Die US-Umweltbehörde EPA hat am 14. September 2026 die Rücknahme großer Teile ihrer Kraftwerks-Klimaregeln von 2024 beschlossen. Betroffen sind unter anderem Vorgaben für bestehende Kohlekraftwerke und Anforderungen an die CO₂-Abscheidung bei neuen, stark ausgelasteten Gaskraftwerken. Damit verändert die Behörde, welche Technik Betreiber künftig zur Emissionsminderung einsetzen müssen.
Die von EPA-Leiter Lee Zeldin unterzeichnete Vorabfassung der Verordnung trennt zwei Schritte: Sie hebt bestimmte Standards auf, während ein gesonderter Vorschlag auf die übrigen Treibhausgasvorgaben für fossile Kraftwerke zielt. Eine vollständige Abschaffung sämtlicher Umweltregeln ist das nicht.
CO₂-Abscheidung verliert ihre Rolle in den Vorgaben
Im Zentrum stehen Anforderungen, die auf der Abscheidung und anschließenden Speicherung von Kohlendioxid beruhen, kurz CCS. Dabei soll CO₂ aus dem Abgas zurückgehalten werden, statt in die Atmosphäre zu gelangen. Zu den betroffenen Regeln gehören solche für größere Umbauten an Kohlekraftwerken sowie für neue Gasturbinen, die dauerhaft einen großen Teil ihrer Leistung liefern.
Die EPA begründet die Rücknahme unter anderem damit, dass eine Abscheidung von 90 Prozent nicht ausreichend nachgewiesen und zu teuer sei. Die nötige Infrastruktur stehe nach Einschätzung der Behörde nicht rechtzeitig für die bisherigen Fristen bereit. Das ist die technische und wirtschaftliche Bewertung der EPA, kein Nachweis, dass CO₂-Abscheidung grundsätzlich unmöglich wäre.
Beschlossen heißt noch nicht in Kraft
Die Verordnung soll laut Vorabtext 60 Tage nach ihrer Veröffentlichung im US-Bundesregister in Kraft treten. Ein konkretes Kalenderdatum steht dort noch nicht. Für Betreiber ist dieser Unterschied wichtig: Die Unterzeichnung allein ist nicht der genannte Wirksamkeitstermin.

Für den zusätzlichen Vorschlag kündigt die EPA ein öffentliches Verfahren an. Es soll eine Anhörung und eine Kommentierungsfrist geben. Dieser Teil ist daher noch keine abgeschlossene Regeländerung.
Umstritten bleibt die Rechnung über die Folgen
Die EPA stellt Entlastungen für die Energiewirtschaft in Aussicht. Die Umweltorganisation Environmental Defense Fund widerspricht der Kostenbilanz: Gesundheitsfolgen zusätzlicher Luftverschmutzung würden nicht angemessen berücksichtigt. EDF kündigt an, gerichtlich gegen die Entscheidung vorzugehen. Die Organisation vertritt dabei ausdrücklich die Gegenposition zur Behörde.
Nach ihrer Einordnung verursachen fossile Kraftwerke rund ein Viertel der US-Klimabelastung. Die Auseinandersetzung betrifft damit einen großen Emissionssektor. Ob Betreiber durch die Lockerungen tatsächlich investieren, Anlagen länger nutzen oder Strom günstiger anbieten, lässt sich aus der Regeländerung allein noch nicht ablesen. Zunächst folgen die Registerveröffentlichung, die vorgesehene Frist und das Verfahren über die weiteren Vorschläge.
Quellen
- US EPA: Technical Fact Sheet: Final Carbon Pollution Standards Repeal, Entscheidung vom 14. September 2026.
- US EPA: Partial Repeal of the Carbon Pollution Standards for Fossil Fuel-Fired Electric Generating Units, unterzeichnete Vorabfassung vom 14. September 2026.
- Environmental Defense Fund: Trump EPA attacks U.S. protections against power plant pollution, 14. September 2026.
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