Auf einen Blick
Tesla hat den Zugang zu Tesla FSD laut aktuellen Berichten auf Fahrzeugen mit nicht autorisierten Jailbreak-Modulen per Fernzugriff deaktiviert. Betroffen sind Autos, bei denen regionale Beschränkungen des Systems umgangen wurden. Für Halter verliert die inoffizielle Freischaltung damit sofort ihren praktischen Nutzen.
Das Wichtigste
- Tesla sperrt Tesla FSD auf Fahrzeugen, die mit zusätzlichen Modulen regionale Software-Sperren umgangen haben.
- Nach Berichten manipulieren die Geräte Fahrzeugdaten über den CAN-Bus oder die Standorterkennung. Ein Bericht nennt für China mehr als 100.000 betroffene Fahrzeuge, Tesla selbst veröffentlichte dazu keine Gesamtzahl.
- Betroffene Halter verlieren den FSD-Zugang unmittelbar. Ob und unter welchen Bedingungen eine Wiederfreischaltung möglich ist, ist bislang offen.
Tesla setzt Fernsperre bei manipulierten FSD-Fahrzeugen durch
Tesla hat laut Berichten von Electrek und GoodCarBadCar den Zugang zu Tesla FSD auf Fahrzeugen mit nicht autorisierten Hardware-Modulen per Fernzugriff deaktiviert. Betroffen sind Autos, bei denen sogenannte Jailbreak-Geräte regionale Beschränkungen des Systems umgangen haben. Die Maßnahme wurde in den vergangenen Tagen bekannt und betrifft nach den Berichten mehrere Märkte.
Berichte nennen Jailbreak-Module und hohe Fallzahlen in China
Electrek berichtete am 9. April, Tesla habe Fahrzeuge mit solchen Modulen erkannt und den FSD-Zugang entfernt. Die Geräte sollen Daten im Fahrzeugnetz manipulieren oder den Standort vortäuschen, damit die Software eine Freischaltung außerhalb zugelassener Regionen akzeptiert. GoodCarBadCar schrieb am 12. April unter Berufung auf Berichte aus China von mehr als 100.000 betroffenen Fahrzeugen dort. Diese Zahl ist bislang nicht durch Tesla bestätigt.
Betroffene Fahrzeuge fallen auf den regulären Funktionsumfang zurück
Für Halter bedeutet die Sperre, dass Tesla FSD nicht mehr nutzbar ist und das Fahrzeug nach den Berichten auf den regulären Assistenzumfang zurückgesetzt wird. Damit verlieren nachträglich eingebaute Freischaltmodule ihren wirtschaftlichen Zweck. Zugleich rückt der Fall die Frage in den Vordergrund, wie Hersteller softwarebasierte Fahrzeugfunktionen nachträglich technisch durchsetzen.
Weitere Angaben des Unternehmens stehen noch aus
Bestätigt ist bislang vor allem die laufende Deaktivierung auf betroffenen Fahrzeugen. Ob Tesla nach Entfernung der Hardware eine Wiederfreischaltung vorsieht, welche Prüfschritte dafür nötig wären und ob betroffene Kunden einen formalen Widerspruchsweg erhalten, blieb zunächst ohne konkrete Angaben. Neue offizielle Zahlen oder Fristen veröffentlichte das Unternehmen bis Dienstagmorgen nicht.
Der Fall betrifft ein wachsendes Geschäft mit Fahrzeugsoftware
Der Vorgang zeigt, dass softwaregebundene Fahrzeugfunktionen auch nach dem Verkauf technisch kontrolliert und entzogen werden können. Für Hersteller, Aufseher und Käufer ist das relevant, weil regionale Freischaltungen, Fernzugriffe und Eingriffe in die Bordelektronik zunehmend Teil des Fahrzeuggeschäfts sind.