Auf einen Blick
Washington hat ein Gesetz verabschiedet, das Rivian und Lucid den Direktverkauf von Elektroautos im Bundesstaat erlaubt. Die Regel gilt nur unter klaren Voraussetzungen, darunter ein Händlerlizenzverfahren, eine Serviceeinrichtung vor Ort und mindestens 300 registrierte Fahrzeuge in Washington vor dem 1. Januar 2026.
Das Wichtigste
- Das Parlament in Washington hat mit ESSB 6354 eine eng begrenzte Ausnahme vom bisherigen Vertriebsmodell beschlossen.
- Direktverkauf ist nur für Hersteller erlaubt, die ausschließlich batterieelektrische Fahrzeuge bauen, nie Franchiseverträge hatten und weitere Kriterien erfüllen.
- Betroffen sind nach der Gesetzeslogik vor allem Rivian und Lucid. Als Nächstes ist die Umsetzung über die Händlerlizenz des Bundesstaats entscheidend.
Parlament beschließt begrenzte Öffnung für Direktvertrieb
Der US-Bundesstaat Washington hat den Direktverkauf von Elektroautos für Rivian und Lucid gesetzlich ermöglicht. Nach einem vom Parlament verabschiedeten Gesetzentwurf dürfen qualifizierte Hersteller ihre Fahrzeuge dort direkt an Kunden verkaufen, wenn sie eine Händlerlizenz beantragen und aufrechterhalten. Die Entscheidung ist ein Kurswechsel, weil Washington bisher am klassischen Händlerprinzip festhielt und Lucid mit diesem Modell vor Gericht gescheitert war.
Klare Kriterien begrenzen den Kreis der Hersteller
Die Regel in ESSB 6354 gilt nicht allgemein für alle Autohersteller. Nach dem Gesetzentwurf muss ein Unternehmen in den USA gegründet sein, ausschließlich batterieelektrische Fahrzeuge produzieren, nie einen Franchisevertrag mit einem Händler abgeschlossen haben und bereits zum 1. Januar 2026 mindestens eine Serviceeinrichtung im Bundesstaat betrieben haben. Hinzu kommt eine weitere Schwelle: Vor dem 1. Januar 2026 mussten mindestens 300 Fahrzeuge des Herstellers in Washington zugelassen sein. Verliert ein Unternehmen diese Voraussetzungen, soll die zuständige Behörde die Lizenz binnen 30 Tagen entziehen.
Änderung betrifft vor allem Rivian und Lucid
Die Kriterien sind so gefasst, dass nach übereinstimmenden Berichten vor allem Rivian und Lucid darunterfallen. Für beide Unternehmen eröffnet das einen direkten Zugang zum Markt in Washington, ohne den Vertrieb über unabhängige Vertragshändler organisieren zu müssen. Für andere Hersteller ändert sich zunächst wenig, weil das Gesetz keine breite Öffnung des Direktvertriebs vorsieht.
Umsetzung läuft über das Lizenzverfahren
Der nächste Schritt ist das Verfahren bei der Zulassungs- und Lizenzbehörde des Bundesstaats. Qualifizierte Hersteller müssen eine Händlerlizenz beantragen und die gesetzlichen Anforderungen dauerhaft erfüllen. Der Gesetzentwurf sieht außerdem Aufsicht und mögliche Rechtsmittel bei Verstößen vor. Der genaue Zeitplan für einzelne Verkaufsstandorte blieb zunächst offen.
Washington ändert das Vertriebsrecht nur punktuell
Die Entscheidung lockert das bisherige System nicht grundsätzlich, sondern schafft eine eng begrenzte Ausnahme. Für den US-Elektroautomarkt ist das relevant, weil der Zugang zu einzelnen Bundesstaaten weiterhin stark vom jeweiligen Vertriebsrecht abhängt.