monday.com will seine Belegschaft um ungefähr ein Fünftel verkleinern – und gleichzeitig in strategischen Bereichen weiter einstellen. Der angekündigte Umbau zeigt, wie eng Produktstrategie, Teamzuschnitt und Kundenbetreuung bei Softwarefirmen inzwischen zusammenhängen. Ob KI dabei Menschen direkt ersetzt, ist mit den vorliegenden Quellen allerdings nicht belegt.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- monday.com startete am 22. Juli 2026 einen Restrukturierungsplan, der ungefähr 20 Prozent der aktuellen Belegschaft betrifft.
- Das Unternehmen richtet die Organisation nach eigenen Angaben auf seine AI Work Platform und ein schlankeres Betriebsmodell aus.
- Erwartet werden Netto-Umbaukosten von 45 bis 55 Millionen US-Dollar. Das sind Kosten, keine ausgewiesenen Einsparungen.
- Medien berichten von rund 620 bis 630 betroffenen Stellen. Das offizielle SEC-Filing nennt keine absolute Zahl.
- Weniger Führungsebenen, kleinere Teams und Änderungen in Vertrieb sowie Kundenbetreuung sind bislang Managementpläne, keine belegten Ergebnisse.

Ein Umbau mit zwei gegenläufigen Signalen
Der Beschluss wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich: monday.com hält an einer Umsatzwachstumsprognose von 19 bis 20 Prozent für 2026 fest und plant weiter Einstellungen in strategischen Bereichen. Gleichzeitig soll die aktuelle Belegschaft um ungefähr 20 Prozent sinken. Das direkt veröffentlichte Form 6-K bei der US-Börsenaufsicht SEC nennt dafür einen Restrukturierungsplan, der die Organisation auf die AI Work Platform und ein schlankeres, stärker fokussiertes Betriebsmodell ausrichten soll.
Wichtiger als ein allgemeines KI-Versprechen ist hier der konkrete Vorgang: Ein Softwareanbieter ordnet Zuständigkeiten, Teams und Investitionen neu, während viele Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren sollen. monday.com erwartet dafür Netto-Umbaukosten von ungefähr 45 bis 55 Millionen US-Dollar. Darin stecken nach dem Filing Abfindungen, Leistungen und Wertminderungen bei Büroflächen. Das ist keine ausgewiesene Einsparsumme und kein Beleg für einen späteren wirtschaftlichen Erfolg.
Der Plan soll im Wesentlichen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen werden. Sowohl dieser Zeitplan als auch die Wachstumsprognose sind zukunftsgerichtete Firmenangaben. Sie beschreiben, was das Unternehmen anstrebt, nicht was bereits erreicht ist.
Was die AI Work Platform erklärt – und was nicht
Die AI Work Platform ist in diesem Fall kein Nachweis für eine automatische Kündigungswelle. Sie ist der strategische Rahmen, mit dem monday.com seine Zusammenarbeit von Menschen und KI-Agenten neu ordnen will. Das SEC-Filing verbindet diesen Rahmen mit der Restrukturierung, trifft aber keine Aussage darüber, welche einzelne Aufgabe künftig automatisiert wird oder welche betroffenen Menschen durch ein System ersetzt würden.
Gerade diese Trennung ist wichtig. Die Quellen belegen einen harten Organisationsumbau. Sie belegen nicht den oft verkürzten Satz, KI habe 20 Prozent der Beschäftigten ersetzt. Nach einem Bericht über einen Mitarbeiterbrief beschreibt das Management den Schritt vielmehr als Umbau von Strukturen und Rollen. Ob diese Strategie später aufgeht, kann heute niemand aus der Ankündigung ableiten.
Auch die oft genannte absolute Zahl braucht Sorgfalt. Zwei unabhängige Berichte nennen rund 620 beziehungsweise 630 betroffene Stellen. Beide Werte sind Angaben aus der sekundären Berichterstattung. Die offizielle Unterlage nennt nur die Reduktion um ungefähr 20 Prozent und keine präzise Stellenzahl.

Weniger Ebenen, kleinere Teams, andere Kundenarbeit
Aus einer wiedergegebenen Managementdarstellung ergeben sich vier geplante Veränderungen. Sie beschreiben eine Richtung, nicht den bereits erreichten Zustand. Für Beschäftigte und Kunden ist der Unterschied relevant: Ein neues Organigramm kann andere Ansprechpartner und Abläufe bedeuten, ohne dass sich die Qualität der Leistung schon bewerten lässt.
| Bereich | Was laut Plan ändern soll | Was daraus noch nicht folgt |
|---|---|---|
| Führung | Weniger Führungsebenen | Ob Entscheidungen schneller oder besser werden |
| Teams | Kleinere, autonomere Teams | Welche Rollen entfallen oder neu entstehen |
| Vertrieb und Kundenbetreuung | Veränderte Arbeitsweise, engere Implementierungsunterstützung und mehr Vor-Ort-Präsenz für KI-orientierte Produkte | Ob Kunden dadurch besser betreut werden |
| Strategische Bereiche | Weitere Einstellungen sind vorgesehen | In welchen Funktionen und in welchem Umfang |
Die Kombination aus Stellenabbau und strategischer Einstellung ist deshalb nicht automatisch ein Widerspruch. Unternehmen können an einer Stelle abbauen und an einer anderen Kompetenzen aufbauen. Für die betroffenen Menschen bleibt der Einschnitt dennoch real. Die Ankündigung sagt außerdem wenig darüber aus, wie Übergänge organisiert werden, welche Weiterbildungen angeboten werden oder wie sich die Last in den verbleibenden Teams verteilt.
Was Beschäftigte und kleinere Kunden daraus mitnehmen können
Aus einem einzelnen Unternehmen lässt sich keine Arbeitsmarktprognose für Deutschland oder Europa ableiten. Trotzdem legt der Fall einen brauchbaren Prüfrahmen offen. Wenn ein Softwareanbieter sein Produkt und seine Organisation stärker auf KI ausrichtet, verschieben sich oft Zuständigkeiten zwischen Produktentwicklung, Implementierung, Vertrieb und Support. Die konkrete Ausgestaltung bleibt von Unternehmen zu Unternehmen verschieden.
Beschäftigte brauchen vor allem Klarheit darüber, welche Aufgaben sich ändern, welche Rolle Weiterbildung spielt und wer Übergänge verantwortet. Kleine und mittlere Kunden sollten auf einen anderen Punkt achten: Bleiben persönliche Ansprechpartner erreichbar, wenn ein komplexes Produkt eingeführt oder angepasst wird? Welche Unterstützung gibt es bei Migration, Schulung und laufenden Problemen? Die Ankündigung von monday.com beantwortet diese Fragen nicht. Sie macht sie aber sichtbarer.

Warum der Fall über monday.com hinaus interessant ist
Viele KI-Debatten drehen sich um Fähigkeiten einzelner Tools. Der Vorgang bei monday.com zeigt eine weniger spektakuläre, aber für den Alltag oft wichtigere Ebene: Produktstrategie zieht Entscheidungen über Teams, Führung und Kundenkontakt nach sich. Das kann neue Aufgaben schaffen, bestehende Rollen verändern und zugleich Beschäftigung abbauen. Diese Spannungen lassen sich nicht mit einem Schlagwort auflösen.
Der belastbare Befund bleibt daher eng. monday.com hat einen Restrukturierungsplan mit ungefähr 20 Prozent weniger Beschäftigten angekündigt, ihn mit der AI Work Platform verbunden und zugleich weitere strategische Einstellungen sowie eine unveränderte Wachstumsprognose genannt. Ob daraus bessere Produkte, bessere Arbeit oder bessere Kundenerlebnisse entstehen, wird sich erst an der Umsetzung zeigen.
Quellen und weiterführende Informationen
- monday.com Ltd. Form 6-K – Restrukturierungsplan
- CTech: Monday.com cuts 20% of workforce as it restructures for the AI era
- TechCrunch: Monday.com lays off hundreds to focus on AI
- The Times of Israel: Israel’s Monday.com lays off 20% of its employees as AI changes how work gets done
Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-07-24