Auf einen Blick
Chinas neue Produktions- und Exportregeln für Polysilizium und Module erhöhen die Unsicherheit in den Lieferketten. Das wirkt direkt auf Solarpreise in Europa, weil Materialknappheit und Zölle die Modul-Kosten treiben können. Projektentwickler sollten Lieferanten diversifizieren und Preisrisiken absichern.
Das Wichtigste
- China diskutierte 2025 eine Plattform zum Aufkauf und Stilllegen großer Polysilizium‑Kapazitäten; regulatorische Eingriffe haben das Vorhaben zeitweise gestoppt.
- Weniger effektive chinesische Produktion oder Exportauflagen können die Modulpreise in Europa nach oben treiben; Schätzungen nennen Szenarien mit moderaten bis deutlichen Preissprüngen.
- Für Projektentwickler und Käufer empfiehlt sich kurzfristig Preisabsicherung, mittelfristig Lieferketten‑Diversifikation und Monitoring offizieller chinesischer Dokumente.
Einleitung
In den letzten Monaten hat China neue Regeln für Polysilizium‑Produktion und Exportpolitik vorangetrieben. Diese Maßnahmen, kombiniert mit höheren Zöllen in einigen Ländern, erhöhen die Relevanz für europäische Solarprojekte. Wer jetzt Ausschreibungen plant, sollte wissen, wie diese Entwicklungen die Preise und Lieferketten beeinflussen.
Was neu ist
Im Jahr 2025 diskutierten chinesische Hersteller eine Plattform mit rund CNY 50 Mrd., um Teile der Polysilizium‑Kapazität aufzukaufen und stillzulegen. Parallel legte die Standardisierungsbehörde Entwürfe für strengere Energieverbrauchsstandards vor. Anfang Januar 2026 intervenierte Chinas Wettbewerbshüter (SAMR) und stoppte Teile der geplanten Konsolidierung, was zu starken Marktreaktionen führte. Branchennahe Schätzungen nennen eine effektive Kapazität von etwa 2,4 Mio. t nach Anpassungen gegenüber rund 3,25 Mio. t Ende 2024. Die Exportmenge von China aus dem 1. Halbjahr 2024 (≈120.427 MW) stammt aus 2024 und ist damit mehr als zwei Jahre alt; sie zeigt jedoch die große Bedeutung chinesischer Exporte für Europa.
Was das bedeutet
Weniger verfügbare Polysilizium‑Kapazität oder neue Exportauflagen erhöhen die Preisvolatilität entlang der Wertschöpfungskette. Höhere Rohstoff‑ und Waferkosten schlagen auf Zell‑ und Modulpreise durch und können die Investitionskosten (CAPEX) für Solarprojekte in Europa erhöhen. Analysten nennen je nach Szenario moderate bis zweistellige prozentuale Anstiege bei Modulpreisen; solche Zahlen sind als Schätzungen zu verstehen. Für Endkunden und Betreiber heißt das: Projektkalkulationen können unsicherer werden, Ausschreibungen sollten Preisrisiken berücksichtigen, und Installateure sollten Lieferverträge mit Absicherungsmechanismen prüfen.
Wie es weitergeht
In den nächsten Wochen und Monaten sind zwei Dinge wichtig: Erstens die offiziellen Texte (z. B. von SAMR, Standardization Administration, MOFCOM) genau zu beobachten, denn konkrete Fristen und Ausnahmeregeln bestimmen die Wirkung. Zweitens prüfen EU‑Institutionen und Marktakteure mögliche Reaktionen, etwa stärkere Förderung lokaler Fertigung oder temporäre Beschaffungsanpassungen. Praktisch heißt das: Unternehmen sollten Szenarien für unterschiedliche Preis‑Shocks bauen, langfristige Lieferverträge verhandeln und alternative Quellen in Südostasien, Südkorea oder lokalen EU‑Fabriken qualifizieren.
Fazit
Chinas Produktions‑ und Exportpolitik erhöht die kurzfristige Unsicherheit für Solarpreise in Europa. Kurzfristig ist mit mehr Volatilität zu rechnen; mittelfristig müssen Marktteilnehmer ihre Lieferketten und Verträge anpassen.
Diskutieren Sie gern die Auswirkungen oder teilen Sie diesen Bericht, wenn Sie ihn nützlich finden.



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