Perowskit‑Solarmodule: Rekord‑Stabilität rückt näher

Zuletzt aktualisiert: 15. January 2026
Berlin, 15. January 2026

Auf einen Blick

Perowskit-Solarmodule nähern sich praktikabler Stabilität: Laborrekorde zeigen deutlich bessere Haltbarkeit und höhere Effizienz. Wichtige Fortschritte (z. B. NREL‑Minimodul 24 % und Studien zur UV‑Resistenz) machen perowskitbasierte Module für Feldtests attraktiver, aber großflächige Langzeitdaten fehlen noch.

Das Wichtigste

  • Laborteams erzielten 2025 ein perowskitbasiertes Minimodul mit zertifizierter Effizienz von 24 %.
  • Peer‑reviewte Studien zeigen verbesserte UV‑Beständigkeit und T90‑Werte in beschleunigten Tests, aber meist für kleine Flächen.
  • Feld‑ und großflächige Modul‑Daten über viele Tausend Stunden sind derzeit noch nicht breit verifiziert.

Einleitung

Forschende und Firmen melden 2024–2025 deutliche Fortschritte bei Perowskit‑Solarzellen. Aktuell steht das Thema Stabilität im Vordergrund: Laborergebnisse zeigen, dass Perowskit‑Bauteile länger halten können. Das ist wichtig, weil Haltbarkeit entscheidet, ob Perowskit‑Module im Alltag mit Silizium konkurrieren können.

Was neu ist

Im Jahr 2025 berichtete das US‑Labor NREL gemeinsam mit Partnern von einem perowskitbasierten Minimodul mit einer zertifizierten Effizienz von 24 %. Parallel dokumentierten Forschungsteams 2024 Verbesserungen bei Materialschnittstellen, die die UV‑Empfindlichkeit deutlich verringern können. In kontrollierten, beschleunigten Tests erreichten einige Zellen und kleine Minimodule viele Tausend Stunden bis zu T90‑Werten (90 % der Anfangsleistung) — diese Messungen beziehen sich aber meist auf Laborbedingungen und kleine Flächen.

Wichtig ist: Firmen wie Oxford PV meldeten ebenfalls hohe Modul‑Effizienzen in den Vorjahren, und mehrere Labore veröffentlichen verbesserte Encapsulation‑Methoden. Die aktuellen Ergebnisse sind damit ein Mix aus Leistungsrekorden und gezielten Stabilitätsverbesserungen in Laboraufbauten.

Was das bedeutet

Für Anwender und Installateure heißt das: Perowskit‑Solarmodule kommen der Alltagstauglichkeit näher, aber sie sind noch nicht flächendeckend bewiesen. Verbesserte Schichten und Versiegelungen können typische Degradationspfade verlangsamen. Dennoch unterscheiden sich Labor‑ und Feldbedingungen stark: UV‑Anteil, Temperaturzyklen und Feuchtigkeit wirken draußen anders als in LED‑basierten Indoor‑Tests.

Für Investoren und Hersteller bleibt die Hauptfrage die Bankbarkeit: Langzeitgarantien und Serienproduktion erfordern unabhängige Felddaten über Jahre sowie IEC‑/ISOS‑konforme Tests. Kurz gesagt: Der technologische Durchbruch ist in Reichweite, die Marktreife hängt aber weiterhin an reproduzierbaren Langzeitdaten.

Wie es weitergeht

Der nächste Schritt sind unabhängige Felderprobungen und standardisierte Dauerprüfungen. Forschungszentren und Hersteller planen kombinierte Testreihen: beschleunigte Laborprüfungen mit spektral angepasstem Licht und parallel reale Outdoor‑Runs unter MPP‑Bedingungen. Diese Daten sind nötig, um Aussagen wie “T90 ≥ 10.000 Stunden” belastbar zu machen.

Praktisch heißt das: Sie werden in den kommenden Monaten und Jahren Pilotanlagen sehen, bei denen Perowskit‑Minimodule auf Dächern und Prüf‑feldern laufen. Die Branche setzt auf Transparenz bei Prüfprotokollen (ISOS/IEC) und auf unabhängige Bestätigung durch etablierte Labore, bevor breite Garantieversprechen ausgesprochen werden.

Update: 13:35 – Keine Ergänzungen.

Fazit

Perowskit‑Solarmodule zeigen 2024–2025 messbare Stabilitätsfortschritte — sowohl bei Effizienz als auch bei UV‑Resistenz. Entscheidend bleibt aber die unabhängige Verifizierung durch großflächige Feldtests über längere Zeiträume.


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