Automobil

Hyundai kündigt AllDayEnergy an – im UK ist zunächst smartes Laden geplant

Hyundai bündelt V1G, V2G und V2H unter AllDayEnergy. Im UK ist später 2026 zunächst zeitgesteuertes Laden über die Kia App geplant.

Von Wolfgang

25. Juli 20266 Min. Lesezeit

Hyundai kündigt AllDayEnergy an – im UK ist zunächst smartes Laden geplant

Hyundai bündelt V1G, V2G und V2H unter AllDayEnergy. Im UK ist später 2026 zunächst zeitgesteuertes Laden über die Kia App geplant.

AllDayEnergy klingt nach Strom aus dem Auto für Haus und Netz. Der erste Schritt fällt aber deutlich kleiner aus: Im Vereinigten Königreich ist für später 2026 zunächst zeitgesteuertes Laden über die Kia App vorgesehen. Ein allgemein nutzbarer V2G- oder V2H-Dienst ist damit noch nicht bestätigt.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Hyundai Motor Group stellte AllDayEnergy am 24. Juli 2026 als gemeinsame Marke für V1G, V2G und V2H vor.
  • Der erste konkret benannte Schritt betrifft das Vereinigte Königreich: V1G über die Kia App, angekündigt für später 2026.
  • V1G verschiebt den Ladezeitpunkt; V2G und V2H brauchen zusätzliche Technik, Marktregeln und Freigaben.
  • Für Deutschland gibt es weder einen Starttermin noch eine bestätigte Liste kompatibler Fahrzeuge, Wallboxen oder Tarife.

Eine große Marke, ein kleiner erster Schritt

Hyundai Motor Group hat AllDayEnergy als globale Identität für Energiedienste rund um Elektroautos angekündigt. Unter diesem Namen sollen zeitgesteuertes Laden, Rückspeisung ins Stromnetz und die Versorgung eines Hauses zusammengeführt werden. Für Fahrerinnen und Fahrer ist vor allem relevant, was davon im eigenen Alltag tatsächlich nutzbar wird.

Der belastbar benannte erste Schritt ist V1G im Vereinigten Königreich. Die Funktion soll später 2026 über die Kia App eingeführt werden. Die Herstellermitteilung enthält zum Zeitpunkt einen Widerspruch zwischen einem Verweis auf das zweite Quartal und Formulierungen wie „zweite Jahreshälfte“ beziehungsweise „später in diesem Jahr“. Deshalb bleibt nur diese enge Aussage sauber: Das UK kommt zuerst, der Zeitpunkt ist später 2026 angekündigt.

AllDayEnergy ist damit zunächst eine Dachmarke und ein Rolloutplan, kein Beleg dafür, dass Kundinnen und Kunden am Tag der Mitteilung bereits Strom aus ihrem Auto ins Netz oder ins Haus geben können.

Was V1G, V2G und V2H jeweils bedeuten

V1G steuert das Laden in eine Richtung. Das Fahrzeug zieht Strom, aber möglichst zu einem passenden Zeitpunkt. Das kann helfen, Ladezeiten an einen Tarif oder an die Auslastung des Netzes anzupassen. Strom fließt dabei nicht zurück.

V2G steht für Vehicle-to-Grid. Dabei könnte ein geeignetes Fahrzeug Energie wieder ins Stromnetz abgeben. Dafür müssen Fahrzeug, Ladepunkt, Messung, Tarif, Netzregeln und Freigaben zusammenpassen. Aus der AllDayEnergy-Ankündigung folgt kein bereits nutzbarer V2G-Dienst für das UK oder Deutschland.

V2H beschreibt die Versorgung eines Hauses aus der Fahrzeugbatterie. Auch das hängt von Markt, Modell, Hardware und regionaler Umsetzung ab. Eine allgemeine Zusage zu Notstrom, Dauer oder Batteriegarantie enthält die aktuelle Ankündigung nicht.

Erklärgrafik mit Netzanschluss, Wandbox und Elektroauto; alle Pfeile führen nur zum Fahrzeug.
Die Grafik zeigt V1G als Laden nach Zeitplan ohne Rückspeisung aus dem Fahrzeug – durch KI erzeugt

Was angekündigt ist – und was offen bleibt

Bereich Öffentlich angekündigt Noch offen
Start UK zuerst, später 2026; V1G über die Kia App Genauer Termin und reale Kundennutzung
Funktionen AllDayEnergy bündelt V1G, V2G und V2H als Markenrahmen Welche bidirektionalen Dienste wo tatsächlich verfügbar werden
Kompatibilität Keine allgemeine Liste veröffentlicht Fahrzeuge, Modelljahre, Wallboxen, Tarife und Partner
Deutschland Europa gehört zur geplanten weiteren Expansion Starttermin, lokale Hardware- und Tarifbedingungen

Warum App allein nicht reicht

Eine App kann Ladefenster vorgeben. Für den Alltag reicht das nicht automatisch. Das Fahrzeug muss die Funktion unterstützen, der Ladepunkt muss passend angebunden sein, und der Tarif muss die Steuerung überhaupt abbilden. Bei Rückspeisung kommen Messkonzept, Netzentgelte, steuerliche Fragen und die Steuerung im lokalen Stromnetz hinzu.

Genau dort liegt der Unterschied zwischen einem Markenversprechen und einem nutzbaren Dienst. Hyundai nennt mit AllDayEnergy den gemeinsamen Rahmen. Welche Kombination im jeweiligen Land tatsächlich funktioniert, wird erst mit konkreten Produkt-, Partner- und Marktinformationen sichtbar.

Regionale Beispiele sind keine Freigabe für alle

Hyundai verweist auf frühere oder laufende Aktivitäten in Jeju, den Niederlanden und den USA. Sie zeigen, dass die Gruppe V2X in unterschiedlichen Formen erprobt. Sie lassen sich aber nicht einfach auf das Vereinigte Königreich oder Deutschland übertragen.

In den Niederlanden läuft nach Angaben von Vattenfall ein auf bis zu 80 ausgewählte Haushalte begrenzter V2G-Pilot. Er nutzt Kia EV9 oder Hyundai IONIQ 9, einen bidirektionalen Ladepunkt und sechs Monate Erprobung. Das ist ein konkreter Test unter klaren Bedingungen, aber keine allgemeine AllDayEnergy-Kompatibilitätszusage.

Deutschland braucht eigene Antworten

Für Deutschland ist der Markenstart deshalb vor allem ein Signal, nicht mehr. Der bei dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie veröffentlichte Bericht der Arbeitsgruppe WG 3a beschreibt weiterhin Fragen zu Messung, Netzentgelten, Steuern und der Koordination im Niederspannungsnetz. Die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses verweist ebenfalls auf Interoperabilität zwischen Auto, Ladeinfrastruktur und Stromnetz. Sie ist jedoch kein unmittelbar geltendes Gesetz.

Eine geplante europäische Expansion beantwortet diese Punkte nicht. Sie bestätigt weder einen Deutschlandstart noch einen bestimmten Tarif oder eine Hardwarefreigabe. Wer auf AllDayEnergy wartet, braucht daher konkrete Angaben für das eigene Fahrzeug, den Ladepunkt und den jeweiligen Stromvertrag.

Redaktionelles Stillleben vereint unbeschriftetes Elektroauto-Zubehör, Wandboxskizze, Stromzähler und Hausanschluss.
Fahrzeug, Ladepunkt, Tarif und Netzumfeld müssen für weitergehende Energiedienste zusammenpassen – durch KI erzeugt

FAQ

Kann AllDayEnergy im UK schon genutzt werden?

Die aktuelle Ankündigung nennt für später 2026 zunächst V1G über die Kia App. Ein allgemein nutzbarer Dienst am 24. Juli 2026 ist damit nicht belegt.

Welche Hyundai- oder Kia-Modelle sind kompatibel?

Für AllDayEnergy liegt keine allgemeine Fahrzeug- oder Wallboxliste vor. Die im niederländischen Pilot genannten Modelle EV9 und IONIQ 9 belegen nur diese begrenzte Konstellation.

Bringt das sicher Geld oder Notstrom?

Nein. Für AllDayEnergy sind keine individuellen Einsparungen, Vergütungen, Erlöse oder Notstromdauer veröffentlicht. Solche Wirkungen hängen von Technik, Tarif und örtlichen Regeln ab.

Was die Ankündigung praktisch verändert

AllDayEnergy ordnet bei Hyundai und Kia mehrere Energiefunktionen unter einem Namen. Das erleichtert es, die Richtung der Entwicklung zu verstehen. Für den konkreten Kauf- oder Ladealltag entsteht daraus noch keine pauschale Zusage.

Der erste angekündigte Schritt bleibt bewusst überschaubar: zeitgesteuertes Laden im UK, später 2026. Ob daraus V2G oder V2H für weitere Märkte wird, entscheidet sich an den jeweiligen Fahrzeugen, Ladepunkten, Tarifen und Regeln. Genau diese Details fehlen bislang.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-07-25