SepTech startet am 1. September 2026 unter Koordination des Universitätsklinikums Freiburg. Der Verbund will Erreger und antimikrobielle Resistenzen bei Sepsis schneller erfassen. Für die Versorgung zählt später jedoch nicht das Lichtsignal allein, sondern ein Befund, der aus einer echten Blutprobe rechtzeitig bei der Behandlung hilft.

Der Start schafft einen Prüfauftrag, keinen fertigen Test
CORDIS führt SepTech bis Ende August 2029 als EIC-Transition-Projekt. Neben Freiburg sind Bionys, das Karlsruher Institut für Technologie und META beteiligt; die maximale EU-Förderung beträgt 2.495.065,90 Euro.
Das Ziel ist eine elektrochemilumineszente Plattform, die Sepsis-Erreger und Resistenzinformationen schneller identifiziert und an realen Proben hospitalisierter Patientinnen und Patienten gegen etablierte Verfahren geprüft wird. Damit beginnt ein Entwicklungs- und Validierungsvorhaben. Ein zugelassenes SepTech-Gerät für die Routineversorgung ist damit nicht beschrieben.
Wie aus einer Probe ein Lichtsignal werden soll
Bei der Elektrochemilumineszenz löst ein elektrischer Impuls an einer Elektrode Licht aus, das sich messen lässt. Biologische oder phagenbasierte Sonden und magnetische Mikrobeads sollen Zielstrukturen erkennen, sammeln und an diesen Messpunkt bringen.
Die ECLIPSE-Vorarbeiten und die KIT-Forschung zeigen, warum dieser Messweg technisch interessant ist. Sie sind aber keine Leistungsdaten für SepTech: Blut enthält Störstoffe, die Probenaufbereitung und das gewählte Erreger- und Resistenzpanel bestimmen mit, ob ein Signal reproduzierbar bleibt.

Reale Proben entscheiden über den klinischen Nutzen
Offen ist, ob SepTech bei realen Patientenproben über den gesamten Weg von der Blutprobe bis zum Befund reproduzierbare Ergebnisse liefert, die mit etablierten Verfahren übereinstimmen und rechtzeitig in die Behandlung einfließen können.
Deshalb reicht eine kurze Messzeit nicht als Maßstab. Der Vergleich muss zeigen, welche Erreger und Resistenzinformationen der Test erfasst, wie er sich zu Referenzverfahren verhält und wann ein Befund für das Team tatsächlich vorliegt. Ein Erreger- oder Resistenzhinweis kann die Auswahl von Antibiotika unterstützen, ersetzt bei Sepsis aber weder die klinische Beurteilung noch weitere Diagnostik und die erforderliche Behandlung.

In der Notaufnahme muss der Befund in den Ablauf passen
Für einen Einsatz in Deutschland müsste SepTech Blutkulturen und weitere Diagnostik ergänzen, ohne sie zu verzögern. Labor und Behandlungsteam brauchen klare Regeln für positive, negative und unklare Befunde; dazu kommen Qualitätskontrolle, Datenschutz und Antibiotic Stewardship.
Die IVDR verlangt wissenschaftliche Validität sowie Nachweise zur analytischen und klinischen Leistung. Der Projektstart verändert diesen Rahmen nicht. SepTech ist deshalb ein sinnvoller Versuch, eine technische Vorarbeit in die klinische Prüfung zu bringen. Für Patientinnen, Patienten und Teams wird daraus erst dann ein Fortschritt, wenn der Befund im realen Ablauf verlässlich zu einer besseren Entscheidung beiträgt.
Quellen und weiterführende Informationen
- Europäische Kommission, CORDIS: SepTech (Projekt 101289496)
- 360Dx: European project aims to develop electrochemiluminescent POC test for sepsis, AMR
- KIT: Diagnostic plates with tenfold higher sensitivity
- Universität Bologna: European funding from EIC Transition
- Surviving Sepsis Campaign: International Guidelines 2026
- EU-Verordnung 2017/746 (IVDR)
Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-09-01