USA starten KI-Tech Corps und werben für US-Cloud

Stand: 22. February 2026, 17:46 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

Die US-Regierung hat die Bildung eines “KI-Tech Corps” als Teil ihrer aktuellen Technologie- und KI-Agenda skizziert. Das Programm soll den Einsatz US-amerikanischer KI- und Cloud-Lösungen im Ausland unterstützen. Für europäische Behörden rückt damit erneut die Beschaffungspraxis bei Cloud und KI sowie die Abhängigkeit von US-Anbietern in den Fokus.

Das Wichtigste

  • Das Weiße Haus nennt ein “KI-Tech Corps” und eine “U.S. Tech Force” als neue Bausteine seiner KI-Politik.
  • In dem Überblickspapier werden zudem Maßnahmen zur schnelleren IT- und KI-Beschaffung im US-Staatsapparat genannt, darunter “FedRAMP 20x”.
  • Nach einem Bericht von Rest of World sollen Freiwillige im Ausland beim Einsatz des “American AI stack” unterstützen, vorgesehen sind Einsätze von ein bis zwei Jahren.

US-Initiative setzt auf Personal und Beschaffung

Die US-Regierung verknüpft ihre KI-Strategie mit einem neuen Personalprogramm, das als “KI-Tech Corps” beschrieben wird. Ziel ist es, Know-how und technische Unterstützung für die Einführung US-amerikanischer KI- und Cloud-Lösungen auch außerhalb der USA zu mobilisieren. Für europäische Verwaltungen ist das relevant, weil KI-Systeme in der Praxis häufig an Cloud-Infrastrukturen und Anbieterökosysteme gekoppelt sind.

Was die USA zum “KI-Tech Corps” veröffentlichen

In einem im Januar veröffentlichten Papier zu “Science & Technology Highlights” beschreibt das White House Office of Science and Technology Policy (OSTP) ein “U.S. Tech Force”-Programm und ein “Tech Corps”-Modell im Kontext der US-KI-Agenda. Genannt werden daneben Instrumente, die den Einsatz von KI in Behörden organisatorisch und prozessual beschleunigen sollen, darunter eine Reform des US-Sicherheitsfreigabeverfahrens für Cloud-Dienste unter dem Namen “FedRAMP 20x”.

Rest of World berichtet, die US-Regierung plane zudem Peace-Corps-ähnliche Einsätze von Fachkräften, die in Partnerländern beim Aufbau und bei der Einführung eines “American AI stack” unterstützen sollen. Konkrete Einsatzländer sind bislang offen.

Folgen für EU-Behörden und Cloud-Beschaffung

Die US-Pläne sind auf internationale Verbreitung von US-Technologie ausgerichtet und berühren damit indirekt europäische Beschaffungs- und Regulierungsdebatten. In der öffentlichen Verwaltung werden KI-Anwendungen häufig als cloudbasierte Dienste oder über Anbieterplattformen integriert. Programme, die US-Standards und US-Ökosysteme fördern, können den Druck erhöhen, bei Ausschreibungen Fragen der Anbieterbindung, der Datenverarbeitung und der Sicherheitsanforderungen genauer zu dokumentieren.

Institutionell relevant ist zudem, dass die USA parallel an schnelleren Verfahren für die Zulassung und den Einkauf von Cloud- und KI-Diensten arbeiten. Für europäische Stellen, die mit US-Partnern kooperieren oder transatlantische IT-Projekte prüfen, dürfte damit die Abgrenzung zwischen technischer Leistungsfähigkeit und Compliance-Anforderungen an Bedeutung gewinnen.

Wie sich das Programm konkretisiert

Ob das “KI-Tech Corps” als eigenständiges Programm aufgebaut wird oder vor allem als Dach für bestehende Personal- und Technologieinitiativen dient, hängt von der weiteren Ausgestaltung ab. Klarheit wird vor allem durch detailliertere Programmunterlagen, mögliche Ausschreibungen und Vorgaben zur Zusammenarbeit mit Partnerländern erwartet. Für europäische Akteure werden dabei insbesondere technische Mindestanforderungen, Zuständigkeiten und die Rolle von Cloud- und Modellanbietern entscheidend sein.

Ein neues Instrument in der US-KI-Außen- und Technologiepolitik

Mit dem “KI-Tech Corps” skizziert die US-Regierung ein Personalinstrument, das die Verbreitung US-amerikanischer KI- und Cloud-Technologien im Ausland unterstützen soll. Gleichzeitig setzen die USA auf schnellere Prozesse für die Nutzung solcher Systeme in eigenen Behörden. Für die EU erhöht das den Fokus auf Beschaffungsregeln und technische Abhängigkeiten in der Verwaltung.

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