Auf einen Blick
Stillstrom bringt sein Ladesystem für Offshore-Schiffe in Großbritannien in den kommerziellen Rollout. Der Anbieter richtet dafür eine Einheit in Aberdeen ein. Für Betreiber von Service-Schiffen in Offshore-Windparks sinken damit die Hürden für den Zugang zu elektrischer Ladeinfrastruktur im britischen Markt.
Das Wichtigste
- Stillstrom hat am Donnerstag den kommerziellen Start seines Angebots zum Laden von Offshore-Schiffen im Vereinigten Königreich angekündigt.
- Die technische Auslegung des Systems liegt laut Unternehmensunterlagen bei 6 Megawatt Ladeleistung, auf Anfrage bis zu 8 Megawatt, mit 11-Kilovolt-Ausgang zum Schiff.
- Betroffen sind vor allem Betreiber von Service Operation Vessels in Offshore-Windparks. Als nächster Schritt nennt das Unternehmen weitere Vereinbarungen mit Reedereien und Windparkbetreibern.
Kommerzieller Start im britischen Offshore-Markt
Stillstrom hat den kommerziellen Rollout seiner Ladeinfrastruktur für Offshore-Schiffe im Vereinigten Königreich angekündigt. Das geht aus einer am 19. März veröffentlichten Branchenmeldung hervor. Das Unternehmen aus dem Maersk-Umfeld nennt Aberdeen als Standort einer eigenen britischen Einheit. Der Schritt ist für Betreiber von Service-Schiffen relevant, weil der Zugang zu Ladepunkten in Offshore-Windparks bisher als frühe Marktphase galt.
System ist auf 6 Megawatt Ladeleistung ausgelegt
Nach Angaben aus einem Whitepaper von ScottishPower Renewables und Stillstrom ist das System für das Laden von Service Operation Vessels innerhalb von Offshore-Windparks ausgelegt. Genannt werden 6 Megawatt effektive Ladeleistung und bis zu 8 Megawatt auf Anfrage. Der Strom soll aus der elektrischen Infrastruktur des Windparks kommen. Die Auslegung sieht einen Ausgang mit 11 Kilovolt zum Schiff vor. Für einen Ladezyklus von 20 auf 90 Prozent nennt das Dokument rund 4,5 Stunden.
Marktzugang verlagert sich von Pilotprojekten in den Betrieb
Mit dem Schritt verschiebt sich das Thema Offshore-Schiffe laden im britischen Markt von Machbarkeitsstudien in die kommerzielle Umsetzung. Das betrifft vor allem Reedereien und Betreiber von Wartungsschiffen für Offshore-Windparks in der Nordsee. Stillstrom erklärte laut Branchenberichten, das Unternehmen habe bereits Partnerschafts- und Kompatibilitätsvereinbarungen mit führenden SOV-Betreibern geschlossen. Namen und konkrete Projektstandorte bleiben bislang offen.
Weitere Verträge und Standorte im Vereinigten Königreich folgen
Als nächster Schritt baut Stillstrom die britische Präsenz in Aberdeen auf und führt die Vermarktung bei Windparkbetreibern und Reedereien fort. Bestätigt sind derzeit der Marktstart und die technische Einsatzbereitschaft des Systems. Konkrete Termine für einzelne Installationen oder Inbetriebnahmen wurden ohne nähere Angaben noch nicht genannt.
Laden auf See wird Teil der Offshore-Infrastruktur
Der Marktstart ist ein belastbares Signal für den Aufbau elektrischer Infrastruktur rund um den Betrieb von Offshore-Windparks. Für den britischen Markt ist relevant, dass die Ladeeinrichtungen nicht auf Hafenstrom beschränkt sind, sondern direkt in die Infrastruktur von Windparks eingebunden werden sollen.