Erneuerbare Energien

Australiens Liddell-Batterie: Vollbetrieb für 500 Megawatt gemeldet

Am früheren Kohlekraftwerksstandort Liddell soll der große Batteriespeicher jetzt mit seiner vorgesehenen Kapazität arbeiten. Seine gespeicherte Energie reicht rechnerisch für zwei Stunden bei voller Leistung.

Von Wolfgang

20. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Australiens Liddell-Batterie: Vollbetrieb für 500 Megawatt gemeldet

Am früheren Kohlekraftwerksstandort Liddell soll der große Batteriespeicher jetzt mit seiner vorgesehenen Kapazität arbeiten. Seine gespeicherte Energie reicht rechnerisch für zwei Stunden bei voller Leistung.

Für die 500-Megawatt-Batterie am australischen Standort Liddell ist der vollständige kommerzielle Betrieb gemeldet worden. Die Regierung von New South Wales veröffentlichte am 18. September eine entsprechende Aussage des Betreibers AGL. Auch der Netzanschlusspartner Lumea bestätigt den Vollbetrieb. Der Speicher nutzt vorhandene Energieinfrastruktur neben dem ehemaligen Kohlekraftwerk, das 2023 geschlossen wurde.

Damit verändert sich die Aufgabe des Standorts: Die Batterie nimmt Strom auf, wenn er verfügbar ist, und gibt ihn bei Bedarf wieder ins Netz ab. Sie kann die Bereitstellung von Strom zeitlich verschieben. Wie lange das bei hoher Leistung möglich ist, hängt von ihrem Energieinhalt ab.

500 Megawatt für rechnerisch zwei Stunden

Die NSW-Regierung nennt für Liddell eine Leistung von 500 Megawatt und eine Speicherkapazität von 1.000 Megawattstunden. Die erste Zahl beschreibt, wie viel Leistung die Anlage bereitstellen kann. Die zweite gibt die gespeicherte Energiemenge an. Aus beiden Nennwerten ergeben sich rechnerisch zwei Stunden bei voller Leistung: 1.000 Megawattstunden geteilt durch 500 Megawatt.

Ein Batteriesymbol mit 1.000 MWh, ein Leistungspfeil mit 500 MW und eine Uhr mit zwei Stunden erläutern die Nennwerte des Liddell-Speichers.
KI-generierte schematische Erklärung der Nennwerte: zwei Stunden ergeben sich rechnerisch bei voller Leistung. Keine Messung eines konkreten Entladevorgangs.

Die Batterie kann so Zeiten hohen Strombedarfs überbrücken, muss aber anschließend wieder geladen werden. Aus der Größe folgt deshalb kein zeitlich unbegrenzter Ersatz für ein Kraftwerk. Ebenso wenig belegen die Betriebsmitteilungen eine bestimmte Ersparnis auf der Stromrechnung.

Vollbetrieb nach schrittweiser Inbetriebnahme

Die neue Meldung bedeutet nicht, dass Liddell erst im September erstmals Strom liefern konnte. Auf seiner Projektseite nennt AGL bereits Juni 2026 als Beginn der kommerziellen Verfügbarkeit, nach einer schrittweisen Inbetriebnahme. In der Regierungsmitteilung vom 18. September spricht AGL dagegen davon, in diesem Monat den vollständigen kommerziellen Betrieb erreicht zu haben. Welche zusätzlichen Schritte dazwischen lagen, erläutern die Mitteilungen nicht.

Lumea, Teil der Transgrid-Gruppe, beschreibt den nun gemeldeten Zustand als Betrieb mit der vorgesehenen Kapazität. Das Unternehmen war für Planung, Bau, Tests und Inbetriebnahme der Anschlussinfrastruktur zuständig. Seine Bestätigung stammt somit von einem Projektbeteiligten; eine unabhängige Messreihe zur Leistung der Batterie enthalten diese Quellen nicht.

Der Fortschritt liegt damit beim Betrieb einer bereits bekannten Anlage. Für den Umbau der Stromversorgung ist das ein konkreter Schritt: Vorhandene Kraftwerksinfrastruktur wird für einen Speicher genutzt, dessen Beitrag durch Leistung und verfügbare Energiemenge bestimmt bleibt.

Titelbild: KI-generiertes Symbolbild eines Großbatteriespeichers mit Netzanbindung; keine Originalaufnahme von Liddell.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.