Mikrowindanlagen: Wann sie sich wirklich lohnen
Einleitung
Viele Hausbesitzer fragen: Lohnt sich eine kleine Windturbine neben der Photovoltaik? Kurz: Meist nicht. Mikrowindanlagen sind stark standortabhängig; schon kleine Unterschiede in der mittleren Windgeschwindigkeit wirken sich durch die v^3‑Abhängigkeit massiv auf den Jahresertrag aus. Turbulenzen, Hindernisse und zu geringe Hubhöhen sind häufige Gründe für geringe Renditen.
Wie Ertrag entsteht und was ihn steuert
Mikrowindanlagen haben Nennleistungen von wenigen hundert Watt bis einigen Kilowatt. Wichtige Einflussgrößen sind:
- mittlere Windgeschwindigkeit in Nabenhöhe,
- Hubhöhe des Mastes oder der Dachmontage,
- Turbulenz und freie Anströmung.
In Innenlagen sind mittlere Windgeschwindigkeiten in 10 m Höhe oft unter 4,0 m/s; typische Jahreserträge auf Dächern liegen häufig im Bereich von ~100–400 kWh. Freie Mastlagen mit 12–24 m können deutlich höhere Erträge liefern (einige 1.000 kWh/Jahr), wenn die Umgebung offen ist.
Praxisfälle: Dach, Hof, Freifläche
Auf Dächern in Siedlungsbereichen sind Photovoltaik und Speicher in der Regel wirtschaftlich robuster. Mikrowind lohnt eher bei exponierten Maststandorten, in landwirtschaftlichen Betrieben oder auf freier Fläche. Wichtige Schritte vor einer Investition:
- Mindestens 12 Monate Messung in der geplanten Nabenhöhe;
- konservative Ertragsannahmen (keine Herstellerhöchstwerte);
- Berücksichtigung aller Nebenkosten (Montage, Fundament, Wartung, Genehmigung, Schallschutz).
Ein Beispiel: Eine 1 kW‑Anlage mit 1.000 Volllaststunden liefert ~1.000 kWh/Jahr. Bei CAPEX von ~6.000 €/kW ist die Wirtschaftlichkeit stark standortabhängig.
Fazit
Mikrowindanlagen sind kein Allheilmittel. Sie können in klar definierten Fällen sinnvoll sein (exponierte Masten, offene Gelände, gemeinschaftliche Projekte). Entscheidend sind valide Messdaten, konservative Rechnungen und Beachtung lokaler Anforderungen. In innerörtlichen Dachlagen ist Photovoltaik meist die bessere Wahl.




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