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Filme per Clip oder Frage finden: HBO Max testet zwei neue Wege in den USA

HBO Max testet in den USA Clips und Suche per Frage. So unterscheiden sich Shorts und Ask HBO Max – und was für Deutschland noch offen ist.

Von Wolfgang

29. Juli 20266 Min. Lesezeit

Filme per Clip oder Frage finden: HBO Max testet zwei neue Wege in den USA

HBO Max testet in den USA Clips und Suche per Frage. So unterscheiden sich Shorts und Ask HBO Max – und was für Deutschland noch offen ist.

Die Auswahl ist selten das Problem beim Streaming. Schwieriger ist der Moment davor: Was passt heute Abend, wenn der Katalog groß und die Erinnerung an den letzten guten Film vage ist? HBO Max erprobt in den USA zwei mobile Wege, die diese Suche verkürzen sollen – einen Clipfeed und eine Suche per frei formulierter Frage. Beides bleibt vorerst ein begrenzter US-Test.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • HBO Max Shorts zeigt ausgewählten iOS-Nutzern in den USA Trailer, Szenen und Bonusmaterial aus dem vorhandenen Katalog in einem vertikalen Feed.
  • Der Feed orientiert sich an der Watch History. Aus einem Clip lässt sich der passende Titel starten oder zu My List hinzufügen.
  • Ask HBO Max ist ein separater Test für ausgewählte erwachsene Android-Nutzer in den USA: Eine natürlich formulierte Suche soll passende Titel im HBO-Max-Katalog finden.
  • Ein internes KI-Werkzeug schlägt Clips anhand von Szenenmetadaten vor. Die Auswahl für den veröffentlichten Feed treffen weiterhin menschliche Redakteure.
  • Für Deutschland oder die EU gibt es für beide Funktionen noch keinen bestätigten Termin.

Zwei Wege durch denselben Katalog

Auf dem Smartphone beginnt die Suche oft ohne klaren Titel. Vielleicht ist nur eine Stimmung geblieben, ein Genre, eine Schauspielerin oder eine Szene. Die beiden neuen HBO-Max-Tests setzen genau dort an: Der eine Weg führt über kurze Bilder, der andere über eine Frage in normaler Sprache.

Warner Bros. Discovery hat die Funktionen am 28. Juli 2026 für ausgewählte Nutzergruppen in den USA angekündigt. Sie verfolgen ein ähnliches Ziel, sind aber getrennte Produkte mit unterschiedlichen Startgruppen. HBO Max Shorts wird mit ausgewählten iOS-Nutzern getestet. Ask HBO Max richtet sich zunächst an ausgewählte erwachsene Android-Nutzer.

Die Trennung ist wichtig

HBO Max Shorts
Vertikaler Feed mit Trailern, Szenen und Bonusmaterial aus bestehenden Programmen. Der Test startet auf iOS in den USA.
Ask HBO Max
Natürlichsprachige Katalogsuche für erwachsene Android-Nutzer im US-Test. Sie soll passende Titel finden, nicht frei zu beliebigen Themen antworten.

Der Clipfeed soll zur nächsten Folge führen, nicht zu neuen Kurzvideo-Originalen

HBO Max Shorts erinnert auf den ersten Blick an andere Kurzvideo-Feeds. Sein Zweck ist jedoch ein anderer: Er soll Zuschauer zu Filmen und Serien aus dem vorhandenen HBO-Max-Katalog führen. Im Feed erscheinen Trailer, Ausschnitte und Bonusmaterial. Neue, eigenständige Kurzvideo-Originale sind nach derzeitigem Stand nicht Teil dieses Tests.

Aus einem Clip heraus können Nutzer den zugehörigen Titel starten oder ihn zu My List hinzufügen. Die Reihenfolge soll sich an der Watch History orientieren. Wer bestimmte Serien, Genres oder Filme gesehen hat, muss damit nicht stets bei einer leeren Suchmaske beginnen, sondern bekommt Ausschnitte aus dem bestehenden Angebot in einer visuellen Form vorgeschlagen.

Redaktionelle Illustration mit drei abstrakten Hochformatkarten, die zu einer größeren Karte für einen vorhandenen Film oder eine Serie führen.
Kurze Ausschnitte sollen zu vorhandenen Filmen und Serien führen, nicht eigene Kurzvideo-Originale schaffen – durch KI erzeugt

Ob das die Entscheidung tatsächlich erleichtert, ist noch offen. Die vorliegenden Quellen messen weder Zufriedenheit noch Trefferqualität. Der Test zeigt vor allem, welche Form HBO Max ausprobiert: weniger Listenansicht, mehr Kontext durch bewegte Ausschnitte.

Ask HBO Max sucht nach einer Absicht, nicht nach einem exakten Titel

Die zweite Funktion geht von einer anderen Gewohnheit aus. Viele Suchanfragen im Streaming-Alltag bestehen nicht aus einem exakten Titel. Sie lauten eher: „Ich möchte heute etwas Kurzes und Spannendes sehen“ oder „Zeig mir eine Serie mit diesem Schauspieler“. Ask HBO Max soll solche natürlich formulierten Anfragen innerhalb des HBO-Max-Katalogs verstehen und passende Titel empfehlen.

Damit ist Ask HBO Max keine allgemeine Chat-KI und auch kein System, das außerhalb des Dienstes Antworten recherchiert. Es bleibt eine Katalogsuche. Der Test ist zunächst für ausgewählte erwachsene Android-Nutzer in den USA vorgesehen und über die Suche in der App erreichbar.

KI schlägt Material vor, die Redaktion entscheidet

Bei HBO Max Shorts kommt KI vor allem in der Vorbereitung zum Einsatz. Ein internes Werkzeug wertet Szenenmetadaten aus und schlägt aus vielen Stunden Programm mögliche Clips vor. Die veröffentlichten Ausschnitte wählen und bearbeiten laut Warner Bros. Discovery jedoch menschliche HBO-Max-Redakteure für das vertikale Format.

Das ist kein Nebenaspekt. Es trennt die Vorauswahl aus Daten und Metadaten von der Frage, welche Szene später tatsächlich im Feed steht. Der aktuelle Test belegt deshalb keine vollautomatische Clipredaktion. Er beschreibt einen Arbeitsablauf, in dem KI Vorschläge liefert und Menschen die sichtbare Auswahl verantworten.

Zwei Redakteure besprechen in einem neutralen Arbeitsraum anonyme hochformatige Kontaktabzüge auf einem Tisch.
KI kann Vorschläge vorbereiten, die Auswahl und Aufbereitung sichtbarer Clips verantworten Menschen – durch KI erzeugt
Schritt Was die Quellen belegen
Vorschlag Ein internes KI-Werkzeug nutzt Szenenmetadaten, um mögliche Clips vorzuschlagen.
Auswahl Menschliche HBO-Max-Redakteure wählen das veröffentlichte Material aus und bereiten es vertikal auf.
Nutzung Der Feed wird anhand der Watch History personalisiert und verknüpft Clips mit vollständigen Titeln oder My List.

Warum die Tests für Streaming-Dienste interessant sind

Die beiden Funktionen verändern nicht den Katalog. Sie verändern den Zugang zu ihm. Das kann Menschen helfen, die etwas sehen möchten, aber keinen konkreten Titel im Kopf haben. Der Clipfeed setzt auf Wiedererkennen, die Frage-Suche auf eine formulierte Absicht. Beide Wege sollen aus einer großen Auswahl schneller zu einer Entscheidung führen.

Der stärkste Einwand bleibt berechtigt: Ein begrenzter Test sagt nichts darüber aus, ob Zuschauer dadurch besser auswählen oder länger bei einem Dienst bleiben. Auch zu Datenschutz, Rechtefragen, Spoilern oder möglichen Verzerrungen bei Empfehlungen treffen die ausgewählten Quellen keine belastbaren Aussagen. Aus der Ankündigung lassen sich diese Folgen nicht ableiten.

Deutschland und die EU: Noch kein Termin

Für Nutzer in Deutschland oder der EU ist die Ankündigung vor allem ein Blick auf eine mögliche Produktentwicklung, nicht auf eine bereits verfügbare Funktion. Warner Bros. Discovery stellt eine spätere Erweiterung auf weitere Geräte und Märkte in Aussicht, nennt dafür aber weder Länder noch ein Datum.

Bis eine konkrete Ankündigung vorliegt, bleibt offen, ob und wann HBO Max Shorts oder Ask HBO Max hierzulande starten. Belegt ist derzeit nur die Testgrenze: ausgewählte iOS- und Android-Nutzer in den USA, mit zwei getrennten Funktionen.

Was sich aus dem Test mitnehmen lässt

Die Nachricht liegt nicht allein darin, dass ein Streaming-Dienst kurze Clips zeigt oder eine Suche mit natürlicher Sprache erprobt. HBO Max testet zwei unterschiedliche Hilfen für dieselbe Alltagssituation: die Entscheidung vor einem großen Katalog. Ob daraus ein breiteres Produkt wird, ist offen. Sichtbar wird aber schon jetzt, wie sich die Filmsuche vom Tippen einzelner Titel hin zu Bildern, Erinnerungen und Fragen verschieben könnte.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-07-29