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Fahrradklima-Test 2026 fragt Jugendliche, was sie am Radfahren hindert

Die neue Jugendbefragung fragt auch nach fehlenden Fahrrädern und erlaubten Wegen. Was Kommunen daraus lernen können und wer teilnehmen darf.

Von Wolfgang

09. Sep. 20264 Min. Lesezeit

Fahrradklima-Test 2026 fragt Jugendliche, was sie am Radfahren hindert

Die neue Jugendbefragung fragt auch nach fehlenden Fahrrädern und erlaubten Wegen. Was Kommunen daraus lernen können und wer teilnehmen darf.

Ein Radweg hilft wenig, wenn kein funktionierendes Fahrrad verfügbar ist oder Eltern bestimmte Wege nicht erlauben. Die neue Jugendbefragung im ADFC-Fahrradklima-Test 2026 fragt deshalb nicht nur nach den Bedingungen auf der Straße. Sie spricht ausdrücklich auch junge Menschen an, die überhaupt nicht Rad fahren – und will herausfinden, was sie davon abhält. Veröffentlichte Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Der seit dem 1. September laufende Fahrradklima-Test enthält erstmals eine eigene Jugendbefragung. Bis zum 30. November 2026 können junge Menschen ihre Erfahrungen einbringen. Ergebnisse und bundesweites Ranking sind für Frühjahr 2027 angekündigt. Für Kommunen eröffnet der Jugendbogen damit einen zusätzlichen Blick auf die Frage, unter welchen Bedingungen junge Menschen selbstständig mit dem Fahrrad unterwegs sein können.

Auch wer nie Rad fährt, wird gefragt

Schon beim Fahrrad unterscheidet der Bogen zwischen Besitz und tatsächlicher Verfügbarkeit: Gibt es ein Rad, das bei Bedarf genutzt werden kann, steht es nur manchmal bereit oder ist es aktuell kaputt? Das ist mehr als ein Detail. Wer nur nach der Qualität von Radwegen fragt, erfährt noch nicht, ob junge Menschen überhaupt ein nutzbares Fahrrad haben.

Im öffentlichen Papierfragebogen bekommen Nicht-Radfahrende deshalb einen eigenen Abschnitt. Wer bei der Nutzungshäufigkeit „nie“ ankreuzt, wird direkt dorthin weitergeleitet. Als mögliche Gründe lassen sich etwa ein fehlendes oder kaputtes Fahrrad sowie die Vorliebe für andere Verkehrsmittel nennen. Nichtfahren wird also nicht automatisch als Angstproblem behandelt. Eine offene Frage gibt zudem Raum für eigene Vorstellungen: Was müsste sich im Ort ändern, damit sie fahren?

Diese Antwortmöglichkeiten sagen noch nichts darüber aus, welche Gründe besonders häufig vorkommen. Ihr Wert liegt zunächst darin, unterschiedliche Erfahrungen sichtbar machen zu können. Eine Kommune erhält so nicht nur Bewertungen bereits genutzter Wege. Sie kann auch Hinweise darauf bekommen, weshalb manche Fahrten bislang gar nicht stattfinden – und ob dafür die Straßenbedingungen oder andere Voraussetzungen eine Rolle spielen.

Ein Weg muss auch genutzt werden dürfen

Bei den Radfahrenden verbindet der Fragebogen die Straßenbedingungen mit dem Alltag. Er fragt nach sicheren und regengeschützten Abstellmöglichkeiten an der Schule und nach dem Sicherheitsgefühl auf dem Schulweg. Zu den möglichen Hindernissen gehören zugeparkte Schulwege und unübersichtliche Kreuzungen. Bei den Wünschen steht etwa eine Trennung vom Autoverkehr zur Auswahl. So können Jugendliche konkrete Schwierigkeiten benennen, statt ihren Ort nur pauschal zu bewerten.

Daneben steht eine Grenze, die ein Radwegplan nicht zeigt: Eltern erlauben bestimmte Wege nicht. Der Fragebogen nimmt diese Erfahrung auf, ohne Eltern dafür pauschal die Verantwortung zuzuschreiben. Für selbstständige Mobilität zählt schließlich nicht allein, ob eine Verbindung vorhanden ist, sondern auch, ob sie genutzt werden darf. Wie Familien Eigenständigkeit schrittweise begleiten können, erläutert unsere Vertiefung zum Schulweglernen zu Fuß und zu Laufgemeinschaften.

Mitmachen sollen vor allem 10- bis 20-Jährige. Die aktuelle Jugend-FAQ erlaubt ausdrücklich auch 9- und 21-Jährigen die Teilnahme; ab 16 können Jugendliche zusätzlich den allgemeinen Fahrradklima-Test ausfüllen. Die Altersgruppen sind also nicht strikt getrennt. Für den Jugendbogen nennt der ADFC etwa zehn Minuten. Er ist über das ADFC-Teilnahmeportal oder auf Papier zugänglich. Schulname und Geschlechtsangabe sind freiwillig.

Was Kommunen aus den Antworten lernen können

Die Stadt Vechta ruft seit dem 6. September zur Teilnahme auf und beschreibt die Ergebnisse als Hinweise für Infrastrukturverbesserungen. Dafür können die Antworten eine Grundlage liefern: Welche Hindernisse werden genannt, welche Veränderungen wünschen sich junge Menschen, und wo lohnt es sich, genauer hinzusehen? Eine Zusage für einen Umbau folgt aus der Befragung noch nicht.

Auch bei der Bewertung der Ergebnisse bleibt eine Unterscheidung wichtig. Der ADFC bezeichnet die allgemeine FKT-Stichprobe ausdrücklich als nicht repräsentativ für die örtliche Bevölkerung. Die neue, offen zugängliche Jugendbefragung sammelt ebenfalls Erfahrungen, keine objektiven Sicherheitsmessungen. Ein als unsicher empfundener Schulweg ist ein Anlass zur näheren Prüfung, aber noch kein Unfallnachweis.

Kommunen können solche Hinweise vor Ort untersuchen und mit weiteren Daten verbinden. Dabei verdient auch das Nichtfahren Aufmerksamkeit: Fehlt ein nutzbares Fahrrad, bleibt das durch eine bessere Kreuzung allein ungelöst. Werden Wege nicht erlaubt, gehört diese Einschränkung zum Bild der tatsächlich nutzbaren Verbindungen. Planung kann damit über die Bedingungen heutiger Radfahrten hinausblicken und gezielter fragen, welche Voraussetzungen für bislang ausbleibende Fahrten fehlen.

Quellen und weiterführende Informationen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.