Wer eine Kamera, ein Heizkörperthermostat oder einen Sprachdienst einrichtet, entscheidet nicht nur über eine App. Es geht auch darum, welche Daten das Haus verlassen, wie Fernzugriff funktioniert und wer später Updates sowie Zugriffsrechte im Blick behält.
Die Open Home Foundation hat am 26. August 2026 einen anonymisierten Datensatz aus ihrer Home-Assistant-Community-Umfrage veröffentlicht. Das ist ein sinnvoller Transparenzschritt. Er zeigt, warum ein besonders engagierter Teil dieser Community lokale Kontrolle und Datenhoheit schätzt. Für den einzelnen Haushalt folgt daraus aber weder eine Marktquote noch ein Sicherheitsurteil. Lokale Steuerung kann Datenwege verkürzen. Sie ersetzt keine gepflegten Geräte, keine abgesicherten Konten und kein ordentlich eingerichtetes Heimnetz.

Die praktische Entscheidung steckt in jeder Funktion
Ein Smart Home besteht selten aus nur einem System. Eine Kamera bringt Bild- und Bewegungsdaten mit, ein Thermostat Nutzungsprofile, ein Sprachdienst Audioanfragen. Dazu kommen Apps, Integrationen, Benutzerkonten und oft ein Fernzugang. Eine lokale Zentrale kann bei einzelnen Funktionen verhindern, dass Daten an einen Cloud-Dienst gehen. Sie sagt allein jedoch noch nichts darüber aus, wie ein bestimmtes Gerät arbeitet oder ob eine Integration später einen externen Dienst nutzt.
Cloud-Funktionen sind deshalb nicht grundsätzlich ein Fehler. Benachrichtigungen unterwegs, Sprachsteuerung oder eine einfachere Einrichtung können im Alltag hilfreich sein. Der faire Maßstab ist konkreter: Für welche Funktion ist der zusätzliche Datenweg nötig, wie lange wird sie unterstützt und wer darf darauf zugreifen?
Der neue Datensatz beschreibt eine Community, nicht den Markt
Die Foundation veröffentlicht die Ergebnisse einer Erhebung, die Ende 2024 begann und laut ihrer Beschreibung etwa sieben Wochen lief. Frisch ist die öffentliche Bereitstellung vom 26. August 2026, nicht die Befragung selbst. Das Repository nennt eine Öffnung am 16. Dezember 2024 und eine Schließung am 20. Januar 2025; die Organisationsmeldung beschreibt das Ende Anfang Februar. Für die Einordnung wichtiger als diese kleine Zeitdifferenz ist die Stichprobe: Die englischsprachige Umfrage war selbstselektiert und benötigte im Durchschnitt mehr als 45 Minuten. Sie bildet daher vor allem einen engagierten Home-Assistant-Kern ab.
Die Zahlen im Material gehören zudem zu verschiedenen Schritten. Die Organisationsmeldung nennt 8.616 eingegangene submissions. Das README spricht von 8.619 survey responses, die deskriptive Statistik von 8.615 valid responses. Veröffentlicht wurden 7.572 anonymisierte Datensätze. Diese Werte lassen sich nicht zu einer einzigen Teilnehmerzahl zusammenziehen.

Warum 84,0 und 89,3 Prozent kein Widerspruch sein müssen
Die Foundation nennt lokale Kontrolle mit 89,3 Prozent als häufiges Motiv in ihrem beschriebenen Bezugsrahmen. Die im Dossier dokumentierte redaktionelle Zählung der veröffentlichten CSV-Datei kommt bei allen 7.572 Zeilen auf 6.364 codierte Nennungen für lokale Kontrolle, also 84,0 Prozent. Unter demselben Nenner finden sich 72,0 Prozent für Kontrolle persönlicher Daten, 77,3 Prozent für eine Funktion ohne Internetverbindung und 37,7 Prozent für Remote Access.
Das sind keine konkurrierenden Marktwerte. Die Foundation-Angabe und die CSV-Zählung verwenden unterschiedliche Bezugsgruppen und Auswertungen. Die direkte Zählung macht vor allem sichtbar, wie wichtig es ist, den Nenner bei Umfragewerten mitzulesen. Sie ist keine neue repräsentative Studie und keine Messung der Sicherheit eines Haushalts.
Die Anonymisierung schützt die Veröffentlichung, nicht die Installation
Die Dokumentation beschreibt, dass identifizierende Angaben, Freitextfelder und seltene Kombinationen entfernt oder verändert wurden. Nach dem README wurden 1.047 Fälle ausgeschlossen; das entspricht 12,1 Prozent der 8.619 dort genannten Antworten. Die Foundation beschreibt außerdem k-Anonymity-Prüfungen und rechtliche Prüfungen vor der Veröffentlichung.
Das ist für offene Forschung relevant, weil es das Risiko verringert, einzelne Befragte aus der Datei wiederzuerkennen. Eine andere Frage ist die Sicherheit einer Kamera, eines Add-ons, eines Routerkontos oder einer Cloud-Integration. Die Datensatz-Anonymisierung testet keines dieser Systeme. Genau diese Trennung geht in Debatten über ein „lokales Smart Home“ oft verloren.
Das BSI beschreibt mehrere Aufgaben im laufenden Betrieb
Für Haushalte in Deutschland liefert das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik einen brauchbaren Rahmen, ohne Home Assistant oder eine konkrete Installation zu bewerten. Vor dem Kauf sollte die Updateversorgung über die erwartete Nutzungsdauer geklärt sein. Im Betrieb gehören aktuelle Router-Firmware, Firewall, individuelle Passwörter und gegebenenfalls Zwei-Faktor-Authentisierung dazu. Verschlüsselte Kommunikation, ein bewusst gewählter Fernzugriff und die Prüfung von UPnP gehören ebenfalls auf die Liste.
Das BSI rät außerdem dazu, Sensoren, Speicherort und Weitergabe der Daten vorab zu prüfen. Wenn Fernzugriff nicht erforderlich ist, kann lokale Nutzung sinnvoll sein; für einen abgesicherten Zugriff ins Heimnetz nennt die Behörde VPN als Möglichkeit. Ein getrenntes IoT-Netz kann Geräte von Rechnern, Backups und persönlichen Daten abgrenzen. Es kann aber zusätzliche Konfiguration erfordern und passt nicht automatisch zu jeder Gerätefunktion.

Eine kleine Betriebs-Matrix für Kauf und Alltag
- Datenweg
- Für jede Sensor- oder Sprachfunktion klären, welche Daten entstehen, wohin sie gehen und ob eine lokale Alternative tatsächlich für diese Funktion verfügbar ist.
- Updates
- Nicht nur die Zentrale betrachten. Gerät, App, Router, Add-ons und Integrationen brauchen jeweils einen nachvollziehbaren Updateweg.
- Konten und Rechte
- Adminrechte nicht teilen, starke individuelle Passwörter nutzen und Zwei-Faktor-Authentisierung einschalten, wenn sie angeboten wird.
- Fernzugriff
- Prüfen, ob er dauerhaft gebraucht wird. Jede Freigabe ist ein zusätzlicher Betriebsauftrag; unkontrollierte automatische Freigaben sollten nicht nebenbei bestehen bleiben.
- Heimnetz
- Router-Firmware, Firewall und gegebenenfalls eine Trennung von IoT-Geräten regelmäßig prüfen. Nach neuen Geräten oder größeren Updates lohnt sich ein erneuter Blick.
Diese Matrix ist keine Sicherheitsmessung und ersetzt keine Prüfung eines einzelnen Systems. Sie übersetzt die veröffentlichte Umfrage, ihre Anonymisierungsgrenze und die BSI-Hinweise in eine Reihenfolge, die im Alltag handhabbar bleibt: erst den Datenweg verstehen, dann den Komfort bewerten und den Betrieb nicht vergessen.
Lokale Steuerung bleibt ein Baustein
Die Veröffentlichung der Open Home Foundation macht nachvollziehbar, warum lokale Kontrolle in ihrer Community so wichtig ist. Sie liefert auch eine offenere Grundlage, um diese Haltung zu prüfen. Der stärkste praktische Ertrag liegt dennoch nicht in einer Zahl. Er liegt in der Konsequenz, lokale Verarbeitung, Cloud-Komfort und Betriebssicherheit getrennt zu behandeln. Ein Smart Home wird nicht durch ein einzelnes Label privat oder sicher, sondern durch wiederkehrende Entscheidungen über Daten, Updates, Rechte und Netzwerkzugänge.
Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-08-29.
Quellen und weiterführende Informationen
- Open Home Foundation: Anonymous and open to all: The Home Assistant survey dataset
- Zenodo: Home Assistant Community Survey 2024
- Open Home Foundation: README und Methodik
- Open Home Foundation: Descriptive Statistics
- BSI: Smarthome – den Wohnraum sicher vernetzen
- Home Assistant: 2026.8: Approachable by design