Automobil

Scania kündigt E-Lkw mit Zusatzakkus und bis zu 720 Kilometern Reichweite an

Zusätzliche Batterien hinter dem Fahrerhaus sollen elektrische Ferntransporte erleichtern. Die neue Konfiguration zeigt, warum neben der Akkugröße auch Beladung und Ladeplanung zählen.

Von Wolfgang

15. Sep. 20262 Min. Lesezeit

Scania kündigt E-Lkw mit Zusatzakkus und bis zu 720 Kilometern Reichweite an

Zusätzliche Batterien hinter dem Fahrerhaus sollen elektrische Ferntransporte erleichtern. Die neue Konfiguration zeigt, warum neben der Akkugröße auch Beladung und Ladeplanung zählen.

Scania will Elektro-Lkw für längere Fernverkehrsstrecken mit zusätzlichen Batterien hinter dem Fahrerhaus ausrüsten. Der Hersteller nennt in seiner Ankündigung vom 14. September eine Reichweite von bis zu 720 Kilometern, abhängig von Fahrzeugkonfiguration und Einsatzbedingungen. Damit erschließt Scania zusätzlichen Einbauraum für Akkus, statt diese ausschließlich am Fahrgestell unterzubringen.

In einer typischen Ausführung kommen hinter der Kabine zwei Batteriepakete hinzu. Sie ergänzen die vorhandenen Akkus nach Herstellerangaben um rund 356 Kilowattstunden installierte Kapazität. Diese Zahl bezeichnet den zusätzlichen Energiespeicher, nicht die Gesamtkapazität oder die vollständig nutzbare Energie des Fahrzeugs. Vorgesehen ist außerdem das Megawatt-Ladesystem MCS für leistungsfähige Ladestopps.

Die Reichweite gehört zur jeweiligen Konfiguration

Ein größerer Akku allein sagt noch nicht, welche Tour ein beladener Lkw schafft. Wie stark die Auslegung zählt, zeigt Scanias bestehende Produktübersicht für Elektro-Lkw: Dort ordnet der Hersteller Reichweiten ausdrücklich unterschiedlichen Gesamtgewichten zu. Diese Angaben beschreiben andere Konfigurationen und lassen sich nicht einfach auf die neue Variante übertragen.

Für die angekündigten 720 Kilometer nennt die Mitteilung keine konkrete Nutzlast und keinen nachvollziehbaren Fahrtest. Auch Preis und Liefertermin bleiben darin offen. Die Reichweitenzahl ist deshalb zunächst ein Herstellerwert, mit dem sich eine bestimmte Transportaufgabe noch nicht verlässlich planen lässt.

Drei verbundene Symbole zeigen Batterieenergie, Beladung und eine Lademöglichkeit für Lkw.

Batterieenergie, Beladung und verfügbare Ladestopps müssen zur Tour passen. KI-generierte schematische Darstellung, keine Reichweitenberechnung.

Auf längeren Strecken wird Laden wichtiger

Die unabhängige Einordnung liefert das Öko-Institut aus seiner Forschung zum elektrischen Güterverkehr. Im Projekt ELV-Live begleitete es von 2023 bis 2026 den Einsatz von E-Lkw im logistischen Regelbetrieb. Der Forschungsrückblick beschreibt die Fahrzeuge als zuverlässig, sieht aber weiteren Bedarf bei anspruchsvollen Nutzlast- und Einsatzprofilen.

Mit zunehmendem Fernverkehr gewinnt laut Institut das öffentliche Laden an Bedeutung. Lange Vorlaufzeiten für ausreichende Netzanschlüsse können den Aufbau der nötigen Infrastruktur bremsen. Diese Befunde prüfen nicht Scanias neue Batterieanordnung; sie erklären, weshalb zusätzliche Reichweite nur einen Teil der Umstellung löst. Für Speditionen muss zum Fahrzeug auch ein Ladeplan passen, der auf ihren tatsächlichen Strecken funktioniert.

Das Titelbild ist ein KI-generiertes Symbolbild und zeigt kein maßgetreues Scania-Fahrzeugmodell.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.