Auf einen Blick
Der EU‑Südamerika Handelsdeal (EU‑Mercosur) öffnet Märkte und kann Preise für Technikzubehör senken. Mehr Rohstoffe wie Lithium und Kupfer sollen leichter in die EU gelangen. Ob Verbraucherpreise fallen, hängt von Raffineriekapazitäten, Zwischenhandel und Politik ab.
Das Wichtigste
- Der EU‑Rat genehmigte am 09.01.2026 die Unterschriftsbefugnis für das Abkommen; Ratifizierung steht noch aus.
- Südamerika liefert wichtige Rohstoffe: Chile und Argentinien sind relevante Lithium‑ und Kupferquellen für Europa.
- Preise für Bauteile könnten leicht sinken, wenn Zollbarrieren fallen – stark abhängig von Veredelungskapazitäten und Handelspartnern.
Einleitung
Der jüngste Schritt des EU‑Südamerika Handelsdeals betrifft vor allem Handel mit Rohstoffen und Industrie‑gütern. Die Vereinbarung könnte Lieferketten für Batterien und Elektronik erleichtern. Entscheidend ist, ob Importvergünstigungen an den Stellen ankommen, wo Materialien verarbeitet werden.
Was neu ist
Am 09. Januar 2026 gab der Rat der EU grünes Licht für die Unterschrift des EU‑Mercosur‑Pakts; einige Teile sollen vorläufig anwendbar sein. Formell ist die Zustimmung des Europäischen Parlaments und die Ratifizierung durch Mitgliedstaaten noch nötig. Politisch schafft das Abkommen einen gemeinsamen Markt mit insgesamt mehr als 700 Mio. Konsumentinnen und Konsumenten, so die EU‑Mitteilung. Für den Handel mit Gütern lag das bilaterale Volumen 2024 bei rund 111,2 Mrd. € (Warenhandel, Eurostat).
Was das bedeutet
Wichtig für Technikpreise sind vor allem Rohstoffe wie Lithium und Kupfer. Südamerika, namentlich Chile und Argentinien, liefert einen großen Teil der weltweiten Lithium‑ und Kupfermenge. Geringere Zölle und vereinfachte Einfuhren können die Rohstoffkosten drücken. Allerdings werden viele Rohstoffe zunächst außerhalb der EU veredelt: Ein hoher Anteil der Raffination und Kathodenfertigung liegt derzeit in Drittstaaten. Solange Verarbeitungs‑ und Raffineriekapazitäten nicht stärker in die EU verlagert werden, landen Einsparungen oft bei Zwischenhändlern oder in Margen der Verarbeiter. Außerdem können politische Proteste, Umweltfragen und die noch ausstehende Ratifizierung den Effekt zeitlich strecken.
Wie es weitergeht
Als nächstes folgen Abstimmungen im Europäischen Parlament und die nationalen Ratifizierungsverfahren. Branchen werden Preise, Zölle und Handelsströme genau beobachten. Hersteller können kurzfristig mit Offtake‑Verträgen und Hedging Risiken mindern; mittelfristig würde mehr Veredelungskapazität in der EU die Wirkung auf Endpreise verstärken. Die EU‑Kommission und Mitgliedstaaten dürften flankierende Maßnahmen prüfen, um Landwirtschafts‑Bedenken auszugleichen und Investitionen in Verarbeitungs‑infrastruktur zu fördern.
Fazit
Der EU‑Südamerika Handelsdeal kann die Kostenbasis für Tech‑Bauteile senken, wenn Zollvorteile und sichere Lieferketten zusammenkommen. Ob Verbraucherpreise deutlich fallen, hängt von Verarbeitungskapazitäten, Handelspartnern und politischen Entscheidungen ab.
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