Auf einen Blick
BOE meldet für eine kleine Testzelle 27,37 % Effizienz. Die Angabe stammt aus Firmenunterlagen und Fachberichten; eine unabhängige, öffentlich dokumentierte Zertifizierung fehlt derzeit. Der Befund betrifft Perowskit-Solarzellen und könnte die Kommerzialisierung beschleunigen, falls Messprotokolle und Stabilität bestätigt werden.
Das Wichtigste
- Hefei BOE Solar meldet eine kleine Perowskit-Zelle mit 27,37 % Zellwirkungsgrad.
- Parallel berichtet das Unternehmen von Pilotmodulen (2,88 m²) mit 579 W Leistung und 20,11 % Flächenwirkungsgrad.
- Unabhängige Bestätigung und Messprotokolle (stabilisierter MPP, Prüfstand) sind bisher nicht öffentlich genannt.
Einleitung
Die Meldung von BOE über 27,37 % betrifft eine kleine Laborzelle und wurde Anfang Januar 2026 in Branchenmedien zitiert. Sie ist relevant, weil Perowskit-Solarzellen hohe Effizienz bei geringem Materialbedarf versprechen. Wichtige Fragen sind nun: Wurden die Werte stabilisiert gemessen und lassen sie sich auf Module übertragen?
Was neu ist
BOE (Hefei BOE Solar Technology) hat eine maximale Zellwirkungsgrad-Angabe von 27,37 % für eine kleine Perowskit-Zelle veröffentlicht. In derselben Mitteilung nennt das Unternehmen Pilotmodul-Daten: ein starres Modul mit 2,88 m² Fläche, 579 W Nennleistung und einem Flächenwirkungsgrad von 20,11 %. Weiterhin wurden flexible Zellen mit Laborwerten um 21,39 % und Pilotmodulen mit etwa 16,60 % genannt. Die Berichte stammen aus Firmenunterlagen und Fachmeldungen; namentlich genannte, unabhängige Prüflabore oder vollständige Messprotokolle wurden bislang nicht öffentlich vorgelegt.
Was das bedeutet
Wird die 27,37 %‑Zahl bestätigt, läge sie über bisher dokumentierten Spitzenwerten für einzelne Perowskit‑Zellen in manchen Listen und nahe an den besten unabhängigen Einträgen (NREL führt Single‑Junction-Perowskit-Werte um ~26,70 % für 2025). Entscheidend ist aber der Unterschied zwischen kleinen Laborzellen und großflächigen Modulen: Laborwerte lassen sich beim Skalieren oft nicht vollständig erreichen. Für Nutzer und Investoren heißt das: Potenzial für höhere Modulleistung existiert, praktische Vorteile hängen aber von Stabilität, Zertifizierung und Kosten der Serienfertigung ab. Außerdem bleibt unklar, ob es sich um einen stabilisierten MPP‑Wert oder einen kurzfristigen Peak handelt — das beeinflusst die Alltagstauglichkeit stark.
Wie es weitergeht
Die nächsten Schritte sind klar: Veröffentlichung der vollständigen Messprotokolle, namentliche Nennung des Prüf‑/Zertifizierungslabors und unabhängige Replikation der Messung. Standardprüfstellen wie NREL oder akkreditierte nationale Labore prüfen Werte für die offizielle Einordnung. Parallel gilt es, die Pilotlinien und Modultests (Langzeitstabilität bei UV, Feuchte und Wärmezyklen) zu dokumentieren. Für die Branche bedeutet das: Innerhalb von Monaten könnten Laborwerte bestätigt oder relativiert werden; die Überführung in serienreife Module dauert in der Regel länger, oft mehrere Quartale bis Jahre.
Fazit
Die Meldung zu 27,37 % ist ein interessantes technisches Signal, aber noch keine unabhängige Bestätigung eines neuen, dauerhaft anwendbaren Rekords. Entscheidend sind Messprotokolle, Stabilitätsdaten und die Frage, wie gut sich Laborwerte auf Module übertragen lassen.
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