Technik

Roman-Weltraumteleskop: NASA erwartet Treibstoff für mindestens 22 Jahre

Ein sparsames Flugmanöver und zusätzliche Reserven eröffnen Roman deutlich mehr mögliche Forschungszeit. Die Hauptkamera ist inzwischen eingeschaltet; die ersten wissenschaftlichen Bilder sollen Anfang 2027 folgen.

Von Wolfgang

16. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Roman-Weltraumteleskop: NASA erwartet Treibstoff für mindestens 22 Jahre

Ein sparsames Flugmanöver und zusätzliche Reserven eröffnen Roman deutlich mehr mögliche Forschungszeit. Die Hauptkamera ist inzwischen eingeschaltet; die ersten wissenschaftlichen Bilder sollen Anfang 2027 folgen.

Das Nancy Grace Roman Space Telescope könnte deutlich länger forschen als ursprünglich vorgesehen. Nach einer neuen Treibstoffbilanz der NASA vom 14. September reichen die Reserven voraussichtlich für mindestens 22 Jahre wissenschaftlichen Betrieb. Das ursprüngliche Budget deckte zehn Jahre ab: fünf Jahre Hauptmission und eine mögliche fünfjährige Verlängerung. Die neue Zahl beschreibt den Spielraum beim Treibstoff. Sie ist keine Zusage, dass das Observatorium tatsächlich so lange betrieben wird.

Ein kleines Manöver schafft große Reserve

Den ersten Beitrag lieferte eine Kurskorrektur am 31. August. Dafür hatte das Team 200 Kilogramm Treibstoff eingeplant; benötigt wurden laut NASA nur rund 18 Kilogramm. Dieser Vergleich gilt für das einzelne Manöver, nicht für den gesamten Tankinhalt. Die Behörde rechnet die Einsparung in etwa vier zusätzliche mögliche Betriebsjahre um.

Hinzu kommt Treibstoff, den Roman schon beim Start zusätzlich mitnehmen konnte. Das Observatorium war leichter als die konservative Masse, mit der die Missionsplanung gerechnet hatte. Dadurch benötigte es weniger Treibstoff für die Kurskorrektur, und es blieb Spielraum, die Tanks stärker zu füllen. Dieser zusätzliche Vorrat könnte laut NASA weitere rund vier Jahre ermöglichen.

Zwei Balken vergleichen 200 Kilogramm eingeplanten und rund 18 Kilogramm verbrauchten Treibstoff für Romans erste Kurskorrektur.
KI-generierte schematische Grafik nach NASA-Angaben. Die Werte beziehen sich ausschließlich auf das Manöver vom 31. August 2026.

Ein Teil der Rechnung liegt noch vor Roman

Weitere rund vier Jahre erhofft sich das Team durch Einsparungen bei der zweiten Kurskorrektur und beim Einschwenken in die endgültige Umlaufbahn. Diese Manöver stehen noch aus. Die zweite Korrektur ist nach dem aktuellen Plan für später im September vorgesehen, die Ankunft in der Zielbahn ungefähr Anfang Dezember.

Roman steuert eine Umlaufbahn um den zweiten Lagrange-Punkt, kurz L2, an. Auch dort bleibt Treibstoff nötig: Schon im Bericht zum ersten Kursmanöver beschreibt NASA regelmäßige kleine Bahnkorrekturen ungefähr alle 28 Tage. Was beim Anflug übrig bleibt, kann damit später helfen, das Teleskop länger an seinem Beobachtungsort zu halten.

Die Hauptkamera ist bereits eingeschaltet

Parallel geht die Vorbereitung der Beobachtungen weiter. Am 15. September meldete NASA die erfolgreiche Aktivierung des Wide Field Instrument, einer Infrarotkamera mit 300 Megapixeln. Sie soll große Himmelsgebiete detailliert erfassen und unter anderem die Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems sowie Untersuchungen der dunklen Energie unterstützen.

Die ersten Testaufnahmen zeigen noch unscharfe Sterne. Laut NASA entspricht das dem vorgesehenen Zustand während der Inbetriebnahme; Ausrichtung und Fokussierung folgen erst. Die ersten wissenschaftlichen Bilder erwartet die Behörde Anfang 2027. Die größere Treibstoffreserve erweitert also die Perspektive für spätere Forschung. Zunächst muss Roman seine Anreise, die Tests und die Kalibrierung abschließen.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.