NASA hat SpaceX mit drei weiteren Besatzungsflügen zur Internationalen Raumstation ISS beauftragt. Für Crew-15, Crew-16 und Crew-17 samt zugehörigen Leistungen sind insgesamt 946 Millionen US-Dollar vereinbart. Laut der Mitteilung vom 18. September sollen die Missionen 2027 und 2028 einsatzbereit sein; der Leistungszeitraum reicht bis 2030. Feste Starttage nennt die Behörde nicht.
Die Summe bezahlt mehr als drei Raketenstarts. Zum Paket gehören Bodenbetrieb, Flug und Betrieb im Orbit, Rückkehr, Bergung und Frachttransport. Solange die Kapsel an der ISS angedockt ist, gehört auch ihre Funktion als Rettungsfahrzeug dazu. Ein Preis pro Astronaut lässt sich aus dieser Gesamtsumme deshalb nicht einfach ablesen.
Transport als Dienstleistung
Mit der Erweiterung steigt die Zahl der bei SpaceX beauftragten Missionen im betreffenden NASA-Programm auf 17. Der Vertragswert beträgt nun insgesamt 5,92 Milliarden Dollar. Im Mai hatte NASA zunächst ihre Kaufabsicht angekündigt; jetzt meldet sie die Vergabe.
Das Geschäftsmodell erklärt die NASA-Prüfstelle Office of Inspector General: Die Unternehmen besitzen ihre Fahrzeuge, die Behörde kauft Transportleistungen. Für die Forschung im All zählt dabei die gesamte Verbindung zwischen Erde und Station. Ein erfolgreicher Start allein bringt eine Besatzung noch nicht wieder nach Hause.

Ein zweites US-System bleibt eine offene Aufgabe
Zusätzliche Flüge lösen allerdings nicht automatisch das Problem einer technischen Alternative. In ihrem Überblick vom 10. September hält die Prüfaufsicht fest: SpaceX besitzt die erforderliche Zulassung seit 2020, Boeings Starliner hat sie weiterhin nicht. Bei dessen Tests traten unter anderem Heliumlecks und Probleme mit dem Antrieb auf.
Bereits im Juni hatte die Prüfstelle festgestellt, dass NASA noch nicht genügend Flüge für die volle Besatzungsversorgung bis 2030 bestellt hatte. Der neue Auftrag ergänzt dieses Flugangebot. Ob damit jeder spätere Bedarf gedeckt ist, geht aus der Septembermitteilung nicht hervor.
Für NASA bleiben somit zwei Aufgaben: genügend Missionen bestellen und unterschiedliche einsatzfähige Transportsysteme verfügbar halten. Die drei SpaceX-Flüge betreffen die erste. Eine Zulassung für Starliner ersetzen sie nicht.
Titelbild: KI-generiertes Symbolbild einer Raumkapsel bei einer Raumstation, keine Aufnahme einer der bestellten Missionen.
Quellen
- NASA, Mark A. Garcia: NASA Awards SpaceX Three Crew Flights to Space Station, 18. September 2026.
- NASA Office of Inspector General: NASA’s Commercial Crew Program Faces Schedule Delays, Cost Increases, and Safety Challenges, 30. Juni 2026.
- NASA Office of Inspector General: Unlocking the Future Space Economy Through NASA’s Commercial Crew and Cargo Transportation Programs, 10. September 2026.
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