen

Wer vom Praterstern zum Flughafen möchte, kann mit der U1 zum Hauptbahnhof fahren und dort in den REX7 umsteigen. Dieser fährt Richtung Flughafen und hält unterwegs in Kaiserebersdorf und Schwechat. Auch ÖBB-Fernverkehrszüge bedienen den Flughafen weiterhin über den Hauptbahnhof. Das Beispiel zeigt einen Ersatzweg für den gesperrten zentralen Abschnitt; die Stammstrecke zwischen Floridsdorf und Meidling ist nicht auf ihrer gesamten Länge durchgehend unterbrochen.

Für solche Wege wird das Netz der Wiener Linien verstärkt. Die Stadt kündigt für die U1 ein dichteres Intervall von zwei Minuten und 20 Sekunden an. Auf der Straßenbahnlinie O sind lange Fahrzeuge und ein Fünf-Minuten-Intervall vorgesehen. U-Bahn und Straßenbahn sollen damit während der Hauptsperre vor allem die Verbindung durch die Stadt übernehmen. Für die einzelne Fahrt bleibt der aktuelle Fahrplan maßgeblich.

Für gültige ÖBB-Tickets ist auf ausgewählten Ersatzabschnitten eine Anerkennung vorgesehen. Dazu gehört die U1 zwischen Praterstern und Hauptbahnhof, also der erste Teil der beschriebenen Flughafenroute. Die Regelung umfasst außerdem bestimmte Abschnitte der U2 und der Straßenbahnlinien 18 und O; ÖBB-Gruppentickets sind ausgenommen. Eine Fahrberechtigung für das gesamte Wiener Netz entsteht daraus ebenso wenig wie eine automatische Berechtigung zur Weiterfahrt zum Flughafen.

Wer diese Route nutzen möchte, sollte deshalb vor der Abfahrt sowohl die aktuelle Verbindung als auch die Gültigkeit der eigenen Fahrkarte prüfen. Die ÖBB-Reisehinweise zur Stammstreckensperre nennen die Ersatzwege und die anerkannten Ticketabschnitte. Für den geänderten Weg über den Hauptbahnhof und den dortigen Umstieg sollten Reisende Zeitreserven einplanen.

Quellen und weiterführende Informationen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.