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Ladebordstein für Firmenflotten: Wann sich Bordstein‑Laden lohnt

Der Ladebordstein rückt vom Pilotprojekt in den realen Einsatz. DKV Mobility bietet den von Rheinmetall entwickelten Bordsteinlader inzwischen aktiv Firmenkunden an. Für Unternehmen mit Elektroautos…

Von Wolfgang

11. März 20265 Min. Lesezeit

Ladebordstein für Firmenflotten: Wann sich Bordstein‑Laden lohnt

Der Ladebordstein rückt vom Pilotprojekt in den realen Einsatz. DKV Mobility bietet den von Rheinmetall entwickelten Bordsteinlader inzwischen aktiv Firmenkunden an. Für Unternehmen mit Elektroautos stellt sich damit eine praktische Frage: Ist Bordstein‑Laden sinnvoller…

Der Ladebordstein rückt vom Pilotprojekt in den realen Einsatz. DKV Mobility bietet den von Rheinmetall entwickelten Bordsteinlader inzwischen aktiv Firmenkunden an. Für Unternehmen mit Elektroautos stellt sich damit eine praktische Frage: Ist Bordstein‑Laden sinnvoller als Wallbox, Laternenladen oder klassische Ladesäulen? Der Artikel erklärt, wie der Ladebordstein technisch funktioniert, welche Voraussetzungen über Alltagstauglichkeit entscheiden und in welchen Situationen er für Firmenflotten tatsächlich sinnvoll sein kann.

Einleitung

Viele Firmen steigen auf Elektroautos um, doch die Ladeinfrastruktur bleibt oft das Nadelöhr. Parkplätze sind knapp, der Ausbau von Ladesäulen benötigt Platz und Genehmigungen. Genau hier setzt der Ladebordstein an. Statt einer sichtbaren Ladesäule steckt die Technik direkt im Bordstein am Straßenrand.

Rheinmetall hat dieses Konzept entwickelt und zunächst in Pilotprojekten getestet. Seit 2026 vertreibt DKV Mobility die Technik auch aktiv an Unternehmen. Das verändert die Diskussion. Bordstein‑Laden ist damit nicht mehr nur ein kommunales Experiment, sondern ein mögliches Werkzeug für Firmenflotten.

Entscheidend ist jedoch der Standort. Ein Ladebordstein löst nicht automatisch jedes Ladeproblem. Für manche Parkflächen ist er ideal. Für andere bleibt eine klassische Wallbox oder eine Ladesäule sinnvoller. Wer die Unterschiede versteht, kann Ausbaufehler und unnötige Kosten vermeiden.

Was ein Ladebordstein technisch leistet

Ein Ladebordstein funktioniert im Kern wie eine normale AC‑Ladesäule. Die Technik sitzt jedoch nicht in einem Gehäuse neben dem Parkplatz, sondern im Bordstein selbst. Fahrzeuge werden über ein Ladekabel direkt am Straßenrand angeschlossen.

Das System von Rheinmetall liefert bis zu 22 Kilowatt Wechselstrom. Diese Leistung entspricht dem üblichen AC‑Standard vieler öffentlicher Ladepunkte. Für typische Firmenfahrzeuge bedeutet das mehrere Dutzend Kilometer Reichweite pro Stunde Ladezeit.

Die Technik im Bordstein ist modular aufgebaut. Das elektronische Modul kann im Servicefall ausgetauscht werden, ohne den gesamten Bordstein auszubauen. Laut einem Pilotprojekt in Köln wurden über 2.800 Ladevorgänge mit mehr als 50 Megawattstunden Energie registriert. Die Anlagen erreichten dabei eine technische Verfügbarkeit von über 99 Prozent.

Zentrale technische Eigenschaften eines Rheinmetall‑Ladebordsteins
Merkmal Beschreibung Wert
Ladeleistung AC‑Laden im üblichen europäischen Standard bis 22 kW
Pilotbetrieb Erfasste Ladevorgänge in einem Testprojekt über 2.800 Sessions
Energieabgabe Geladene Energie im Pilotversuch über 50 MWh
Verfügbarkeit Anteil der Zeit mit funktionierendem System über 99 %

Für Unternehmen bedeutet das: Technisch unterscheidet sich der Ladebordstein kaum von einer normalen AC‑Ladesäule. Der Unterschied liegt im Einbauort und im Platzbedarf.

Wann Bordstein‑Laden für Firmenstandorte funktioniert

Der größte Vorteil des Ladebordsteins ist seine Unauffälligkeit. Wo klassische Ladesäulen stören oder keinen Platz finden, kann ein Bordsteinlader eine Lösung sein. Besonders interessant wird das für Firmen mit Parkplätzen entlang öffentlicher Straßen.

Voraussetzung ist eine passende Stromanbindung. Unter dem Bordstein müssen Leitungen verlegt werden, oft mit Leerrohren für Strom und Kommunikation. Wenn ohnehin Straßenarbeiten geplant sind, lässt sich der Einbau relativ einfach integrieren. Wird eine Straße dagegen nachträglich geöffnet, steigt der Aufwand deutlich.

Ein zweiter Punkt ist der Zugang für Nutzer. Firmen müssen entscheiden, ob nur eigene Fahrzeuge laden dürfen oder auch externe Nutzer. Systeme wie RFID‑Karten oder App‑Freigaben ermöglichen beides. Anbieter wie DKV Mobility integrieren solche Ladepunkte in bestehende Abrechnungssysteme für Flotten.

In dicht bebauten Städten kann der Ladebordstein daher eine Lücke schließen. Er nutzt Parkraum, der ohnehin vorhanden ist. Das reduziert den Bedarf an zusätzlichen Ladesäulen und kann Genehmigungsverfahren vereinfachen.

Risiken im Betrieb und wie man sie begrenzt

Die Technik im Bordstein bringt jedoch eigene Herausforderungen mit. Ladebuchse und Elektronik liegen sehr nah am Boden. Schmutz, Laub oder Schnee können sich dort leichter sammeln als bei einer Ladesäule.

Hersteller versuchen diese Risiken mit konstruktiven Lösungen zu reduzieren. Dazu gehören abgedichtete Elektronikmodule, Drainage für Wasser und beheizte Abdeckungen gegen Vereisung. Sensoren können das Laden stoppen, wenn sich Wasser in der Ladeöffnung sammelt.

Ein weiterer Punkt ist die Sichtbarkeit. Ein Ladebordstein ist bewusst unauffällig. Genau das kann im Alltag ein Problem sein. Fahrer erkennen den Ladepunkt schlechter als eine sichtbare Säule. Klare Markierungen auf dem Parkplatz und eine Einbindung in Lade‑Apps werden daher wichtig.

Auch Haftungsfragen spielen eine Rolle. Kabel verlaufen beim Laden quer über den Gehweg oder entlang der Bordsteinkante. Betreiber müssen deshalb prüfen, wie Wegeführung, Beschilderung und Parkplatzmarkierungen gestaltet werden.

Wie Unternehmen die Wirtschaftlichkeit einschätzen

Eine zentrale Frage bleibt die Wirtschaftlichkeit. Öffentliche Preislisten für einzelne Ladebordsteine existieren kaum, weil Einbau und Infrastruktur stark vom Standort abhängen. Ein Teil der Kosten entsteht durch Bauarbeiten, Kabeltrassen oder Netzanschlüsse.

Pilotdaten geben zumindest Hinweise auf mögliche Nutzung. In Köln lag die durchschnittliche Energie pro Ladevorgang bei rund 19 Kilowattstunden. Hochgerechnet auf ein Jahr wurden etwa 12,5 Megawattstunden pro Ladepunkt abgegeben.

Für Firmen bedeutet das vor allem Planungssicherheit. Der Ladepunkt wird regelmäßig genutzt, wenn Fahrzeuge mehrere Stunden parken. Genau dieses Szenario passt zu vielen Flottenfahrzeugen, die nachts oder während der Arbeitszeit am selben Ort stehen.

Der Ausbau kann außerdem schrittweise erfolgen. Ein Standort beginnt mit wenigen Ladebordsteinen. Wenn mehr Elektroautos in die Flotte kommen, lassen sich zusätzliche Bordsteine integrieren, ohne das gesamte Parkplatzlayout zu verändern.

Fazit

Der Ladebordstein verändert nicht die Technik des Ladens, sondern den Ort. Genau darin liegt sein Wert. Unternehmen können Ladepunkte dort integrieren, wo bisher nur Parkraum vorhanden war. In engen Straßen oder dicht bebauten Gewerbegebieten kann das entscheidend sein.

Ob sich das Konzept lohnt, hängt stark vom Standort ab. Wenn ohnehin Bauarbeiten geplant sind und Fahrzeuge regelmäßig mehrere Stunden parken, kann der Bordsteinlader eine elegante Lösung sein. Fehlen Stromanschluss oder geeignete Stellplätze, bleibt eine klassische Wallbox oft einfacher.

Die Entwicklung zeigt dennoch eine klare Richtung. Ladeinfrastruktur wird zunehmend unsichtbar und verteilt sich stärker im Straßenraum. Für Firmenflotten entsteht dadurch mehr Flexibilität beim Umstieg auf Elektromobilität.

Wie würdest du Ladeinfrastruktur an deinem Firmenstandort lösen? Teile den Artikel gern und diskutiere mit.