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Kann man KI-Training ablehnen und Samsung Health weiter nutzen?

Samsung erklärt die zusätzliche Zustimmung für KI-Entwicklung als optional. Was Ablehnen oder Widerrufen für Samsung Health bedeutet – und was für EWR-Konten offen bleibt.

Von Wolfgang

23. Juli 20267 Min. Lesezeit

Kann man KI-Training ablehnen und Samsung Health weiter nutzen?

Samsung erklärt die zusätzliche Zustimmung für KI-Entwicklung als optional. Was Ablehnen oder Widerrufen für Samsung Health bedeutet – und was für EWR-Konten offen bleibt.

Eine Gesundheits-App soll den Alltag verständlicher machen. Unübersichtlich wird es, wenn zusätzlich eine Zustimmung für KI-Entwicklung auftaucht. Samsung hat im Umfeld der Galaxy Watch9 und Galaxy Watch Ultra2 klargestellt: Wer die gesonderte Nutzung bestimmter Gesundheitsdaten für KI-Entwicklung nicht erlauben möchte oder später widerruft, soll Samsung Health weiter nutzen können. Für Menschen in Deutschland und Europa bleibt aber ein wichtiger Vorbehalt: Der konkrete Wortlaut des Dialogs für EWR-Konten ist nicht direkt verifiziert.

Warum die Frage jetzt auftaucht

Mit der Galaxy Watch9 und der Galaxy Watch Ultra2 rückt Samsung Health wieder stärker in den Alltag. Die am 22. Juli vorgestellten Geräte sollen Körpersignale erfassen, Gesundheitsmetriken aufbereiten und KI-gestützte Hinweise liefern. Das ist der aktuelle Anlass für eine Frage, die nicht bei der Uhr beginnt: Dürfen Daten, die eine App für die persönliche Auswertung sammelt, zusätzlich für die Entwicklung von KI verwendet werden?

Die Frage wurde Mitte Juli schärfer, nachdem eine Formulierung zur Datennutzung für KI-Training irritierte. In einer von zwei unabhängigen Fachmedien dokumentierten Samsung-Klarstellung heißt es, die zusätzliche Zustimmung sei optional und jederzeit widerrufbar. Der Launch schafft damit keine neue Datenschutzregel. Er macht nur sichtbar, warum die Trennung der Zwecke wichtiger wird, wenn Wearables Gesundheit, Training und tägliche Routinen immer enger begleiten.

Drei Dinge, die getrennt werden müssen

Im Gespräch über Gesundheitsdaten geraten drei Ebenen leicht durcheinander. Erstens gibt es die reguläre Nutzung von Samsung Health: Daten und Auswertungen, die eine Person in der App sehen und für ihre eigene Nutzung verwalten kann. Zweitens geht es um Material, das nach der Klarstellung eigens für die Entwicklung von KI erhoben werden soll. Drittens steht daneben die Frage, was eine Uhr oder App medizinisch aussagen kann. Diese Ebenen sind nicht austauschbar.

Die Produktankündigungen belegen, welche Funktionen Samsung für die neuen Uhren bewirbt. Sie belegen weder eine medizinische Diagnosequalität noch, dass jede Messung automatisch in ein KI-Training fließt. Umgekehrt ist die dokumentierte Klarstellung zur zusätzlichen Einwilligung kein Freibrief für pauschale Aussagen über alle Konten, Regionen oder Datenkategorien.

Die sinnvolle Unterscheidung

Reguläres Tracking
Messwerte und Einträge, die für die Nutzung von Samsung Health bestimmt sind.
Zusätzliche KI-Entwicklung
Material, das nach der dokumentierten Klarstellung mit einer separaten Zustimmung für diesen Zweck erhoben werden soll.
Medizinische Bewertung
Eine andere Frage als beide Datenzwecke: Produktmarketing ist kein Nachweis für Diagnose- oder Therapiewirkung.
Redaktionelle Grafik trennt reguläres Tracking, zusätzliche KI-Entwicklung und medizinische Bewertung in drei Ebenen.
Die Grafik macht sichtbar, warum Nutzung, zusätzliche KI-Entwicklung und medizinische Bewertung getrennte Fragen sind – durch KI erzeugt

Was Ablehnen und Widerruf laut Klarstellung bedeuten

Der praktische Kern fällt nüchterner aus, als die frühere Formulierung vermuten ließ. Samsung erklärte nach den vorliegenden Gegenlesen, dass die Zustimmung zur Nutzung von Gesundheitsdaten für KI-Entwicklung freiwillig sei. Wer sie nicht erteilt, soll die normale Samsung-Health-Nutzung nicht verlieren. Wer eine bereits erteilte Zustimmung widerruft, soll nach derselben Klarstellung nicht sämtliche bestehenden Gesundheitsdaten löschen lassen müssen.

Gelöscht werden soll vielmehr nur das Material, das für die KI-Entwicklung erhoben wurde. Das ist eine wichtige, aber eng begrenzte Aussage. Sie beschreibt die dokumentierte Herstellerposition zum damaligen Dialog. Sie garantiert nicht, dass jede App-Version denselben Text zeigt, dass alle Einstellungen an derselben Stelle liegen oder dass der Ablauf weltweit identisch umgesetzt wird.

Ein Widerruf beantwortet auch nicht jede Datenschutzfrage. Er sagt zunächst etwas über die weitere Nutzung der von der Einwilligung erfassten Daten aus. Welche Daten ein konkreter Account zuvor freigegeben hat, welche regionalen Hinweise gelten und welche produktbezogenen Datenschutzhinweise maßgeblich sind, lässt sich nur im jeweiligen Konto und in der passenden regionalen Dokumentation prüfen.

Was für Deutschland und Europa offen bleibt

Für Leserinnen und Leser in Deutschland ist die Samsung-Klarstellung als praktische Orientierung interessant, nicht als fertige Rechtsauskunft. Die recherchierte Samsung-Erklärung zu Verbrauchergesundheitsdaten ist ausdrücklich US-spezifisch. Sie kann erklären, warum Zustimmung, Widerruf und Datenzweck getrennt betrachtet werden sollten. Sie belegt jedoch nicht, welchen Dialog Samsung in Deutschland oder im gesamten EWR ausspielt.

Der direkte EWR-Wortlaut, der genaue Umfang der davon erfassten Daten und die regionale Verfügbarkeit der Funktion fehlen im Dossier. Deshalb wäre es falsch, aus der Klarstellung abzuleiten, jeder deutsche Account könne schon heute denselben Weg gehen. Ebenso unangebracht wäre die gegenteilige Behauptung, Samsung zwinge alle Nutzer zur Freigabe. Beide Aussagen gehen über die belegte Lage hinaus.

Die EU-Frage bleibt deshalb berechtigt. Gesundheitsdaten sind besonders sensibel, und zusätzliche Einwilligungen verdienen eine verständliche Erklärung. Eine Bewertung des konkreten Dialogs verlangt die direkte Prüfung des passenden regionalen Textes; Produktmeldungen und Mediengegenlesen sind dafür allein zu wenig. Diese Prüfung gehört nicht in diesen Artikel.

Person vergleicht eine neutrale Einwilligungsnotiz mit eigenen handschriftlichen Fragen an einem Schreibtisch.
Vor einer Zustimmung hilft es, Zweck, Widerruf und regionale Hinweise in Ruhe zu prüfen – durch KI erzeugt

Wie man mit einem solchen Zustimmungsdialog umgeht

Der erste Schritt ist schlicht: Nicht im Vorbeigehen bestätigen. Ein Dialog zur zusätzlichen Datennutzung sollte klar sagen, wofür die Zustimmung gilt, ob sie freiwillig ist und wie sie sich später zurücknehmen lässt. Fehlen diese Informationen oder bleiben sie unverständlich, ist Zurückhaltung vernünftiger als ein reflexartiger Klick.

Diese Schritte sind keine Anleitung, ein bestimmtes Samsung-Angebot anzunehmen oder abzulehnen. Sie helfen dabei, zwei Fragen auseinanderzuhalten: Welche Funktionen möchte man nutzen, und für welche zusätzlichen Zwecke sollen Daten zur Verfügung stehen? Genau diese Trennung macht Entscheidungen über Gesundheits-Apps nachvollziehbarer.

Die offene Frage hinter dem Pop-up

Der Fall Samsung Health zeigt nicht, dass KI in Gesundheits-Apps grundsätzlich problematisch wäre. Er zeigt etwas Konkreteres: Zusatzfunktionen werden nur dann vertrauenswürdig, wenn Nutzer erkennen können, welcher Datenzweck gerade gemeint ist und was ein Nein praktisch verändert. Je mehr Wearables persönliche Routinen begleiten, desto weniger darf ein Einwilligungsfenster wie eine Fußnote behandelt werden.

Samsung muss die nächste Bewährungsprobe mit einer klaren, regional passenden Darstellung bestehen. Für Nutzer bleibt die Aufgabe überschaubar: Den Unterschied zwischen App-Nutzung und zusätzlicher KI-Entwicklung nicht überlesen, die eigene regionale Dokumentation prüfen und aus beworbenen Gesundheitsfunktionen keine medizinischen Zusagen machen.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-07-23