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Pew-Umfrage: Jeder Zweite in Deutschland erwartet weniger Jobs durch KI

Eine neue internationale Erhebung zeigt verbreitete Erwartungen an einen schrumpfenden Arbeitsmarkt durch KI. Für Deutschland stehen 51 Prozent mit dieser Einschätzung nur 4 Prozent gegenüber, die mehr Jobs erwarten.

Von Wolfgang

19. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Pew-Umfrage: Jeder Zweite in Deutschland erwartet weniger Jobs durch KI

Eine neue internationale Erhebung zeigt verbreitete Erwartungen an einen schrumpfenden Arbeitsmarkt durch KI. Für Deutschland stehen 51 Prozent mit dieser Einschätzung nur 4 Prozent gegenüber, die mehr Jobs erwarten.

Künstliche Intelligenz wird nach Ansicht etwa jedes zweiten Erwachsenen in Deutschland in den nächsten 20 Jahren zu weniger Arbeitsplätzen im Land führen. Das geht aus einer am 17. September veröffentlichten Erhebung des Pew Research Center hervor. Gefragt wurde nach der Entwicklung des Arbeitsmarkts insgesamt, nicht nach dem möglichen Verlust des eigenen Jobs.

Der deutsche Befund passt in ein breites internationales Muster: In 34 der 37 untersuchten Länder erwarten mehr Menschen einen Rückgang als einen Zuwachs an Arbeitsplätzen durch KI. Das bedeutet keine absolute Mehrheit in jedem dieser Länder. Der Pew-Bericht beschreibt Erwartungen der Bevölkerung, keine gemessenen Beschäftigungsverluste.

Viele erwarten weniger Arbeitsplätze, andere bleiben unsicher

Die Originaltabelle zum Fragebogen macht die Verteilung in Deutschland genauer sichtbar. 51 Prozent erwarten weniger Arbeitsplätze, 4 Prozent mehr. 23 Prozent rechnen damit, dass KI kaum einen Unterschied macht, und 22 Prozent sind sich nicht sicher. Die Antwortmöglichkeiten bezogen sich ausdrücklich auf die kommenden 20 Jahre.

In Australien fällt der Anteil mit der Erwartung eines Rückgangs mit 76 Prozent deutlich höher aus, in den USA liegt er bei 71 Prozent. Aus diesen Länderwerten lässt sich kein Anteil an der gesamten Weltbevölkerung berechnen. Sie zeigen, dass die Einschätzungen je nach Land unterschiedlich ausfallen.

Vier gleich große Karten zeigen die deutschen Antworten: 51 Prozent weniger Arbeitsplätze, 4 Prozent mehr, 23 Prozent kaum Veränderung und 22 Prozent unsicher.
KI-generierte Informationsgrafik nach Pew Research Center, Frage Q57. Die Angaben beschreiben Erwartungen aus der Befragung im Frühjahr 2026, keine Prognose des Jobabbaus.

Die Veröffentlichung ist neu, die Antworten stammen aus dem Frühjahr

Außerhalb der USA befragte Pew zwischen dem 8. Februar und dem 13. Mai 2026 insgesamt 42.151 Menschen in 36 Ländern. Für die USA nutzt der Bericht zwei zusätzliche Erhebungen; die Arbeitsplatzfrage stammt dort aus dem Juni. Die Veröffentlichung bildet damit keine Reaktion auf einzelne KI-Ankündigungen dieser Woche ab.

Laut Methodenbeschreibung kamen je nach Land telefonische, persönliche oder Onlineinterviews zum Einsatz. Die US-Erhebung im Juni umfasste 3.488 Erwachsene. Die Ergebnisse sollen die erwachsene Bevölkerung des jeweiligen Landes abbilden. Sie sind weder eine Befragung ausschließlich von KI-Nutzern noch eine Bilanz von Unternehmen, die bereits Stellen gestrichen haben.

Veränderte Aufgaben bedeuten nicht automatisch gestrichene Stellen

Für die Einordnung hilft eine andere Art von Forschung. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO untersuchte in ihrem Index von 2025, welche beruflichen Tätigkeiten durch generative KI beeinflusst werden könnten. Nach dieser Untersuchung arbeitet weltweit etwa jeder vierte Beschäftigte in einem Beruf, dessen Aufgaben generative KI zumindest teilweise beeinflussen könnte. Weil viele Berufe weiterhin menschliche Arbeit erfordern, hält die ILO eine Veränderung der Tätigkeiten für wahrscheinlicher als den vollständigen Ersatz ganzer Jobs.

Der ältere Index misst etwas anderes als die neue Pew-Umfrage: technisch mögliche Veränderungen an Aufgaben statt Erwartungen zum Arbeitsmarkt. Für die aktuelle Debatte liefert Pew damit einen klaren Befund darüber, womit Menschen rechnen. Wie viele Stellen tatsächlich entstehen oder wegfallen, bleibt eine gesonderte Frage.

Das Titelbild ist ein KI-generiertes Symbolbild zur Arbeitswelt, keine Aufnahme einer befragten Person oder eines betroffenen Unternehmens.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.