Erneuerbare Energien

Studie prüft Wasserstoffimporte über Amsterdam nach Duisburg

Eine Fraunhofer-Studie vergleicht zwei Transportwege für grünen Wasserstoff. Die Kostenrechnung für 2030 zeigt Möglichkeiten; verlässliche Abnehmer bleiben eine Voraussetzung.

Von Wolfgang

14. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Studie prüft Wasserstoffimporte über Amsterdam nach Duisburg

Eine Fraunhofer-Studie vergleicht zwei Transportwege für grünen Wasserstoff. Die Kostenrechnung für 2030 zeigt Möglichkeiten; verlässliche Abnehmer bleiben eine Voraussetzung.

Artikelbild: KI-generiertes Symbolbild einer möglichen Hafenlogistik; keine Darstellung einer bestehenden Wasserstoffanlage.

Grüner Wasserstoff könnte künftig aus Spanien oder Oman über Amsterdam zur Industrie an Rhein und Ruhr gelangen. Fraunhofer UMSICHT hat am 10. September 2026 die Ergebnisse seiner RE-Chain-Studie vorgestellt. Die Untersuchung im Auftrag des Hafens Amsterdam und der Duisburger Hafen AG bewertet diese Lieferketten als technisch machbar. Sie beschreibt einen möglichen Aufbau, keinen bereits laufenden Importbetrieb.

Zwei Träger, unterschiedliche Anforderungen

Verglichen werden Routen ab Bilbao in Spanien und Duqm in Oman. Der Wasserstoff soll entweder stark gekühlt als Flüssigkeit transportiert oder chemisch an einen flüssigen organischen Träger gebunden werden. Für die zweite Variante steht die Abkürzung LOHC.

Flüssiger Wasserstoff braucht spezielle gekühlte Tanks und entsprechende Hafenanlagen. Bei LOHC lässt sich vorhandene Tank- und Transporttechnik nutzen; am Ziel muss der Wasserstoff jedoch unter Energieeinsatz wieder aus dem Träger gelöst werden. Keine der beiden Varianten ist laut Studie in allen untersuchten Fällen überlegen.

Zwei schematische Abläufe: Wasserstoff verflüssigen und gekühlt transportieren oder chemisch an einen Träger binden und später freisetzen.
KI-generiertes, vereinfachtes Schema: LH₂ und LOHC stellen unterschiedliche Anforderungen an Transport und Rückgewinnung. Symbole zeigen keine konkrete Anlage oder chemische Struktur.

Was die Kostenrechnung für 2030 aussagt

Der Originalbericht mit Stand August 2026 nennt für 2030 rund 7,5 bis 8,5 Euro je Kilogramm Wasserstoff am Standort Duisburg. Darin sind die angenommene Herstellung und die Transportkette bis zum entladenen Wasserstoff in Duisburg zusammengefasst. Es handelt sich um eine Modellrechnung auf Basis von Literatur- und Kostendaten, nicht um einen heutigen Lieferpreis.

Diese Unterscheidung ist für Industrieunternehmen wichtig: Eine technisch mögliche Route sagt noch nicht, zu welchen Konditionen ein Betrieb tatsächlich Wasserstoff beziehen kann. Die Häfen, die die Untersuchung beauftragt haben, sind zugleich am Aufbau dieses Marktes beteiligt.

Ohne Abnehmer bleibt die Lieferkette ein Plan

Für Amsterdam wird ein Importstart um 2030 angestrebt. Neben Terminals und Speichern braucht der Aufbau verlässliche Abnahmeverträge. Die Studie beschreibt bei industriellen Kunden noch Zurückhaltung angesichts von Kosten und Unsicherheit.

Das passt zur unabhängigen Einordnung der Internationalen Energieagentur vom Februar 2026: Hohe Kosten, unsichere Nachfrage und fehlende Infrastruktur bremsen den Hochlauf emissionsarmen Wasserstoffs. Diese Analyse bestätigt nicht die konkrete RE-Chain-Kalkulation, erklärt aber das wirtschaftliche Problem hinter der Logistik. Unternehmen müssen sich auf eine Versorgung verlassen können, während Lieferanten für ihre Investitionen verlässliche Käufer brauchen.

Der nächste Schritt entscheidet sich deshalb an konkreten Investitionen und Verträgen. Die Studie liefert eine Grundlage, um Transportoptionen zu vergleichen. Ob daraus eine tragfähige Versorgung für die Rhein-Ruhr-Region wird, hängt auch davon ab, wer den Wasserstoff zu welchen Bedingungen abnimmt.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.