Technik

ESA vertieft Zusammenarbeit mit Starlab und Axiom für die Zeit nach der ISS

Die europäische Raumfahrtagentur bereitet Forschungsplätze und Astronautenmissionen auf künftigen kommerziellen Stationen vor. Die neuen Dokumente eröffnen Möglichkeiten, sagen aber noch keine konkreten Missionen zu.

Von Wolfgang

13. Sep. 20264 Min. Lesezeit

ESA vertieft Zusammenarbeit mit Starlab und Axiom für die Zeit nach der ISS

Die europäische Raumfahrtagentur bereitet Forschungsplätze und Astronautenmissionen auf künftigen kommerziellen Stationen vor. Die neuen Dokumente eröffnen Möglichkeiten, sagen aber noch keine konkreten Missionen zu.

KI-generiertes Symbolbild eines Raumlabors; keine Darstellung von Starlab, Axiom oder ISS.

Die Europäische Weltraumorganisation ESA bereitet mit den Raumstationsunternehmen Starlab und Axiom Space die Zeit nach der Internationalen Raumstation ISS vor. Am 12. September 2026 veröffentlichte sie zwei neue Vereinbarungen. Es geht um Forschung unter Schwerelosigkeit und darum, europäischen Astronautinnen und Astronauten auch künftig Flüge in den erdnahen Weltraum zu ermöglichen.

Mit Starlab unterzeichnete die ESA eine Absichtserklärung zur künftigen Nutzung der Station, mit Axiom Space eine Grundsatzvereinbarung über mögliche Kooperationen. Beide Dokumente entstanden am Rande des International Space Summit in Paris. Sie bilden die Grundlage für weitere Arbeiten. Welche Schritte tatsächlich folgen, hängt laut ESA von Entscheidungen ihrer Mitgliedstaaten ab.

Starlab konkretisiert mögliche Laborzeiten

Die Starlab-Erklärung knüpft an eine Vereinbarung von 2023 an und beschreibt vorläufige Bedingungen für eine spätere Nutzung. Vorgesehen ist die Möglichkeit, Platz und Einrichtungen für Nutzlasten für 30, 60, 90 oder 180 Tage zu reservieren. Die ESA nennt etwa abgeschlossene Arbeitsboxen, Kühl- und Lagerplätze, Inkubatoren und Einrichtungen für Pflanzenversuche.

Das macht greifbarer, welche Leistungen europäische Forschung künftig nutzen könnte. Gebucht sind die genannten Zeitblöcke damit noch nicht. Einen Beginn des europäischen Forschungsbetriebs sagt die Mitteilung ebenfalls nicht zu.

Axiom umfasst auch Training für Außeneinsätze

Die Vereinbarung mit Axiom umfasst mögliche Astronautenmissionen, Beiträge zur Stationsinfrastruktur und die Entwicklung und Integration wissenschaftlicher Nutzlasten. Hinzu kommen denkbare Technologiebeiträge und Training für Außeneinsätze am Europäischen Astronautenzentrum EAC.

Zunächst stehen auch hier Informationsaustausch und Vorarbeiten an. Die Veröffentlichung nennt weder einen Preis für einen europäischen Stationsaufenthalt noch einen verbindlichen Flugtermin. Die Zusammenarbeit zu erkunden ist ein notwendiger Vorbereitungsschritt. Ein betriebsbereites Angebot entsteht daraus noch nicht.

Schema: Absichtserklärung, konkrete Vereinbarungen und Forschungsbetrieb mit verfügbarer Station und Transport.
KI-generierte schematische Darstellung: Vereinbarte Leistungen und einsatzbereite Infrastruktur gehören zusammen. Keine Terminprognose und kein verbindlicher Ablaufplan.

Die Übergangsphase bleibt eine offene Aufgabe

Der amerikanische Rechnungshof GAO warnte in seinem Bericht vom 17. Juni 2026 zum ISS-Übergang vor einer möglichen Lücke: Kommerzielle Stationen könnten beim Ende des ISS-Betriebs noch nicht bereitstehen. Der Bericht betrachtet die Planung für ein Ende 2030 und nennt eine Verlängerung als mögliche Alternative. Er beschreibt ein Risiko, keinen bereits feststehenden Ausfall.

Die NASA hat inzwischen genauer erläutert, wie sie Stationsleistungen einkaufen will. Am 6. Juli veröffentlichte sie einen Ausschreibungsentwurf für kommerzielle Stationsleistungen, zu dem Unternehmen Rückmeldung geben konnten. Er umfasst Entwicklung, Zertifizierung und Dienstleistungen. Die NASA will Leistungen kommerzieller Betreiber einkaufen. Dass die Industrie sich die Einhaltung der Zeitpläne zutraut, bleibt eine Erwartung. Ob die Stationen einsatzbereit sind, muss sich erst zeigen.

Für Europa bedeutet das aus redaktioneller Sicht: Geplante Laborplätze helfen nur, wenn Station und Transport rechtzeitig verfügbar sind. Verzögert sich eines von beidem, könnte sich auch ein Experiment verschieben, für das bereits Kapazität vorgesehen ist. Ein solcher Ausfall lässt sich aus den Vereinbarungen allerdings nicht vorhersagen.

Europäische Fracht ist ein eigener Baustein

Parallel gab die ESA am 10. September einen Vertrag mit The Exploration Company für die Nyx-Kapsel im Projekt ALADDIN bekannt. Von insgesamt 760 Millionen Euro entfallen 310 Millionen auf die Demonstrationsmission. Weitere 450 Millionen betreffen zwei optionale Servicemissionen, die später bestätigt werden müssen. Der Vertrag treibt die Entwicklung eines europäischen Frachttransports voran. Einen bereits verfügbaren Astronautentransport belegt er nicht.

Die Stationsvereinbarungen geben Europas Forschung nach der ISS einen Rahmen. Verlässlich nutzbar wird dieser Zugang erst, wenn konkrete Leistungen vereinbart sind und Stationen samt Transport die nötige Einsatzreife erreicht haben.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.