Auf einen Blick
Die 20‑MW‑Windturbine markiert eine neue Größengeneration in der Offshore‑Windkraft. Hersteller in China und Europa haben 2024–2025 mehrere Prototypen installiert. Der Schritt lässt Kostenpotenzial, aber auch Logistik‑, Zertifizierungs‑ und Netzfragen offen.
Das Wichtigste
- CRRC und Mingyang haben Prototypen der 20‑MW‑Klasse installiert; Siemens Gamesa testet eine 21.5‑MW‑Einheit.
- Größere Einheiten reduzieren die Anzahl der Geräte pro Park, erhöhen aber Anforderungen an Transport, Montage und Zertifizierung.
- Kommerzielle Serienreife hängt von laufenden Tests, unabhängigen Zertifikaten und Anpassungen an Hafen‑ und Netzinfrastruktur ab.
Einleitung
In den Jahren 2024 und 2025 haben Hersteller Prototypen mit Nennleistungen um 20 MW und mehr installiert. Diese 20‑MW‑Windturbine steht für den aktuellen Trend zu größeren Offshore‑Einheiten. Die Entwicklung ist relevant für Betreiber, Häfen und Netzplaner.
Was neu ist
Im Januar 2025 meldete CRRC die Installation eines 20‑MW‑Prototyps auf einer schwimmenden Plattform. Mingyang hatte bereits 2024 einen 20‑MW‑Prototypen (MySE18.X) installiert, der seither getestet wurde. Parallel dazu berichtet die Branche von einer Siemens‑Gamesa‑Einheit mit rund 21.5 MW, die 2025 im dänischen Østerild‑Testzentrum montiert wurde. Alle genannten Einheiten sind derzeit Test‑ oder Prototyp‑anlagen und sollen durch Messreihen und Zertifizierungen validiert werden.
Was das bedeutet
Größere Turbinen wie die 20‑MW‑Windturbine erhöhen die Leistung pro Standpunkt deutlich. Für Betreiber kann das LCOE (Levelized Cost of Energy) sinken, weil weniger Einheiten und Fundamentkosten pro erzeugter MWh nötig sind. Gleichzeitig steigen Anforderungen an Transport, Hebetechnik und Hafeninfrastruktur: Rotorblätter und Naben wachsen auf neue Dimensionen. Auch Zertifizierung und Netztechnik werden anspruchsvoller, denn größere Einheiten werfen stärkere Leistungsspitzen und neue Betriebsanforderungen auf. Kurz: ökonomische Chancen stehen technischen und regulatorischen Hürden gegenüber.
Wie es weitergeht
In den nächsten Monaten stehen umfangreiche Meerestests, Belastungsprüfungen und die Einholung unabhängiger Zertifikate an. Hersteller und Testzentren planen Messreihen bis 2026/2027, um Dauerfestigkeit und Netzintegration zu belegen. Parallel müssen Häfen, Krane und Transportketten angepasst werden. Beobachter sollten Zertifizierungs‑dokumente und offizielle Testreports prüfen, bevor großflächige Bestellungen erfolgen.
Fazit
Die 20‑MW‑Klasse ist technisch erreichbar und zeigt, wie Offshore‑Windkraft skaliert werden kann. Ob die neue 20‑MW‑Windturbine jedoch wirtschaftlich und zuverlässig in Serie geht, hängt von Tests, Zertifikaten und Anpassungen an Logistik und Netz ab.
*Teilen Sie Ihre Einschätzung: Wie schnell sollten Häfen und Netze für die neue Turbinengeneration nachrüsten?*




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