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E-Auto im Urlaub: ADAC-Umfrage zeigt Lade-Frust statt Reichweitenangst

Viele Verbrenner-Fahrer fürchten im Urlaub die Reichweite. E-Auto-Fahrer berichten dagegen eher von Tarifchaos, defekten Säulen und Ladepunkten am Zielort.

Von Wolfgang

07. Juli 20267 Min. Lesezeit

E-Auto im Urlaub: ADAC-Umfrage zeigt Lade-Frust statt Reichweitenangst

Viele Verbrenner-Fahrer fürchten im Urlaub die Reichweite. E-Auto-Fahrer berichten dagegen eher von Tarifchaos, defekten Säulen und Ladepunkten am Zielort.

Eine neue ADAC-Umfrage aus Hessen und Thüringen zeigt: Viele Verbrenner-Fahrer fürchten vor der Urlaubsfahrt mit dem E-Auto vor allem zu wenig Reichweite. Wer tatsächlich elektrisch fährt, berichtet dagegen deutlich häufiger von Tarifchaos, defekten oder belegten Ladesäulen und zu wenigen Ladepunkten am Zielort.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • 71 Prozent der befragten Verbrenner-Fahrer haben hohe bis sehr hohe Sorge, dass die Reichweite eines E-Autos für die Urlaubsfahrt nicht reicht.
  • Unter tatsächlichen E-Auto-Fahrern teilen nur 5 Prozent diese Reichweitenangst; praktischer Ärger entsteht eher beim Laden.
  • Genannt werden vor allem unübersichtliche Ladetarife, defekte oder besetzte Ladesäulen, hohe Preise und zu wenige Ladepunkte am Urlaubsort.
  • Die Umfrage ist nicht repräsentativ, liefert aber einen klaren Hinweis: Für E-Auto-Urlaub wird der Ladealltag wichtiger als die reine Batteriereichweite.

Worum es geht

Der ADAC Hessen-Thüringen hat gemeinsam mit Studierenden der Frankfurt University of Applied Sciences 1.900 Autofahrerinnen und Autofahrer aus Hessen und Thüringen online gefragt, wie sie Urlaubsfahrten mit dem E-Auto einschätzen. Veröffentlicht wurde das Ergebnis Anfang Juli 2026, also mitten in der Hauptreisezeit. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, zeigt aber eine klare Spannung: Verbrenner-Fahrer fürchten die Reichweite, erfahrene E-Auto-Fahrer sprechen eher über Tarife, Verfügbarkeit und Ladepunkte am Ziel.

Der Kernbefund ist einfach: Die Angst vor leerer Batterie sitzt vor allem bei denen, die noch keinen elektrischen Reisealltag kennen. Wer elektrisch unterwegs ist, kämpft seltener mit der reinen Reichweite, dafür häufiger mit der Frage, ob die Ladesäule funktioniert, frei ist, zum eigenen Tarif passt und am Zielort überhaupt verfügbar ist.

Die wichtigsten Zahlen der Umfrage

Die Umfrage trennt deutlich zwischen Befürchtungen und praktischen Erfahrungen. Besonders auffällig ist die Lücke bei der Reichweitenangst: 71 Prozent der Verbrenner-Fahrer geben hohe bis sehr hohe Sorge an, dass ein E-Auto für die Urlaubsfahrt nicht weit genug kommt. Unter tatsächlichen E-Auto-Fahrern liegt dieser Wert bei nur 5 Prozent.

Thema Wert Einordnung
Reichweitenangst bei Verbrenner-Fahrern 71 % Hohe bis sehr hohe Sorge vor zu geringer Reichweite im Urlaub
Reichweitenangst bei E-Auto-Fahrern 5 % Nur ein kleiner Teil teilt diese Sorge
Routenanpassung wegen Laden 36 % Bei Strecken über 300 Kilometern bereits erlebt
Keine direkte Auswirkung der Reichweite auf die Route 63 % Mehrheit der E-Auto-Fahrer plant nicht primär nach Reichweite um
Unübersichtliche Ladetarife 42 % Häufigstes genanntes Ladeproblem
Defekte Ladesäulen 31 % Betriebsqualität bleibt ein Reisethema
Besetzte Ladesäulen 28 % Kapazität und Auslastung beeinflussen Reisezeit
Teure Ladetarife 27 % Kosten sind neben Verfügbarkeit ein Hauptärgernis
Zu wenige Ladepunkte am Zielort 21 % Touristische Betriebe geraten stärker in den Fokus
Matrix der wichtigsten Ladeprobleme bei E-Auto-Urlaubsfahrten laut ADAC-Umfrage
Die größten Reibungspunkte liegen bei Tarifen, Verfügbarkeit und Ladepunkten am Zielort.

Reichweitenangst: großes Thema bei Verbrenner-Fahrern

Die Zahl von 71 Prozent zeigt, wie stark Reichweite noch immer als Hürde wahrgenommen wird. Gemeint ist nicht eine abstrakte Skepsis gegenüber Elektromobilität, sondern eine konkrete Urlaubssituation: lange Strecke, Gepäck, Familie, unbekannte Route, fremde Ladepunkte. Genau dort wirkt die Sorge vor dem Liegenbleiben stärker als im Alltag.

Bei den befragten E-Auto-Fahrern fällt die Bewertung anders aus. Nur 5 Prozent nennen eine hohe bis sehr hohe Angst, dass die Reichweite nicht reicht. Das heißt nicht, dass Urlaubsfahrten ohne Planung funktionieren. Es bedeutet aber, dass Erfahrung den Blick verschiebt. Wer sein Auto, den Verbrauch auf der Autobahn und die Ladegeschwindigkeit kennt, plant eher Ladestopps ein, statt die Batteriegröße allein zum Maßstab zu machen.

Lade-Frust: das Problem der E-Auto-Fahrer

Die praktischen Beschwerden der E-Auto-Fahrer richten sich weniger gegen die Batterie als gegen den Ladeprozess. 42 Prozent nennen unübersichtliche Ladetarife. Das ist der höchste Einzelwert unter den genannten Problemen und zeigt, wie sehr Preislogik, Roaming, Apps und Vertragsmodelle die Reise verkomplizieren können.

Danach folgen operative Probleme: 31 Prozent berichten von defekten Ladesäulen, 28 Prozent von besetzten Ladesäulen. 27 Prozent nennen teure Ladetarife, 21 Prozent zu wenige Ladepunkte am Zielort. Diese Reihenfolge ist wichtig. Sie zeigt, dass Ausbau allein nicht genügt. Ladepunkte müssen auffindbar, verfügbar, funktionsfähig und bezahlbar sein. Gerade am Urlaubsort entscheidet oft nicht der Schnellladepark an der Autobahn, sondern die Frage, ob Hotel, Ferienwohnung, Campingplatz oder Ortszentrum verlässliche Lademöglichkeiten bieten.

Was die Umfrage leisten kann – und was nicht

Der Methodenhinweis ist für die Einordnung zentral: Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Sie wurde online über ADAC-Kommunikationskanäle verbreitet und umfasst 1.900 Befragte aus Hessen und Thüringen. Außerdem weist die Zusammensetzung erkennbare Verzerrungen auf: Mehr als 40 Prozent der Teilnehmenden sind 65 Jahre oder älter, 75 Prozent sind männlich, 68 Prozent fahren einen Verbrenner.

Diese Alters-, Geschlechts- und Antriebsstruktur kann die Ergebnisse beeinflussen. So kann ein hoher Anteil von Verbrenner-Fahrern die Reichweitenangst stärker sichtbar machen. Umgekehrt liefern die Antworten der E-Auto-Fahrer wertvolle Hinweise darauf, welche Probleme im realen Reisebetrieb auftreten. Die Umfrage ersetzt keine bevölkerungsrepräsentative Studie, eignet sich aber als Stimmungsbild für eine konkrete Nutzergruppe kurz vor der Sommerreisezeit.

Ladeinfrastruktur: Deutschland ist nicht das einzige Reiseziel

Der Blick auf die Infrastruktur zeigt eine gemischte Lage. Der ADAC nennt für Deutschland fast 200.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Die Bundesnetzagentur führt im Ladesäulenregister zum Stand 1. Mai 2026 insgesamt 151.452 Normalladepunkte und 52.499 Schnellladepunkte in Betrieb. Für Hessen nennt der ADAC mehr als 15.000 Ladepunkte.

Für Urlaubsfahrten reicht der deutsche Durchschnitt aber nicht aus. Wer nach Italien, Kroatien oder in andere beliebte Reiseländer fährt, trifft je nach Region auf sehr unterschiedliche Bedingungen. Der ADAC weist auf große regionale Unterschiede in Europa hin. Auch die Bezahlarten variieren: EC-Karte, Kreditkarte, Smartphone oder Bargeld funktionieren nicht überall gleichermaßen. Für Reisende bedeutet das: Eine einzige App oder Karte kann genügen, muss es aber nicht.

Die ADAC Drive App zeigt europaweit rund 120.000 Ladesäulen und 360.000 einzelne Ladepunkte und kann nach Standort, Ladeleistung und Steckertyp filtern. Solche Werkzeuge lösen nicht jedes Tarifproblem, senken aber das Risiko, auf gut Glück zur nächsten Säule zu fahren.

Schematische E-Auto-Urlaubsroute mit Reserve, Ladepunkt und Tarifprüfung
Für lange Strecken hilft weniger die perfekte Reichweitenzahl als ein Plan für Ladepunkte, Reserve und Bezahlung.

Checkliste für die Urlaubsfahrt mit dem E-Auto

  • Route vorab prüfen: Ladepunkte entlang der Strecke und am Zielort ansehen, nicht nur an Autobahnen.
  • Reserve einplanen: Der ADAC empfiehlt, mit 10 bis 20 Prozent Restkapazität zu planen.
  • Ladezeit realistisch kalkulieren: An Schnellladesäulen dauert ein Ladevorgang je nach Auto etwa 20 bis 45 Minuten.
  • Pausen koppeln: Essens-, Toiletten- oder Bewegungspausen mit Ladestopps verbinden.
  • Unterkunft auswählen: Hotels, Ferienwohnungen oder Campingplätze mit Lademöglichkeit bevorzugen.
  • Bezahlung testen: Apps, Ladekarten, Roaming und Kreditkarte vor der Abfahrt klären.
  • Alternative kennen: Mindestens einen Ersatzladepunkt in der Nähe des geplanten Stopps merken.

Aus Sicht der Praxis: Die Batterie ist nicht das Hauptproblem

Meine Einschätzung: Nicht die Batterie ist hier das Hauptproblem, sondern Tarif- und Betriebserfahrung der Ladeinfrastruktur am Reiseort. Die Umfrage stützt diese These, weil die tatsächlichen E-Auto-Fahrer nicht vor allem an der Reichweite scheitern. Sie stoßen auf ein System, das zu oft erklärt werden muss, bevor es genutzt werden kann.

Für touristische Regionen ist das eine Chance und ein Warnsignal zugleich. Wer Ladepunkte sichtbar macht, funktionierende Säulen anbietet und Preise transparent kommuniziert, kann E-Auto-Reisende gezielt ansprechen. Wer nur eine einzelne Wallbox versteckt oder keine verlässlichen Informationen bereitstellt, wird in der Reiseplanung schnell aussortiert.

FAQ

Ist die ADAC-Umfrage repräsentativ?

Nein. Es handelt sich um eine nicht repräsentative Online-Umfrage mit 1.900 Teilnehmenden aus Hessen und Thüringen. Sie wurde über ADAC-Kommunikationskanäle verbreitet und weist Verzerrungen bei Alter, Geschlecht und Antriebsart auf.

Was ist für E-Auto-Fahrer im Urlaub das größte Problem?

In der Umfrage nennen E-Auto-Fahrer am häufigsten unübersichtliche Ladetarife. Danach folgen defekte und besetzte Ladesäulen, teure Tarife und zu wenige Ladepunkte am Zielort.

Wie sollte man Ladestopps planen?

Der ADAC empfiehlt, Ladepunkte vor der Abfahrt zu prüfen, mit 10 bis 20 Prozent Restkapazität zu planen und Bezahlmöglichkeiten sowie Roaming vorher zu klären. An Schnellladesäulen dauert ein Ladevorgang je nach Auto etwa 20 bis 45 Minuten.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft. Stand: 2026-07-07