EXI: CleanTech-Export nach zehn Jahren

CleanTech als Exporthebel: EXI zieht Bilanz

Zehn Jahre Exportinitiative Umweltschutz: über 200 Projekte in 97 Ländern. Für CleanTech-Firmen zählt jetzt Machbarkeit und der Weg über DIHK/AHK.

Von Wolfgang

18. Sep. 20265 Min. Lesezeit

CleanTech als Exporthebel: EXI zieht Bilanz

Zehn Jahre Exportinitiative Umweltschutz: über 200 Projekte in 97 Ländern. Für CleanTech-Firmen zählt jetzt Machbarkeit und der Weg über DIHK/AHK.

Technische Anlage der Umwelttechnik, Symbol für CleanTech-Export und Pilotprojekte

In Lima läuft Wasserwiederaufbereitung mit Berliner Know-how, auf thailändischen Inseln soll Wasserstoff Strom liefern. In Berlin zieht das Umweltministerium nach zehn Jahren Exportinitiative Bilanz – und stellt die Frage, wer als Nächstes den Schritt in den Markt wagt.

Kurz gesagt: Die Exportinitiative Umweltschutz (EXI) des Bundesumweltministeriums stützt seit zehn Jahren deutsche Umwelttechnik im Ausland – laut BMUKN mit mehr als 200 Projekten in 97 Ländern. Schwerpunkte sind Kreislaufwirtschaft, Wasser und Abwasser sowie grüner Wasserstoff und Brennstoffzellen. Für Exporteure zählen zwei Prüfungen: Passt das Vorhaben als Machbarkeit oder Pilot/Demo in diese Felder – und nutze ich DIHK, Chambers for GreenTech, AHK und Projektträgerin ZUG als Einstieg, statt allein zu akquirieren?

Jubiläum in Berlin, Bilanz mit Beleg

Am 4. September 2026 trafen sich Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zur CleanTech-Konferenz 2026 im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin. Anlass war das zehnjährige Bestehen der Exportinitiative Umweltschutz. Bundesumweltminister Carsten Schneider zog die Linie: CleanTech sei zu einer industriellen Schlüsselbranche geworden – und die weltweite Nachfrage nach umweltschonenden Lösungen eröffne Chancen für deutsche Unternehmen.

Die Zahlen, die das BMUKN nennt, bleiben bewusst knapp. Mehr als 200 Projekte in 97 Ländern wurden gefördert; insgesamt 82 Millionen Euro. Das reicht als Beleg für Reichweite und Fördervolumen. Es ersetzt keine Erfolgsbilanz mit Umsatz oder Jobs – und TechZeitGeist erfindet keine.

Schneider knüpft Export und Umweltschutz an denselben Satz: Die Initiative helfe Firmen, Chancen zu nutzen, und tue zugleich etwas für die Umwelt weltweit. Für den Mittelstand ist das die politische Rahmung. Die operative Frage kommt danach – und sie entscheidet sich nicht auf der Bühne der Konferenz, sondern in der Projektakte.

Im Fokus der Veranstaltung stand laut BMUKN, wie die deutsche Umweltwirtschaft ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit unter veränderten geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sichern und ausbauen kann. Das ist die große Überschrift. Für Exportverantwortliche übersetzt sie sich in kleinere Entscheidungen: Welches Land, welcher Projekttyp, welcher Partner vor Ort.

Kreislauf, Wasser, Wasserstoff – und der Projekttyp

Zu den Schwerpunkten der EXI gehören Kreislaufwirtschaft, Wasser- und Abwassertechnik sowie grüne Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien. Gefördert werden laut BMUKN Machbarkeitsstudien ebenso wie innovative Pilotprojekte und Demonstrationsvorhaben. Die Projekte werden weltweit umgesetzt; ein besonderer Fokus liegt auf Schwellen- und Entwicklungsländern.

Zwei Beispiele machen den Unterschied greifbar. Eine Berliner Firma arbeitet an Wasserwiederaufbereitung in der Millionenmetropole Lima. Ein Unternehmen aus NRW entwickelt Wasserstofflösungen für die Stromversorgung thailändischer Inseln. Beides sind Modellprojekte – also erprobte Technik unter realen Bedingungen, nicht nur Präsentationsfolien.

Genau hier liegt die erste Prüfung für Exporteure. Geht es um eine Machbarkeitsstudie – Markt, Technik, Partner vor Ort – oder um einen Pilot und eine Demo, die vor Ort laufen muss? Wer das vermischt, plant am falschen Förderhebel. Wer Kreislauf, Wasser oder Wasserstoff und Brennstoffzelle klar zuordnen kann, spricht die Sprache der Initiative.

Die Abgrenzung ist unbequem, aber nützlich. Eine Machbarkeitsstudie klärt, ob ein Vorhaben trägt. Ein Pilot zeigt, ob die Lösung unter lokalen Bedingungen hält. Wer beides in einen Antrag packt, ohne den Schritt zu benennen, erschwert die Einordnung für Fördergeber und Partner – und für die eigene Geschäftsleitung.

DIHK, AHK und ZUG statt Solo-Akquise

Seit Beginn ist die Deutsche Industrie- und Handelskammer strategische Partnerin der Exportinitiative. Über die Koordinationsstelle Chambers for GreenTech und das Netz der Auslandshandelskammern unterstützt die DIHK Unternehmen dabei, lokale Marktbedingungen zu verstehen und Partner vor Ort zu finden. Projektträgerin ist die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH; die CleanTech-Konferenz richtete ZUG gemeinsam mit der DIHK Service GmbH und Chambers for GreenTech aus.

DIHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Helena Melnikov betont denselben Punkt aus Verbandssicht: Die Umweltbranche stehe für Innovationskraft, ihre Lösungen seien weltweit gefragt – und die EXI zeige seit zehn Jahren, wie BMUKN, DIHK und AHK-Netzwerk den Schritt in internationale Märkte tragen können. Das ist keine Garantie auf Zuschlag. Es ist ein klarer Einstiegskanal.

Die zweite Prüfung lautet deshalb: Nutze ich DIHK, AHK und ZUG als Einstieg – oder versuche ich den Markt allein zu erschließen? Solo-Akquise bleibt möglich. Der dokumentierte Weg der Initiative läuft über Partnernetz und Projektträger. Wer den Einstieg ignoriert, verzichtet auf lokale Marktkenntnis, die das BMUKN ausdrücklich mit der Initiative verknüpft.

Für KMU ist das oft der praktische Engpass: nicht die Technik, sondern der Zugang zu Behörden, Betreibern und Lieferketten vor Ort. Chambers for GreenTech und die AHKs sind dafür gebaut. ZUG trägt die Projektseite. Wer beides zusammen denkt, verkürzt den Weg von der Idee zur umsetzbaren Akte.

Für Geschäftsführung und Exportverantwortliche in CleanTech-KMU: Prüfen Sie zwei Punkte vor dem nächsten Auslandsschritt. Erstens: Passt Ihr Vorhaben als Machbarkeit oder als Pilot/Demo in Kreislaufwirtschaft, Wasser/Abwasser oder grünen Wasserstoff/Brennstoffzellen? Zweitens: Gehen Sie über DIHK, Chambers for GreenTech, AHK und ZUG – statt nur über eigene Akquise? Quelle: BMUKN-Pressemitteilung vom 04.09.2026 zur Exportinitiative Umweltschutz.

Einordnung: Signal mit Alltag danach

Der politische Kern ist klar: Nach zehn Jahren steht eine dokumentierte Projektbilanz – und eine Konferenz, die Wettbewerbsfähigkeit unter veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen diskutiert. Für den CleanTech-Mittelstand zählt trotzdem die nächste Schicht: Projekttyp wählen, Schwerpunkt treffen, Partnernetz nutzen.

TechZeitGeist grenzt bewusst ab. Hier geht es nicht um Horizon-Europe-Calls, nicht um NZIA-Fabriken und nicht um Wasserstoff-CfD-Titel im Haushalt. Es geht um den Exportweg über die Exportinitiative Umweltschutz – und um die Alltagsentscheidung, die aus dem Jubiläum folgt.

Offen bleibt, welche Vorhaben als Nächstes den Sprung von der Studie in den laufenden Pilot schaffen. Die Antwort liegt bei den Unternehmen. Und bei der Disziplin, Machbarkeit und Marktzugang getrennt zu prüfen – statt Jubiläums-PR als fertigen Geschäftsplan zu lesen.

Quellen

  • BMUKN: Pressemitteilung „Zehn Jahre Exportinitiative Umweltschutz: CleanTech ist industrielle Schlüsselbranche“, 04.09.2026 – bundesumweltministerium.de

Zur Einordnung Wasserstoff-Politik: Wasserstoffhochlauf stockt – Verbände fordern CfD-Titel. Zu Clean-Tech-Industriepolitik: Net-Zero Industry Act.

Für diesen Artikel wurden KI-gestützte Recherche- und Editierwerkzeuge verwendet. Der Inhalt wurde redaktionell geprüft.