Erneuerbare Energien

Axpo und energieUri nehmen zwei Batteriespeicher in Gurtnellen in Betrieb

Zwei neue Großbatterien sollen das Schweizer Stromsystem flexibler machen. Die aktuellen Leistungsangaben unterscheiden sich teilweise von der früheren Planung.

Von Wolfgang

14. Sep. 20263 Min. Lesezeit

Axpo und energieUri nehmen zwei Batteriespeicher in Gurtnellen in Betrieb

Zwei neue Großbatterien sollen das Schweizer Stromsystem flexibler machen. Die aktuellen Leistungsangaben unterscheiden sich teilweise von der früheren Planung.

KI-generiertes Symbolbild: Batteriespeicher im Alpenraum, keine Abbildung der tatsächlichen Anlage in Gurtnellen.

In Gurtnellen im Schweizer Kanton Uri sind zwei neue Großbatteriespeicher in Betrieb. Axpo und energieUri haben die Anlagen im Gebiet Plattischachen am 9. September 2026 eingeweiht. Laut Mitteilung zur Inbetriebnahme verfügt der Axpo-Speicher über 50 Megawatt Leistung, die benachbarte Anlage von energieUri über 8,4 Megawatt. Sie sollen Strom aufnehmen, wenn er kurzfristig im Überschuss vorhanden ist, und ihn später wieder ins Netz abgeben.

Die beiden Betreiber setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Axpo richtet seinen Speicher auf den nationalen Markt aus, energieUri auf die Bedürfnisse des Kantons. Am Standort befinden sich bereits ein Unterwerk der nationalen Netzgesellschaft und das Wasserkraftwerk Arniberg.

Megawatt verraten noch nicht die Speicherdauer

Die Leistungsangaben beschreiben, wie schnell ein Speicher Energie aufnehmen oder abgeben kann. Wie viel Energie insgesamt hineinpasst, wird dagegen in Megawattstunden angegeben. Diesen Unterschied erläutert Axpo auf seiner Übersichtsseite zu Batteriespeichern. Eine hohe Leistung allein sagt deshalb noch nicht, wie lange eine Batterie das Netz unterstützen kann.

Für die 50-Megawatt-Anlage nennt diese Projektseite maximal 100 Megawattstunden. Sie beschreibt allerdings noch den Bauzustand. Die aktuelle Einweihungsmitteilung bestätigt diese Energiemenge nicht erneut. Eine tatsächlich nutzbare Kapazität oder garantierte Entladedauer lässt sich daraus für den heutigen Betrieb nicht sicher ableiten.

Schema: Beim Laden fließt Energie vom Stromnetz zur Batterie, beim Entladen von der Batterie zum Stromnetz.
KI-generiertes, vereinfachtes Schema: Ein Batteriespeicher nimmt Energie aus dem Netz auf und gibt sie später wieder ab.

Die aktuelle Meldung ersetzt ältere Planungswerte

Auch bei der kleineren Anlage lohnt der Blick auf das Datum. In der Bauankündigung vom September 2025 hatte Axpo für energieUri noch 8,6 Megawatt genannt. Die neue Mitteilung nennt 8,4 Megawatt, ohne die Abweichung zu erklären. Maßgeblich für den aktuellen Bericht ist daher die jüngere Betreiberangabe.

Damals war die Inbetriebnahme für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen. Die nun dokumentierte Einweihung im September belegt den Abschluss des Projekts aus Sicht der Betreiber, verrät aber nicht, an welchem Tag die Anlagen erstmals technisch am Netz waren.

Flexibilität hilft beim Ausgleich im Stromnetz

Warum solche Anlagen gebraucht werden, erklärt der Übertragungsnetzbetreiber Swissgrid bei der Weiterentwicklung des Regelenergiemarkts: Stromproduktion und Verbrauch müssen laufend zusammenpassen, damit die Netzfrequenz bei 50 Hertz stabil bleibt. Bei unerwarteten Abweichungen wird Regelenergie eingesetzt. Dahinter steht die Möglichkeit, Einspeisung oder Verbrauch kurzfristig anzupassen.

Swissgrid will dafür zusätzliche Anbieter und Technologien gewinnen. Neben der Speicherwasserkraft sollen unter anderem Batterien eine größere Rolle spielen. Das ordnet den Nutzen der neuen Anlagen ein: Sie erzeugen keinen zusätzlichen Strom, sondern machen bereits erzeugte Energie zeitlich flexibler verfügbar. Ob und wie stark gerade diese Speicher die Kosten des Netzausgleichs senken, lässt sich aus ihrer Einweihung noch nicht ablesen. Dafür wären Erfahrungen und Daten aus dem Betrieb nötig.

Quellen

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.