VPNs und Jugendschutz in Europa: Was neue Alterschecks bedeuten

Zuletzt aktualisiert: 03. February 2026
Berlin, 03. February 2026

Auf einen Blick

Die EU arbeitet seit 2025 an einem Alterscheck-Blueprint, der nur „über 18“ bestätigt. Das verändert die Debatte rund um VPNs: Ein VPN umgeht nicht automatisch kryptografische Altersnachweise, kann aber bei einfachen Sperren und Geoblocking helfen. Für Nutzer zählen deshalb vor allem mögliche VPN-Blockaden einzelner Dienste.

Das Wichtigste

  • Die EU-Kommission hat im Juli 2025 einen „Age Verification“-Blueprint samt Referenzcode veröffentlicht.
  • Die Spezifikation setzt auf digitale Nachweise wie „age_over_18“ und empfiehlt eine Gültigkeit von maximal 3 Monaten pro Nachweis.
  • VPNs helfen vor allem dann, wenn Anbieter auf IP- oder Länderprüfungen setzen; bei signierten Nachweisen ist ein IP-Wechsel allein nicht genug.
  • Eine EU-weite VPN-Sperre ist in den recherchierten Primärquellen nicht bestätigt; wahrscheinlicher sind punktuelle Sperren einzelner Plattformen.

Einleitung

In Europa wird Altersverifikation für bestimmte Online-Inhalte gerade praktisch umgesetzt: Die EU-Kommission hat dafür 2025 einen technischen Blueprint veröffentlicht. Das ist 2026 besonders relevant, weil viele Dienste nach Wegen suchen, Jugendschutz umzusetzen, ohne dabei unnötig Daten zu sammeln. Gleichzeitig fragen sich Nutzer, ob VPNs künftig stärker eingeschränkt oder blockiert werden.

Was neu ist

Am 14. Juli 2025 stellte die EU-Kommission eine „Age Verification“-Blaupause bereit, inklusive Referenz-Implementierung. Ziel ist ein Alterscheck, der Online-Diensten nur das Ergebnis liefert (z. B. „über 18“) statt Ausweisdaten. In der technischen Spezifikation ist dafür unter anderem ein Dokumenttyp („eu.europa.ec.av.1“) und das Attribut „age_over_18“ vorgesehen. Außerdem werden Einmal-Nachweise beschrieben, die laut Spezifikation maximal 3 Monate gültig sein sollen; eine erneute Prüfung ist danach vorgesehen. Eine Revocation (Widerruf) ist in der ersten Version der Spezifikation nicht verpflichtend.

Was das bedeutet

Für dich als Nutzer ist entscheidend, wie ein Dienst seinen Jugendschutz technisch umsetzt. Bei signierten Altersnachweisen ist ein VPN nicht der „Schlüssel“, weil die Prüfung nicht primär auf der IP-Adresse basiert, sondern auf kryptografisch signierten Angaben. Anders sieht es aus, wenn Anbieter auf einfachere Methoden setzen, etwa Länderabfragen oder Netzsperren: Dann kann ein VPN (ein verschlüsselter Tunnel, der deine Verbindung über einen anderen Server leitet) die Wahrnehmung deines Standorts verändern. Genau hier entstehen mögliche Einschränkungen in der Praxis: Statt eines allgemeinen Verbots könnten Plattformen VPN-Verbindungen blockieren oder zusätzliche Prüfungen verlangen. Kritiker warnen zudem vor Risiken durch zentrale Alterschecks und Datensammeln, auch wenn der EU-Blueprint ausdrücklich auf Datenminimierung zielt.

Wie es weitergeht

Die EU positioniert den Blueprint als Übergangslösung und als Baustein Richtung European Digital Identity Wallet (EUDI Wallet), das laut Einordnung im Umfeld der Spezifikation bis Ende 2026 in den Mitgliedstaaten verfügbar werden soll. Was daraus für VPNs folgt, hängt weniger von der EU-Software selbst ab, sondern von der Umsetzung durch Plattformen und nationale Rollouts: Werden Altersnachweise breit genutzt, sinkt der Anreiz für IP-basierte Sperren, die VPNs leicht beeinflussen. Bleiben dagegen viele Insellösungen, kann die Versuchung steigen, VPNs pauschal zu blocken in Vorgehen, das erfahrungsgemäß auch unbeteiligte Nutzer trifft (z. B. in Firmen- oder Schulnetzen). Derzeit gibt es dazu in den recherchierten EU-Primärquellen keine bestätigten Vorgaben für eine generelle VPN-Einschränkung.

Update: 09:50 – Keine weiteren bestätigten Details.

Fazit

„VPN wird eingeschränkt“ ist in Europa aktuell weniger eine bestätigte Gesetzes-Ansage als eine mögliche Nebenfolge von Jugendschutz-Umsetzungen einzelner Dienste. Der EU-Blueprint setzt auf Nachweise statt IP-Tricks ber die Praxis entscheidet, ob Plattformen VPNs tolerieren oder blockieren.

Schreib uns, ob du schon VPN-Blockaden bei Alterschecks gesehen hast nd welche Lösung du fair und alltagstauglich findest.

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