Erneuerbare Energien

Das neue tado°-Thermostat spart vor allem einen Batteriewechsel

tado°s Smart Thermostat X (2. Gen.) bringt USB-C und Matter/Thread. Was Anlage, Abo und tado°s 22-Prozent-Angabe für Haushalte bedeuten.

Von Wolfgang

03. Sep. 20265 Min. Lesezeit

Das neue tado°-Thermostat spart vor allem einen Batteriewechsel

tado°s Smart Thermostat X (2. Gen.) bringt USB-C und Matter/Thread. Was Anlage, Abo und tado°s 22-Prozent-Angabe für Haushalte bedeuten.

Ein Heizthermostat mit USB-C löst keine Heizkostenfrage. Er kann aber eine lästige Wartungsstelle beseitigen. tado° bringt den Smart Thermostat X in zweiter Generation nun europaweit in den Handel: Das Wandgerät ist laut Hersteller 17,8 Millimeter dünn, hat einen wiederaufladbaren Akku und soll sich geführt per App einrichten lassen. Für Haushalte wird daraus erst dann ein sinnvoller Kauf, wenn Heizung, vorhandenes tado°-System und laufende Kosten zusammenpassen.

Die neue Generation ändert vor allem das Gerät und die Einrichtung. Matter und Thread gehören weiterhin zur X-Plattform, die kostenlose App bietet Fernsteuerung und Zeitpläne. Zusätzliche Automatisierungen bündelt tado° im kostenpflichtigen AI Assist. Der Preis liegt bei 3,99 Euro im Monat oder 29,99 Euro im Jahr. Der aktuelle Launch ist damit kein neuer Nachweis für niedrigere Heizkosten, sondern ein neues Paket für die Nachrüstung.

Weniger Batteriewechsel, aber keine einfachere Heizung

Das neue Modell ersetzt nach Angaben von tado° die AAA-Batterien des bisherigen Wandthermostats durch einen integrierten Akku, der über USB-C geladen wird. tado° nennt mehr als ein Jahr Laufzeit pro Ladung. Heise und ComputerBase bestätigen Akku und USB-C als Produktmerkmale, haben die Laufzeit aber nicht selbst über einen solchen Zeitraum gemessen.

Auch bei der Bedienung hat tado° nachgelegt: Ein Lichtring, eine programmierbare Taste auf der Oberseite und die geführte Installation sollen die Einrichtung zugänglicher machen. Das kann beim Nachrüsten helfen. Der Thermostat muss trotzdem zur vorhandenen Steuerung passen. Gerade bei einer Mietwohnung oder einer zentralen Anlage ist die Frage nach Zugang, Verdrahtung und Zuständigkeit oft wichtiger als das Gehäuse.

Vor dem Kauf steht der Blick auf die Anlage

Den Smart Thermostat X gibt es kabelgebunden und kabellos. Das einzelne kabelgebundene Gerät kostet laut tado° 119,99 Euro, das passende kabelgebundene Starter-Kit 179,99 Euro. Für das kabellose Starter-Kit nennt der Anbieter 199,99 Euro; ein kabelloser Temperatursensor kostet 99,99 Euro. Welches Set nötig ist, hängt von der bestehenden Heizungssteuerung ab.

tado° nennt Heizkessel mit Relay- oder OpenTherm-Anschluss, viele Wärmepumpen und wasserbasierte Fußbodenheizungen als Einsatzfelder. Daraus folgt keine Zusage für jede Anlage. Product Finder oder Support müssen die konkrete Kombination aus Kessel, Controller, Verdrahtung und Zonen prüfen. Wer bereits tado° nutzt, sollte außerdem auf die Produktreihe achten: X und V3+ sind unterschiedliche Plattformen und lassen sich nicht in einem technischen Setup kombinieren.

Ablaufgrafik verbindet Anlagenprüfung, Starter-Kit, X-Plattform, Thread-Verbindung, App-Funktionen und Heizperiodenvergleich
Die Originalgrafik ordnet die Prüfkette von der Heizungsanlage über Starter-Kit und X-Plattform bis zum Vergleich über eine Heizperiode. – durch KI erzeugt

Matter und Thread helfen bei der Einbindung

Matter ist ein Standard für die Kommunikation zwischen kompatiblen Smart-Home-Produkten. Thread ist das stromsparende Funknetz, über das X-Geräte und ein Border Router miteinander verbunden werden. Das kann die Einbindung in ein bestehendes Smart Home vereinfachen. Es ersetzt aber weder den Check der Heizung noch garantiert es eine störungsfreie Verbindung.

Für das X-System braucht ein Haushalt eine Bridge X oder einen kompatiblen Thread Border Router. Ein älteres V3+-Internet-Bridge ist dafür nicht automatisch der richtige Baustein. Diese Trennung wirkt zunächst technisch, kann aber den tatsächlichen Aufwand und Preis einer Nachrüstung verändern.

AI Assist bleibt ein Abo mit offenem Zusatznutzen

Die Basis-App steuert die Heizung aus der Ferne und erlaubt Zeitpläne. AI Assist ergänzt nach Angaben von tado° Geofencing, Vorheizen, Fenstererkennung, Wetteranpassung, adaptive Heizlogik und Energy IQ. Für Haushalte mit wechselnden Tagesabläufen können solche Funktionen praktisch sein. Ob sie gegenüber gut eingestellten Zeitplänen einen messbaren zusätzlichen Vorteil bringen, ist für die zweite Thermostatgeneration bisher nicht unabhängig untersucht.

Der Name AI sollte dabei nicht überbewertet werden. AI Assist gab es bereits für die X-Plattform, bevor das neue Wandthermostat erschien. Der aktuelle Fortschritt liegt daher vor allem in der Hardware und im Angebot rund um die Nachrüstung, nicht in einem neu belegten Verfahren zum Heizen.

Vierteilige Vergleichsgrafik trennt aktuelle Produktbelege, tado°-Kundenangabe, Fraunhofer-Simulation und offenen Langzeittest
Die Vergleichsgrafik trennt aktuelle Produktbelege von tado°s 22-Prozent-Kundenangabe, der Fraunhofer-Simulation und dem noch fehlenden Langzeitvergleich. – durch KI erzeugt

22 Prozent sind ein Mittelwert, keine Rechnung für die eigene Wohnung

tado° spricht von durchschnittlich 22 Prozent weniger Heizkosten in seiner Kundenbasis. Diese Zahl ist eine Anbieter- beziehungsweise Kundendatenangabe. Sie sagt nicht voraus, was ein bestimmtes Gebäude, eine Wärmepumpe oder eine Gastherme im nächsten Winter sparen wird.

Der Fraunhofer-IBP-Report 579 E liefert einen anderen, ebenfalls begrenzten Bezugspunkt: In einer 2022 veröffentlichten TRNSYS-17-Simulation errechnete das Institut für ein intelligentes tado°-Regelsystem 12 bis 28 Prozent weniger Heizenergie gegenüber einer definierten Referenzregelung, ohne Warmwasser. Das erklärt, warum Präsenz-, Wetter- und Fensterlogik grundsätzlich wirken können. Es ist aber keine Feldmessung der zweiten Generation und auch kein Test des AI-Assist-Abos.

tado° bietet für X-Heizprodukte, die ab dem 2. September 2026 gekauft wurden, zudem eine Energy Savings Promise an. Nach mindestens sechs Monaten aktiver Nutzung ist innerhalb von zwölf Monaten eine Rückgabe möglich; laut Anbieter ist kein Verbrauchs- oder Rechnungsnachweis erforderlich. Das senkt das Kaufrisiko. Eine Messung der tatsächlichen Einsparung ersetzt die Regel nicht.

Für Haushalte zählt der Vergleich über eine Heizperiode

Der neue Thermostat kann die Nachrüstung an einigen Stellen angenehmer machen: kein regelmäßiger Batteriewechsel, klarere Bedienung und eine geführte Einrichtung sind konkrete Verbesserungen. Wer mit einer passenden Anlage startet, kann außerdem ohne Abo bereits Fernsteuerung und Zeitpläne nutzen.

Ob sich Starter-Kit, Montage und AI Assist auszahlen, zeigt sich erst im eigenen Betrieb. Ein sinnvoller Vergleich berücksichtigt mindestens eine Heizperiode sowie Wetter, Anwesenheit, Raumtemperaturen, Heizsystem und aktive Funktionen. So wird aus einem allgemeinen Sparversprechen eine Frage, die sich für das eigene Zuhause tatsächlich beantworten lässt.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-09-03.