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Gesundheitsdaten, Abokosten, Kündigung: Was die FTC Hims & Hers vorwirft

Was die FTC Hims & Hers zu Gesundheitsdaten, Abokosten und Kündigung vorwirft – und worauf es vor dem Abschluss digitaler Gesundheitsdienste ankommt.

Von Wolfgang

30. Juli 20267 Min. Lesezeit

Gesundheitsdaten, Abokosten, Kündigung: Was die FTC Hims & Hers vorwirft

Was die FTC Hims & Hers zu Gesundheitsdaten, Abokosten und Kündigung vorwirft – und worauf es vor dem Abschluss digitaler Gesundheitsdienste ankommt.

Die FTC, Kalifornien und Utah werfen dem US-Telemedizinanbieter Hims & Hers vor, gesundheitsbezogene Informationen über Werbe- und Trackingtechnik weitergegeben sowie Kosten, wiederkehrende Rezept-Abos und Kündigungen zu wenig transparent gestaltet zu haben. Die Klage wurde am 29. Juli 2026 eingereicht. Hims & Hers weist die Vorwürfe zurück; ein Gericht hat darüber noch nicht entschieden.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Im US-Verfahren geht es um behauptete Datenflüsse an Werbeplattformen, darunter Meta und Snap, sowie um Vorwürfe zu Abrechnung, Rezept-Abos und Kündigungswegen.
  • Die Klageschrift unterscheidet Kundenlisten-Abgleiche von automatisierten Website-Tracking-Ereignissen. Sie belegt nicht, dass vollständige medizinische Akten jeder Kundin oder jedes Kunden übermittelt wurden.
  • Hims & Hers nennt die Klage unbegründet, verweist auf Informationen und Wahlmöglichkeiten für Kunden und kündigt eine energische Verteidigung an.
  • Für Menschen in Deutschland und Europa ist der Fall keine Rechtsaussage über hiesige Nutzer. Er macht aber sichtbar, welche Fragen vor dem letzten Klick bei digitalen Gesundheitsdiensten geklärt sein sollten.

Wenn ein Gesundheitsfragebogen zugleich Vertragsbeginn sein kann

Ein Online-Fragebogen für eine Behandlung wirkt zunächst wie der Beginn einer medizinischen Beratung. Für Nutzer kann er aber zugleich der Moment sein, in dem Zahlungsdaten, ein wiederkehrender Bezug und verschiedene Datenverarbeitungen zusammenkommen. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Klage gegen Hims & Hers an.

Die Federal Trade Commission (FTC) sowie die Behörden aus Kalifornien und Utah haben die Klage am 29. Juli 2026 beim U.S. District Court for the Northern District of California eingereicht. Sie werfen dem Anbieter vor, sensible gesundheitsbezogene Informationen trotz Datenschutzversprechen über Kundenlisten-Abgleiche und Website-Tracking-Ereignisse an Meta, Snap und weitere Werbeplattformen übermittelt zu haben. Zusätzlich geht es um den Vorwurf, dass bei vielen Nutzern nach dem Intake-Formular Belastungen und wiederkehrende Rezept-Abos ausgelöst worden sein sollen, bevor die konkrete Empfehlung bekannt oder gebilligt war. Auch die Kündigungswege stehen im Verfahren zur Debatte.

Das sind Vorwürfe der Kläger in einem anhängigen Verfahren, keine gerichtlich festgestellten Verstöße. Der Punkt ist wichtig, weil der Fall mehrere Ebenen berührt, die im Alltag oft ineinanderlaufen: Versorgung, Konto, Werbung, Zahlung und Vertragsende.

Zwei Datenwege, die man nicht gleichsetzen sollte

Die Klageschrift beschreibt zwei unterschiedliche technische Wege. Zum einen geht es um Kundenlisten-Abgleiche. Dabei können Informationen aus einem Kundenbestand mit einer Werbeplattform abgeglichen werden. Zum anderen nennt die Klage automatisierte Website-Tracking-Ereignisse, bei Meta unter anderem Meta Pixel und Conversions API. Solche Ereignisse sollen Interaktionen auf einer Website an Mess- oder Werbesysteme übermitteln.

Diese Unterscheidung ist keine technische Fußnote. Sie verhindert eine falsche Zuspitzung: Aus der Klage folgt nicht, dass vollständige medizinische Behandlungsakten jeder Person an Meta oder Snap gegangen seien. Die Klageschrift nennt sensible gesundheitsbezogene Informationen und enthält in Teilen geschwärzte Passagen. Daraus lassen sich weder zusätzliche Datenfelder, Diagnosen, Nutzerzahlen noch Zeiträume ableiten.

Die Kläger behaupten, Hims & Hers habe die Datenweitergabe in einem Umfang betrieben, der nicht zu den eigenen Datenschutzversprechen passe. Ob das rechtlich trägt, muss das Gericht prüfen. Für Nutzer bleibt unabhängig davon eine praktische Frage: Lässt sich nachvollziehen, welche Angaben für die Versorgung benötigt werden und welche Werkzeuge für Analyse oder Werbung im Einsatz sind?

Redaktionelle Grafik zeigt getrennte Wege für Kundenlisten-Abgleich und Website-Tracking-Ereignis von einer neutralen digitalen Dienstseite zu abstrakten Netzwerkpunkten.
Die Grafik trennt Kundenlisten-Abgleich und Website-Tracking-Ereignis als unterschiedliche im Verfahren beschriebene Kategorien – durch KI erzeugt

Was die Klage zu Kosten, Abos und Kündigung behauptet

Neben den Datenwegen wirft die Klage Hims & Hers vor, Hinweise auf erste und wiederkehrende Belastungen sowie auf Fristen für Nachfüllungen nicht klar oder nicht auffällig genug kommuniziert zu haben. Nach Darstellung der Kläger sollen bei vielen Nutzern eine Belastung und die Einschreibung in ein wiederkehrendes Rezept-Abo nach dem Online-Intake ausgelöst worden sein, bevor die konkrete Behandlungsempfehlung bekannt oder bestätigt war.

Auch bei der Kündigung beschreibt die Klageschrift frühere und spätere Abläufe als schwer auffindbar oder mehrstufig. Daraus folgt nicht, dass eine Kündigung unmöglich gewesen sei. Es ist die Sicht der Kläger auf die damals beschriebenen Wege. Gerade bei Abonnements ist dieser Unterschied relevant: Ein umständlicher Ablauf ist ein Vorwurf, kein Urteil.

Für die Leserperspektive lässt sich die Sache auf eine einfache Reihenfolge herunterbrechen. Vor der Bestellung sollte nicht nur der Preis sichtbar sein. Ebenso klar sollten der Zeitpunkt der ersten Zahlung, mögliche Folgebelastungen, die Dauer einer wiederkehrenden Leistung und der konkrete Kündigungsweg sein.

Hims & Hers widerspricht den Vorwürfen

Hims & Hers weist die Klage als unbegründet zurück. Das Unternehmen erklärt, die FTC habe substanzielle Belege aus einer fast dreijährigen Untersuchung übergangen, und kündigt eine energische Verteidigung an. Nach eigener Darstellung erhalten Kunden Informationen für informierte Entscheidungen; die Datenschutzrichtlinie erläutere Wahlmöglichkeiten zur Datennutzung.

Das Unternehmen sagt außerdem, Informationen, die Patientinnen und Patienten medizinischen Behandlern geben, würden nur für die Versorgung genutzt. Diese Stellungnahme ist für die Einordnung unverzichtbar. Sie ist jedoch ebenso wenig ein gerichtlicher Gegenbeweis wie die Klage ein gerichtlicher Beweis für die Vorwürfe.

Redaktionelle Verbraucher-Grafik mit markenfreiem Smartphone, Datenschutzhinweis, Zahlungskarte, Kalenderblatt und offenem Ausgang neben den Labels Datennutzung, Zahlung, Laufzeit und Kündigung.
Datennutzung, Zahlung, Laufzeit und Kündigung gehören vor dem Abschluss auf den Tisch – durch KI erzeugt

Ein kurzer Check vor dem letzten Klick

Der US-Fall ist kein Beleg dafür, dass deutsche oder europäische Nutzer betroffen sind. Er überträgt auch nicht automatisch US-Recht auf Europa. Die offiziellen EU-Informationen zu sensiblen Gesundheitsdaten sowie zu Preis- und Vertragsinformationen bieten trotzdem eine nützliche, getrennte Orientierung für die Nutzung digitaler Dienste.

Datennutzung
Welche Angaben sind für die Versorgung gedacht, welche für das Konto, und welche Analyse- oder Werbeinstrumente werden in den Datenschutzinformationen genannt?
Zahlung
Ist vor dem letzten Klick klar, ob sofort bezahlt wird, was insgesamt anfällt und wann eine weitere Belastung folgen kann?
Wiederkehrende Leistung
Steht deutlich da, ob ein Rezept, eine Lieferung oder ein anderer Dienst fortläuft und in welchem Rhythmus?
Kündigung
Ist der Weg zum Vertragsende ohne Suche verständlich beschrieben, einschließlich möglicher Fristen?

Die Europäische Kommission führt gesundheitsbezogene Daten im EU-Kontext als sensible Daten mit besonderen Verarbeitungsbedingungen. Your Europe nennt bei Online-Diensten unter anderem Gesamtpreis, ausdrückliche Bestätigung der Zahlungspflicht, Vertragsdauer und Kündigungsbedingungen als relevante Informationen. Das ist keine Bewertung des US-Verfahrens und keine medizinische Beratung. Es hilft lediglich, die eigenen Fragen vor einem Vertragsabschluss zu sortieren.

Was an dem Fall hängen bleibt

Der Konflikt um Hims & Hers zeigt, wie wenig hilfreich es ist, Daten, Zahlung und Abo getrennt zu betrachten, wenn sie im selben Bildschirmablauf zusammenlaufen. Für das Gericht geht es nun darum, die Vorwürfe und die Erwiderung des Unternehmens zu bewerten. Für Nutzer liegt die unmittelbarere Konsequenz davor: Ein digitaler Gesundheitsdienst sollte verständlich erklären, welche Daten wohin gehen, wann Geld fällig wird und wie ein Vertrag endet.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-07-30