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Park(ing) Day in Essen: Platz für Nachbarschaft und Kinder

Am 18. September werden in Essen drei Stellplätze zum Nachbarschaftstreff und ein Straßenabschnitt zum Spielraum. Was wo und wann geplant ist.

Von Wolfgang

09. Sep. 20264 Min. Lesezeit

Park(ing) Day in Essen: Platz für Nachbarschaft und Kinder

Am 18. September werden in Essen drei Stellplätze zum Nachbarschaftstreff und ein Straßenabschnitt zum Spielraum. Was wo und wann geplant ist.

Drei Pkw-Stellplätze am Frohnhauser Platz sollen am Freitag, 18. September 2026, zum Sitzen, Gestalten und Reden einladen. In Holsterhausen ist am selben Tag ein Straßenabschnitt als Spielraum vorgesehen. Zum Essener Park(ing) Day lässt sich damit an zwei Orten erleben, wofür Straßenraum außer zum Abstellen und Fahren von Autos dienen kann.

Drei Stellplätze für die Nachbarschaft

Am Frohnhauser Platz gegenüber Hausnummer 1 wollen Anwohnende von 15 bis 22 Uhr einen Nachbarschaftstreff einrichten. Die private Initiative plant, dafür drei Pkw-Stellplätze direkt am Platz zu nutzen. Ein Pavillon und gemütliche Sitzmöbel sollen die Fläche zum Aufenthaltsort machen; Teppich oder Rollrasen sind als mögliche Ergänzung vorgesehen. Aus der Parkfläche wird also kein neuer, dauerhaft angelegter Platz, sondern ein Treffpunkt für einen Nachmittag und Abend.

Die Initiative setzt dabei nicht nur darauf, dass Gespräche von selbst entstehen. Als eine Möglichkeit zum Austausch nennt das Programm moderierte Gespräche an einer Pinnwand. Damit ist neben dem zwanglosen Zusammensitzen auch ein gemeinsames Gesprächsangebot geplant. Welche Themen dort zur Sprache kommen sollen, legt die Ankündigung nicht fest.

Wer lieber etwas gestaltet, soll dafür ebenfalls Raum finden. Vorgesehen sind kreative Angebote an Tischen, etwa Malen, Zeichnen und Basteln. Auch der Boden kann Teil der Aktion werden: Mit wasserlöslicher Straßenkreide soll die Fläche bemalt werden können. Gerade dieses Material passt zur befristeten Nutzung, denn die Gestaltung ist nicht als dauerhafte Veränderung des Straßenraums angelegt.

Für den Rahmen sind leise Begleitmusik aus einer Musikbox und, ab der Dämmerung, Teelichter auf den Tischen sowie batteriebetriebene Lichterketten angekündigt. Das Programm reicht damit über die Mitmachangebote am Nachmittag hinaus. Die Details zeigen, wie die Anwohnenden aus einer Fläche zum Abstellen von Autos einen gemeinsam nutzbaren Ort machen möchten: mit Sitzgelegenheiten, Möglichkeiten zum Gestalten und einem Angebot zum Austausch.

In der Cranachstraße braucht das Spielen eine Sperrung

In Holsterhausen steht eine andere Nutzung im Mittelpunkt. Die städtische Kita Barthel-Bruyn-Straße plant am 18. September von 16 bis 18:30 Uhr eine temporäre Spielstraße. Veranstaltungsort ist dabei nicht die Straße im Namen der Kita, sondern die Cranachstraße im Abschnitt zwischen den Hausnummern 11a und 28. Wer die Aktion besuchen möchte, sollte sich deshalb an dieser Adresse orientieren.

Für das Vorhaben soll der Straßenabschnitt einige Stunden für den Autoverkehr gesperrt und für Aufenthalt und Spielen freigegeben werden. Anders als am Frohnhauser Platz geht es hier nicht nur um Stellplätze. Auch die Fläche, auf der sonst Autos fahren können, soll vorübergehend anders genutzt werden. Die Sperrung schafft dafür die notwendige Trennung vom Autoverkehr.

Das Angebot richtet sich an Anwohnende, Fußgänger und Kinder. Im Programm stehen Spielen, Chillen, Essen, Trinken und Quatschen. Daraus lässt sich allerdings keine kostenlose Verpflegung ableiten. Die Kita verbindet mit der Aktion das Ziel, Kindern mehr Raum für sicherere und selbstständigere Bewegung zu geben. Zugleich soll sich die Gelegenheit ergeben, mit Menschen aus der Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen.

Die beiden Veranstaltungen überschneiden sich zeitlich, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte: Am Frohnhauser Platz organisiert eine Nachbarschaftsinitiative einen Treffpunkt auf drei Stellplätzen, in der Cranachstraße ermöglicht eine vorübergehende Sperrung die Nutzung eines Straßenabschnitts zum Spielen. Mehr Sicherheit und selbstständigere Bewegung sind dabei Ziele der Kita-Aktion, noch keine gemessenen Ergebnisse.

Ein Aktionstag ist noch kein Straßenumbau

Beide Vorhaben gehören zur Europäischen Mobilitätswoche, an der Essen vom 16. bis 22. September teilnimmt. Das Umweltbundesamt nennt die Umnutzung von Parkplätzen und Straßenraum als eine Aktionsform dieser Woche. Die Essener Beispiele zeigen zwei konkrete Varianten davon. Bislang handelt es sich um Ankündigungen; wie die Angebote angenommen werden, lässt sich dem Programm noch nicht entnehmen.

Was wäre nötig, um solche Flächen dauerhaft anders aufzuteilen? Dann geht es über die Organisation eines Aktionstages hinaus um Planung und die Abwägung verschiedener Flächenansprüche. Einen Einblick gibt das unabhängige Berliner Beispiel zur frühzeitigen Einplanung von Bäumen und Regenwasser beim Straßenumbau. Eine entsprechende dauerhafte Umgestaltung ist mit den beiden Essener Aktionen nicht angekündigt.

Am 18. September wird zunächst ein praktischer Unterschied sichtbar: Für den Nachbarschaftstreff werden drei Stellplätze zeitweise umgenutzt und ausgestattet. Für die Spielstraße muss dagegen der Autoverkehr aus einem ganzen Abschnitt herausgehalten werden. Beide Vorhaben nutzen vorhandene Fläche, verlangen aber unterschiedliche Eingriffe – je nachdem, ob dort Menschen zusammensitzen oder Kinder auf der Straße spielen sollen.

Quellen und weiterführende Informationen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.