Eine längere Fahrt mit dem E‑Auto steht an und du willst sicher ankommen, ohne Stress an der Ladesäule? Mit einer sauberen e auto routenplanung lassen sich passende Ladestopps vorab finden, Ladezeiten realistisch abschätzen und unnötige Umwege vermeiden. In dieser Anleitung baust du dir eine Route, die zu Akku, Steckertyp und deinem Fahrstil passt: von der Grundlogik (SoC, Ladeleistung, Ladekurve) bis zur konkreten Planung mit ABRP und als Alternative mit Google Maps oder Apple Karten. Am Ende weißt du, wie du Ladestationen auswählst, Puffer einplanst und unterwegs flexibel bleibst.
Einleitung
Bei Verbrennern ist die Frage oft nur: „Welche Autobahn ist am schnellsten?“ Beim E‑Auto kommt eine zweite Ebene dazu: „Wo lade ich so, dass es zur Strecke und zum Akku passt?“ Genau das entscheidet darüber, ob sich eine längere Fahrt entspannt anfühlt oder ob du am Ende mit niedrigem Akkustand nach der nächsten Säule suchst.
Typische Situationen kennst du vielleicht: Du planst eine Wochenendtour, willst nicht im Dunkeln an einem vollen Schnelllader stranden oder du fragst dich, ob ein kurzer Ladestopp unterwegs wirklich reicht. Dazu kommen praktische Details, die Navigationen unterschiedlich gut abbilden: Stecker (z. B. CCS), Ladeleistung, Bezahlmethode, Öffnungszeiten und die Frage, ob eine Station überhaupt frei ist.
Die gute Nachricht: Mit ein paar klaren Grundregeln und dem richtigen Werkzeug lässt sich das sehr zuverlässig planen. In den nächsten Abschnitten baust du dir eine Route, die Ladestopps sinnvoll setzt, Ladezeit und Ankunfts‑Akkustand (SoC) plausibel berechnet und dir unterwegs genug Spielraum lässt. Du brauchst dafür kein Technikstudium, nur ein paar Angaben zu deinem Auto und eine App, die dafür gemacht ist.
Grundlagen und Überblick: So funktioniert e auto routenplanung
Für die Planung sind drei Begriffe entscheidend. Erstens SoC (State of Charge): das ist der Akkustand in Prozent. Zweitens Ladeleistung (kW): wie schnell eine Säule theoretisch laden kann. Drittens die Ladekurve: Viele E‑Autos laden bei niedrigem SoC deutlich schneller und werden ab einem höheren SoC langsamer. Darum ist „kurz nachladen“ oft effizienter als „bis 100 % vollmachen“.
Auf Langstrecke gewinnt nicht das Auto mit dem größten Akku, sondern die Kombination aus zuverlässigen Ladestopps, realistischem Puffer und einem Ladefenster, in dem dein Auto schnell lädt.
Eine gute Routenplanung setzt daher nicht einfach „die nächste Säule“, sondern optimiert die Strecke: Wie komme ich mit möglichst wenig Zeitverlust an? Oder: Wie reduziere ich Stopps, weil ich mit Familie unterwegs bin? Tools wie A Better Routeplanner (ABRP) sind darauf spezialisiert. Sie berücksichtigen Fahrzeugmodell, Verbrauch, Wetter- und Geschwindigkeitsannahmen (je nach Einstellungen) und schlagen Ladestopps inklusive Ladezeit vor.
Alltagsnah gedacht: Deine Planung ist immer ein Kompromiss aus Tempo, Komfort und Risiko. Mehr Risiko bedeutet: sehr knappes Ankommen (z. B. mit 5 % SoC). Mehr Komfort bedeutet: etwas mehr Reserve, vielleicht ein Ladestopp mehr oder ein paar Minuten länger laden, damit du Optionen hast, falls eine Säule belegt oder außer Betrieb ist.
Für viele Fahrten reicht ein zweistufiges Setup: ABRP für die genaue Planung (Stopps, SoC, Ladezeit) und eine Lade-/Karten-App für die Realität (Verfügbarkeit, Preise, Start des Ladevorgangs). Wenn du lieber in einer Navigation bleiben willst, können auch Google Maps oder Apple Karten EV‑Routing bieten, je nach Fahrzeug und Region.
| Werkzeug | Stärke | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| ABRP | Sehr detaillierte Ladestopp- und SoC‑Planung | Langstrecke, unbekannte Route, optimierte Stopps |
| Google Maps (EV) | Navigation + automatische Ladestopp‑Vorschläge (wenn verfügbar) | Wenn du ohnehin Maps nutzt und die EV‑Funktionen bei dir aktiv sind |
| Apple Karten (EV) | EV‑Routing in Maps/CarPlay bei kompatiblen Fahrzeugen | iPhone/CarPlay‑Nutzung, wenn dein Auto unterstützt wird |
| Lade-/Netzwerk‑App | Preis, Start/Stop, Verfügbarkeit, oft Fotos/Kommentare | Vor Ort absichern: Ist die Säule nutzbar und was kostet sie? |
Vorbereitung und Voraussetzungen
Bevor du die eigentliche Route baust, lohnt sich ein kurzer Check. Das macht die Berechnung spürbar genauer und verhindert die typischen „Warum schickt mich die App da hin?“-Momente.
Das solltest du bereithalten:
- Fahrzeugdaten: Modell/Variante (wichtig, weil Akkugröße und Verbrauch variieren), bevorzugter Stecker (in Europa meist CCS für Schnellladen, Typ 2 für AC‑Laden).
- Start‑SoC: der Akkustand beim Losfahren in %.
- Ziel‑Puffer: mit wie viel SoC du am Ziel ankommen willst (z. B. 10–20 %).
- Wunschtempo: Autobahn schneller als Landstraße verändert Verbrauch deutlich; viele Planer lassen eine Geschwindigkeitsannahme einstellen.
- Bezahl-Backup: mindestens eine App und idealerweise eine Ladekarte oder eine zweite App, falls Login, Empfang oder Roaming zickt.
Praktische Vorab‑Checks (5 Minuten, die oft Ärger sparen):
- Installiere ABRP (oder öffne es im Browser) und eine Lade-/Netzwerk‑App, die in deiner Region viele Stationen abdeckt.
- Hinterlege ein Zahlungsmittel in der Lade‑App, solange du stabiles WLAN hast.
- Aktiviere in der Navigations-App Standort und (falls angeboten) das Fahrzeugprofil, damit Stecker/EV‑Routing passen.
- Lege dir einen „Plan B“-Ladepunkt pro Stopp zurecht: eine zweite Station in der Nähe der geplanten.
Wenn du dich zusätzlich mit dem Thema Ladenetz und Bezahlen beschäftigen willst: Bei TechZeitGeist findest du passende Hintergründe, z. B. Apps und Ladekarten fürs Laden unterwegs. (Der Link hilft vor allem bei der Praxis vor Ort, nicht bei der reinen Routenberechnung.)
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Route planen, Ladestopps setzen, Ladezeit berechnen
Die folgenden Schritte funktionieren am zuverlässigsten mit ABRP, weil es auf Langstrecke sehr detailliert rechnet. Danach siehst du kurz, wie du ähnliche Funktionen in Google Maps oder Apple Karten nutzt, falls dein Setup das unterstützt.
- Fahrzeug auswählen: Öffne ABRP und wähle dein genaues Modell. Achte auf ähnliche Namen (z. B. unterschiedliche Akku‑Varianten). Wenn du unsicher bist, nimm die Variante, die deiner Akkugröße am nächsten kommt.
- Start, Ziel und Start‑SoC eintragen: Gib Start und Ziel ein. Trage den Akkustand beim Start ein. Das ist die Basis dafür, ob ABRP überhaupt einen Ladestopp plant und wie knapp die Abschnitte werden.
- Ankunfts‑Puffer festlegen: Stelle ein, mit wie viel SoC du am Ziel (und gern auch an Zwischenstopps) ankommen möchtest. Als alltagstauglicher Puffer gelten oft zweistellige Prozentwerte, damit du bei Abweichungen nicht sofort umplanen musst.
- Stopp‑Strategie wählen: Viele Planer bieten eine Art Priorisierung (z. B. „schnell ankommen“ versus „weniger Stopps“). Für die erste längere Fahrt ist „schnell ankommen“ oft angenehmer, weil das System dann eher im schnellen Ladebereich bleibt.
- Route generieren lassen und Ladestopps prüfen: ABRP setzt nun Ladestopps und zeigt pro Stopp typische Werte wie Ankunfts‑SoC, Ziel‑SoC nach dem Laden und geschätzte Ladezeit. Prüfe jeden Stopp kurz: Liegt er sinnvoll an der Strecke? Passt die Ladeleistung zur Station (HPC vs. AC)?
- Ladestopp manuell anpassen (optional, aber oft sinnvoll): Wenn du lieber bei einem bestimmten Anbieter laden willst oder einen Pausenort bevorzugst, setze einen Zwischenpunkt/Waypoint. In ABRP kannst du Stopps typischerweise hinzufügen oder ersetzen; orientiere dich an Einträgen wie „Stop hinzufügen“, „Waypoint“ oder „Zwischenziel“.
- Plan B pro Stopp sichern: Öffne die Station in deiner Lade‑App und suche eine Alternative in der Nähe. Idealerweise liegt die Alternative in ähnlicher Entfernung zur Autobahn, damit du nicht plötzlich 15 Minuten Umweg fährst.
- In die Navigation übernehmen: Nutze ABRP für die Navigation selbst oder übergib die Adresse des nächsten Ladehalts an dein Navi (Auto‑Navi, Google Maps, Apple Karten). Wichtig ist, dass du immer den nächsten geplanten Halt als Ziel hast, nicht „irgendwo in der Nähe“.
Woran du merkst, dass die Planung stimmig ist: Die Abschnitte wirken nicht „auf Kante genäht“, die Stopps liegen an gut erreichbaren Standorten, und die Ladezeiten konzentrieren sich eher auf den Bereich, in dem dein Auto schnell lädt. Wenn du bei einem Stopp bis sehr hoch laden müsstest, ist das ein Hinweis: Vielleicht ist ein zusätzlicher kurzer Stopp insgesamt schneller oder entspannter.
Alternative: Google Maps EV‑Routing (falls bei dir verfügbar): In Google Maps lässt sich ein Fahrzeugprofil einrichten. Bei EV‑Routen kann Maps je nach Situation Ladestopps vorschlagen oder du kannst einen Ladestopp hinzufügen. Die EV‑Funktionen hängen von App‑Version, Region und teilweise von der Integration im Fahrzeug ab.
Alternative: Apple Karten EV‑Routing (falls kompatibel): Apple beschreibt EV‑Routing in Karten/CarPlay für unterstützte Fahrzeuge. Wenn dein Auto dazugehört, kann die Navigation Ladehalte vorschlagen und den Akkustand in die Planung einbeziehen. Prüfe vorab die Kompatibilität deines Fahrzeugs und ob eine Hersteller‑App nötig ist.
Tipps, Fehlerbehebung und Varianten
Auch mit guter Planung kann unterwegs etwas anders laufen. Mit diesen Regeln bleibst du handlungsfähig, ohne dass die Route auseinanderfällt.
Typische Stolpersteine – und was du tun kannst:
- Die App plant knapp (zu wenig Reserve): Erhöhe den gewünschten Ankunfts‑SoC am nächsten Halt. Das ist oft die schnellste Methode, ohne die ganze Route neu zu bauen.
- Station ist belegt oder offline: Wechsle auf deinen Plan B in der Nähe. Wenn du keinen vorbereitet hast, suche in der Lade‑App nach Alternativen entlang der Strecke und wähle eine mit ähnlicher Ladeleistung.
- Ladeleistung ist deutlich niedriger als erwartet: Prüfe erst das Offensichtliche: richtiger Stecker, korrekt gestartet, kein AC‑Port statt DC‑Port erwischt. Wenn die Leistung trotzdem niedrig bleibt, lohnt sich oft ein Wechsel auf eine andere Säule am gleichen Standort.
- Reichweitenprognose bricht ein: Häufige Gründe sind Tempo, Kälte, Gegenwind oder Regen. Reduziere die Geschwindigkeit moderat und plane früher nach. Das rettet oft mehr als „bis zur nächsten Säule durchziehen“.
Praxis‑Tipps, die die Ladezeit in der Realität besser treffen:
- Plane „Overhead“ mit ein: Selbst wenn die reine Ladezeit kurz ist, kommen Wege zur Säule, Anstecken, Start in der App und ggf. Warten dazu. ABRP berücksichtigt dafür je nach Setup einen pauschalen Zusatz; rechne mental trotzdem mit ein paar Minuten Puffer.
- Bevorzuge mehrere kurze Stopps statt „bis fast voll“: Wegen der Ladekurve kann ein sehr hohes Ladeniveau deutlich länger dauern. Ob das für dich passt, hängt von Pausenbedarf und Infrastruktur ab.
- Setze Stopps an Orten, die du ohnehin brauchst: WC, Snack, kurzer Spaziergang. Dann fühlt sich „Ladezeit“ weniger wie Wartezeit an.
Varianten je nach Gerät:
- Nur Smartphone, kein CarPlay/Android Auto: Plane mit ABRP, navigiere zum nächsten Halt mit deiner bevorzugten Karten‑App. Halte das Smartphone stabil (Halterung) und nutze Sprachansagen.
- CarPlay/Android Auto: Nutze die Navigation auf dem großen Display, aber behalte im Blick, ob EV‑Routing bei deiner Kombination wirklich aktiv ist. Falls nicht, bleibt ABRP als Planungswerkzeug trotzdem wertvoll.
- Datenschutz im Blick: Routenplaner arbeiten mit Standortdaten. Prüfe in iOS/Android‑Einstellungen, welche App Standort „immer“ braucht und welche „nur während der Nutzung“. Für eine reine Planung reicht oft „während der Nutzung“.
Wenn du noch tiefer einsteigen willst: Bei TechZeitGeist gibt es ergänzend Tipps rund um Apps und Praxis an der Säule, etwa Ladesäulen finden und bezahlen unterwegs. Für die eigentliche Streckenoptimierung ist ABRP in vielen Fällen weiterhin die präzisere Schaltzentrale.
Fazit
Gute E‑Auto‑Routenplanung ist vor allem: realistische Annahmen treffen und dir Optionen offenhalten. Wenn du Start‑SoC, Ziel‑Puffer und eine sinnvolle Stopp‑Strategie festlegst, werden Ladestopps planbar statt zufällig. ABRP ist dafür ein sehr starkes Werkzeug, weil es Ladezeiten und SoC pro Abschnitt sichtbar macht und du Stopps bei Bedarf manuell auf deine Pausenlogik anpassen kannst. Google Maps und Apple Karten können EV‑Routing ergänzen, sind aber je nach Region und Fahrzeug unterschiedlich gut verfügbar. In der Praxis funktioniert es am entspanntesten, wenn du Planung und Realität kombinierst: Route mit ABRP, Stationen und Start des Ladevorgangs mit einer Lade‑App, plus ein Plan B pro Stopp. So kommst du auch dann gut durch, wenn unterwegs nicht alles nach Lehrbuch läuft.
Probier die Schritte einmal mit einer kurzen Teststrecke aus und schreib dir danach auf, was bei deinem Auto besonders gut funktioniert – teilst du deine besten Planungs‑Tipps in den Kommentaren?




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