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Wärmepumpen-Waschtrockner: Weniger Strom, eine Trommel

Boschs Wärmepumpen-Waschtrockner verspricht niedrigeren Stromverbrauch. Was die Normwerte in Euro bedeuten und für wen sechs Kilo im Durchlauf passen.

Von Wolfgang

07. Sep. 20267 Min. Lesezeit

Wärmepumpen-Waschtrockner: Weniger Strom, eine Trommel

Boschs Wärmepumpen-Waschtrockner verspricht niedrigeren Stromverbrauch. Was die Normwerte in Euro bedeuten und für wen sechs Kilo im Durchlauf passen.

Ein Waschtrockner spart Platz und das Umladen feuchter Wäsche. Boschs angekündigtes Serie-8-Modell soll dank Wärmepumpe auch deutlich weniger Strom benötigen. Was die Verbrauchswerte in Euro bedeuten – und warum im Alltag sechs Kilogramm Durchlaufkapazität wichtiger sind als neun Kilogramm Waschvermögen.

Wäsche hinein, waschen, trocknen, fertig: Der Komfort eines Waschtrockners liegt darin, dass zwischen den beiden Arbeitsschritten niemand eingreifen muss. Die feuchten Textilien bleiben in der Trommel, statt auf die Leine oder in ein zweites Gerät zu wandern. Wo nur ein Geräteplatz verfügbar ist, erledigt das Kombigerät zwei Aufgaben auf derselben Stellfläche. Während es trocknet, kann es allerdings keine weitere Ladung waschen.

Eine Wärmepumpe ändert an dieser Arbeitsteilung nichts, wohl aber am Strombedarf. Bosch hat am 2. September 2026 seinen ersten Waschtrockner mit dieser Technik angekündigt. Das Serie-8-Modell WLB244040 soll bis zu neun Kilogramm waschen oder sechs Kilogramm ohne Unterbrechung waschen und trocknen. Die Herstellerangaben zeigen gegenüber dem benannten Vergleichsgerät einen deutlich niedrigeren Normverbrauch. Für die Kaufentscheidung kommt es darauf an, wie gut diese Kombination aus sparsamerem Trocknen und begrenzter Durchlaufkapazität zum eigenen Wäschealltag passt.

Wie die Wärmepumpe beim Trocknen Strom spart

Auch nach dem Schleudern steckt noch Wasser in den Textilien. Beim Trocknen nimmt warme Luft in der Trommel diese Feuchtigkeit auf. Anschließend wird die Luft abgekühlt: Das Wasser kondensiert und lässt sich abführen. Damit die Luft erneut Feuchtigkeit aufnehmen kann, muss sie wieder erwärmt werden. Dieser Wechsel zwischen Erwärmen und Abkühlen benötigt Energie.

Hier setzt die Wärmepumpe an. Sie gewinnt Wärme aus der Abkühlung zurück und transportiert sie zu einem zweiten Wärmetauscher, der die Luft erneut erwärmt. Ihr Antrieb braucht weiterhin Strom. Gegenüber einer reinen elektrischen Nachheizung kann sie aber Energie sparen, weil sie bereits vorhandene Wärme wieder nutzbar macht.

Der entscheidende Unterschied ist also die Wärmerückgewinnung, nicht allein die zirkulierende Luft. Auch ein konventioneller Kondenstrockner führt Luft im Kreis. Dieses allgemeine Funktionsprinzip erklärt das Sparpotenzial, sagt aber noch nichts über konkrete Temperaturen, Laufzeiten oder das Trocknungsergebnis des neuen Bosch-Geräts aus. Eine unabhängige Untersuchung seiner Innenkonstruktion oder ein Gerätetest liegt diesem Artikel nicht zugrunde.

Was 136 statt 305 Kilowattstunden in Euro bedeutet

Für den vollständigen Wasch-Trocken-Zyklus nennt Bosch beim WLB244040 einen Verbrauch von 136 Kilowattstunden je 100 Normzyklen. Beim Vergleichsmodell WNC254A40 sind es 305 Kilowattstunden. Beide Geräte können maximal sechs Kilogramm in einem Durchlauf waschen und trocknen. Die Verbrauchswerte beziehen sich damit auf dieselbe Aufgabe bei gleicher maximaler Beladung, nicht auf unterschiedlich große Trocknungsladungen.

Die Zahlen folgen der EU-Labelmethodik: Es sind gewichtete Werte aus Prüfungen bei voller und halber Nennkapazität. Gemeint sind also nicht 100 vollständig gefüllte Sechs-Kilogramm-Ladungen. Außerdem enthalten die Werte das Waschen und das Trocknen zusammen. Wie das neue Kombigerät gegenüber einer Waschmaschine mit separatem Wärmepumpentrockner abschneidet, beantwortet dieser Vergleich nicht.

In Euro wird die Größenordnung anschaulicher. Dafür setzen wir ausschließlich als Rechenbeispiel einen Strompreis von 35 Cent je Kilowattstunde an – keinen hier ermittelten Durchschnittstarif. Multipliziert man die beiden Normverbräuche mit 0,35 Euro, ergeben sich folgende Stromkosten:

Hersteller-Normangabe WLB244040 mit Wärmepumpe Vergleichsmodell WNC254A40
Waschen und Trocknen, maximale Kapazität 6 kg 6 kg
Strom je 100 gewichteten Normzyklen 136 kWh 305 kWh
Beispielkosten bei 0,35 Euro/kWh 47,60 Euro 106,75 Euro

Die Differenz beträgt 59,15 Euro je 100 gewichteten Normzyklen. Das ist ein greifbarer Verbrauchsvorteil im Normvergleich, aber keine gemessene Jahresersparnis. Zu Hause bestimmen Beladung, Programmwahl und Nutzungshäufigkeit mit, was auf der Stromrechnung ankommt. Anschaffung, Wasser, Waschmittel, Wartung und Standby sind in diesem Rechenbeispiel nicht berücksichtigt.

Für die Frage, ob sich ein möglicher Aufpreis bezahlt macht, fehlt zudem ein gesicherter Preis des neuen Geräts. Der niedrigere Normverbrauch ist deshalb zunächst eine nützliche Größe für den späteren Angebotsvergleich. Allein daraus lässt sich weder eine schnelle Amortisation ableiten noch ein Grund, einen funktionierenden Waschtrockner vorzeitig zu ersetzen.

Warum sechs Kilogramm den Komfort bestimmen

Neun Kilogramm waschen, sechs Kilogramm waschen und trocknen: Hinter diesen beiden Angaben steckt die wichtigste Alltagsentscheidung. Beide Kapazitäten beziehen sich auf das Gewicht trockener Textilien. Eine volle Neun-Kilogramm-Waschladung lässt sich daher nicht komplett im selben Durchlauf trocknen. Wer am Ende ohne Zwischenarbeit trockene Wäsche entnehmen möchte, muss schon beim Beladen die kleinere Kapazität einhalten.

KI-Infografik vergleicht neun Kilogramm nur Waschen mit sechs Kilogramm Waschen und Trocknen ohne Umladen; beide Angaben bezeichnen trockene Textilien.
Herstellerangaben zum angekündigten Bosch WLB244040: 9 kg nur waschen oder 6 kg durchgehend waschen und trocknen, jeweils als Trockenmasse – durch KI erzeugt

Der Unterschied hat einen technischen Grund. Beim Waschen darf die Trommel stärker gefüllt sein; beim Trocknen braucht die Luft Platz, um zwischen den Wäschestücken zu strömen. Die drei Kilogramm Differenz bedeuten also nicht, dass nach dem Waschen drei Kilogramm nasse Wäsche abzuwiegen wären. Größere Wäschemengen sollten von vornherein aufgeteilt oder teilweise separat getrocknet werden. Auch ein proportionaler Stromverbrauch lässt sich aus dem Verhältnis von neun zu sechs nicht berechnen.

Gut passt das Konzept zu Haushalten, deren maschinell zu trocknende Ladungen innerhalb der Durchlaufkapazität bleiben. Wer regelmäßig größere Mengen wäscht, einen Teil aber ohnehin aufhängt, kann die neun Kilogramm Waschkapazität trotzdem nutzen. Dann entfällt lediglich der vollständig automatische Ablauf für die gesamte Ladung. Die praktische Frage lautet deshalb: Wie viel Wäsche soll nach dem Waschen unmittelbar auch trocken werden?

Bei mehreren Ladungen hintereinander bleibt die gemeinsame Trommel der Engpass. Zwei Einzelgeräte können parallel arbeiten: eines wäscht, das andere trocknet. Das Kombigerät erledigt beides nacheinander. Wo Höhe und Einbausituation es erlauben, lohnt deshalb auch ein Blick auf eine Wasch-Trocken-Säule. Ob die jeweiligen Geräte sicher stapelbar sind und welches Verbindungssystem sie benötigen, muss anhand der Herstellerunterlagen geklärt werden.

Das Label richtig lesen, Stromkosten getrennt betrachten

Das EU-Energielabel für Waschtrockner zeigt die beiden Betriebsarten getrennt. Links stehen die Angaben für den vollständigen Wasch-Trocken-Zyklus, rechts diejenigen für das reine Waschen. Verbrauch, Kapazität und Dauer gehören jeweils zur betreffenden Seite. Wer regelmäßig maschinell trocknet, sollte daher nicht nur auf ein gutes Waschlabel achten: Es beschreibt nicht den Strombedarf des anschließenden Trocknens.

BSH España nennt für das angekündigte Modell Energieeffizienzklasse A auch im kombinierten Zyklus. Das ist keine eigenständige Trocknerklasse. Beim späteren Kauf sollten Modellnummer, Produktdatenblatt und der über den Label-QR-Code erreichbare EPREL-Eintrag zusammenpassen. Wie sich solche Angaben vor einer Anschaffung einordnen lassen, erläutert unsere Prüfkette für den Technik-Kauf.

Die ebenfalls angekündigte Funktion Smart Start setzt an einer anderen Stelle an: Sie soll je nach Stromvertrag einen Start zu günstigeren Zeiten ermöglichen. Weniger Kilowattstunden zu verbrauchen und Strom günstiger einzukaufen sind zwei verschiedene Möglichkeiten, Kosten zu senken. Diesen Unterschied erklärt auch unser Beitrag zum Verschieben von Stromkosten mit Energiemanagement. Eine Kompatibilität der dort beschriebenen Lösungen mit Bosch ist damit nicht belegt. Für einige vernetzte Bosch-Funktionen sind Internetzugang sowie Home-Connect- und SingleKey-ID-Konten erforderlich.

Eine Kaufoption für den passenden Wäschealltag

Für die konkrete Kaufplanung bleibt noch Zeit. BSH España nennt Frühjahr 2027 als geplanten Marktstart. Diese Herstellerplanung aus Spanien ist kein bestätigter deutscher Verkaufsbeginn. Ein deutscher Termin, ein Preis und die Programmdauer des neuen Modells sind in den hier ausgewerteten Unterlagen nicht gesichert. Gerade die Dauer wird für Haushalte wichtig, die mehrere Ladungen an einem Tag bewältigen möchten.

Wer wenig Platz hat, regelmäßig maschinell trocknet und mit maximal sechs Kilogramm pro Durchlauf auskommt, für den ist die Verbindung aus Wärmepumpe und Kombigerät interessant: Der Platzvorteil bleibt erhalten, der Normstrombedarf sinkt gegenüber dem benannten Vergleichsmodell. Wer meist auf der Leine trocknet, nutzt diesen Vorteil seltener. Bei viel Wäsche in kurzer Zeit wiegt dagegen die belegte Trommel schwerer. Steht ohnehin eine Anschaffung an, gehört das Gerät auf die Vergleichsliste. Ob es gegenüber dem Weiterbetrieb oder zwei passenden Einzelgeräten die bessere Wahl ist, müssen dann Preis, Programmdauer und der eigene Trocknungsbedarf zeigen.

Quellen und weiterführende Informationen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.