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387,8 Millionen Euro finanzieren Europas KI-Supercomputer LUMI-AI

EuroHPC beauftragt Bull mit LUMI-AI für Kajaani. Was der 387,8-Millionen-Euro-Vertrag für Zugang, Betrieb und KI-Rechenleistung bedeutet.

Von Wolfgang

01. Sep. 20264 Min. Lesezeit

387,8 Millionen Euro finanzieren Europas KI-Supercomputer LUMI-AI

EuroHPC beauftragt Bull mit LUMI-AI für Kajaani. Was der 387,8-Millionen-Euro-Vertrag für Zugang, Betrieb und KI-Rechenleistung bedeutet.

EuroHPC hat Bull mit LUMI-AI beauftragt. Der Vertrag über 387,8 Millionen Euro umfasst Beschaffung, Lieferung, Installation und Wartung. Der Supercomputer soll im CSC-Rechenzentrum im finnischen Kajaani stehen und ab der zweiten Hälfte 2027 verfügbar werden.

EuroHPC bleibt Eigentümer. Das LUMI-AI-Konsortium aus Finnland, Tschechien, Dänemark, Estland, Norwegen und Polen trägt laut Projektmeldungen die andere Hälfte der Finanzierung. Der Auftrag ist damit ein konkreter Beschaffungs- und Finanzierungsmeilenstein, keine bereits verfügbare Rechenleistung.

Der Vertrag definiert Standort und Lieferauftrag

Bull soll ein BullSequana-XH3500-System mit AMD-Instinct-MI430X-GPUs und AMD-EPYC-Prozessoren der sechsten Generation mit 256 Kernen liefern. IBM ist für Storage Scale vorgesehen, Nokia für das Rechenzentrumsnetzwerk, Bull für den BXI-Interconnect. Geplant sind zudem Multi-Tenant-Betrieb und API-Zugang.

Damit mehrere Projekte dieselbe Plattform nutzen können, müssen Beschleuniger, CPUs, Speicher, Netzwerk, Dateisystem, Scheduler und Software zusammenarbeiten. Ein GPU-Name allein sagt noch nichts über den Durchsatz eines Trainings- oder Inferenzjobs aus.

Die Kapazitätszahl ist noch kein Benchmark

EuroHPC erwartet eine zehnfach höhere KI-Kapazität als beim heutigen LUMI und nahezu die doppelte HPC-Kapazität. Vorgesehen sind KI-Training, Inferenz und wissenschaftliche Simulationen. Die zentrale Unsicherheit: Die Benchmarkdefinition der angekündigten zehnfachen KI-Kapazität ist nicht veröffentlicht.

Für das bestehende LUMI gibt es einen getrennten Vergleichswert. In der TOP500-Liste vom Juni 2026 lag es auf Rang 11 mit 379,70 PFlop/s Rmax, 531,51 PFlop/s Rpeak, 2.752.704 Kernen und 7.107 kW. Das sind HPL-Werte für Hochleistungsrechnen, keine direkte Messung von KI-Training oder Inferenz und keine Prognose für LUMI-AI.

Dass LUMI reale KI-Arbeit getragen hat, zeigt das TildeOpen-Projekt. Die Fallstudie nennt zwei Millionen GPU-Stunden für ein mehrsprachiges Open-Source-Modell mit mehr als 30 Milliarden Parametern. Daraus folgt jedoch weder ein LUMI-AI-Benchmark noch ein späteres Kontingent für einzelne Nutzer.

Eine Erklärgrafik ordnet Vertrag, Lieferung, Installation, Abnahme, Datenbetrieb, Zugang, Energie und Nutzerjob als offene Nachweiskette.
Die Grafik ordnet die noch ausstehenden Schritte zwischen Vertrag und realem Nutzerjob – durch KI erzeugt

Zugang und Datenbetrieb entscheiden über den Nutzen

Die bestehende LUMI-AI-Factory-Zugangslogik kennt Playground, Fast Lane und Large Scale. Für Fast Lane sind bis zu 50.000 GPU-Stunden genannt; geeignete KI-Start-ups und KMU können für Innovation kostenlos Zugang erhalten. Ob diese Wege bei LUMI-AI mit welchen Kontingenten, Wartezeiten, Preisen und Supportregeln gelten, entscheidet sich erst im späteren Betrieb.

Die EuroHPC-Ausschreibung verlangte neben Leistung auch ein gutes Verhältnis von Leistung zu Gesamtkosten, Nutzbarkeit für Entwicklung, Test und Deployment, Anpassbarkeit, Secure Processing Environments, Zuverlässigkeit für Industrie-Workloads und Energieeffizienz. Das sind Anforderungen, keine veröffentlichten Abnahmewerte.

Bei vertraulichen Daten zählen außerdem Verschlüsselung, Backups, Projektberechtigungen, Administratorzugriff, Protokollierung und der Umgang mit Sicherheitsvorfällen. Die FAQ der bestehenden LUMI-Umgebung beschreibt dazu Betriebsregeln, darunter keine automatische Verschlüsselung ruhender Daten und Nutzerverantwortung für Backups. Sie ist keine Sicherheitszusage für LUMI-AI.

Kühlung und Betrieb müssen messbar werden

CSC verweist für Kajaani auf erneuerbaren Strom und Abwärmenutzung im Fernwärmenetz. Für LUMI-AI sind Flüssigkühlung, Wärmerückgewinnung und vollständige Versorgung mit erneuerbarem Strom geplant. Veröffentlicht sind bislang keine LUMI-AI-Werte zu Strombedarf, Kühlleistung, PUE, Wärmemenge, Wartungsfenstern oder Verfügbarkeit.

Reuters berichtete unter Berufung auf EuroHPC, dass Anträge wegen knapper Kapazitäten abgelehnt werden. LUMI-AI kann diese Lücke nur dann praktisch verkleinern, wenn europäische Nutzer verlässlich Rechenzeit, Datenpfade, Software und Support erhalten.

Eine technische Illustration verbindet Rechenmodule, Speicher, Glasfaserverbindungen und Flüssigkühlung mit vier offenen Prüffragen.
Rechenmodule, Speicher, Netzwerk und Kühlung bilden gemeinsam die spätere Betriebsprüfung – durch KI erzeugt

Der nächste belastbare Nachweis ist deshalb kein weiterer Vertrag, sondern ein Betriebsdatensatz: installierte Konfiguration, nachvollziehbare KI- und HPC-Messungen, Zugangsregeln, Sicherheitsnachweise sowie Energie-, Kühl- und Verfügbarkeitswerte. Erst reale europäische Nutzerjobs zeigen, was LUMI-AI im Alltag leistet.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. EuroHPC JU: Vertrag für LUMI-AI
  2. LUMI: Projekt- und Architekturmeldung
  3. EuroHPC: Ausschreibung für LUMI-AI
  4. CSC: Rechenzentrumsstandort Kajaani
  5. Reuters via AOL: Europas KI-Rechennetzwerk
  6. Reuters: Originalmeldung
  7. TOP500: Liste Juni 2026
  8. LUMI: frühere TOP500-Einordnung
  9. LUMI: TildeOpen-Fallstudie
  10. LUMI: Zugangswege für AI Factories
  11. LUMI AI Factory: FAQ
  12. EuroHPC: AI Factories
  13. TechZeitGeist: EU-AI-Factories
  14. TechZeitGeist: KI-Gigafactory-Ausschreibung
  15. TechZeitGeist: KI-Rechenleistung in Estland
  16. Schema.org
  17. TechZeitGeist: Artikel-URL
  18. TechZeitGeist-Logo
  19. TechZeitGeist: Redaktionsrichtlinien

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-09-01.