Texas verklagt TP-Link wegen Router-Sicherheit und Herkunft

Stand: 20. February 2026, 11:45 Uhr
Berlin

Auf einen Blick

Texas hat den Router-Anbieter TP-Link verklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmen irreführende Angaben zu Herkunft und Sicherheitsmerkmalen vor und verweist auf bekannte Schwachstellen sowie mutmaßliche Ausnutzung in Angriffskampagnen. Der Rechtsstreit erhöht den Druck auf Hersteller und öffentliche Beschaffer, Lieferketten und Updates nachvollziehbar zu machen.

Das Wichtigste

  • Die Texas Attorney General hat eine Zivilklage gegen TP-Link Systems Inc. eingereicht.
  • Im Zentrum stehen Vorwürfe zu irreführenden Angaben über Herkunft, Unternehmensstrukturen und die Sicherheit von Routern.
  • TP-Link weist die Vorwürfe zurück; das Verfahren kann Auswirkungen auf Beschaffungsvorgaben und Sicherheitsprüfungen haben.

Klage setzt Hersteller unter neuen Rechtfertigungsdruck

Der US-Bundesstaat Texas geht juristisch gegen TP-Link vor und rückt damit die Sicherheit von Consumer-Routern und die Transparenz von Lieferketten in den Fokus. Die Klage knüpft an eine Reihe von Berichten über ausgenutzte Schwachstellen in Netzwerkgeräten an. Für Hersteller wird entscheidend, wie belastbar sie Sicherheitsversprechen, Update-Prozesse und Herkunftsangaben belegen.

Was Texas TP-Link vorwirft

Nach Angaben der Behörde richtet sich die Klage gegen TP-Link Systems Inc. und stützt sich auf Vorwürfe nach texanischem Verbraucherschutzrecht. Texas behauptet unter anderem, TP-Link habe Verbraucher über die Herkunft und über Unternehmensbezüge getäuscht und die Sicherheit seiner Router in der Vermarktung überzeichnet. In der Klageschrift werden zudem öffentlich dokumentierte Schwachstellen und Berichte über deren Missbrauch in Angriffskampagnen angeführt. Zu möglichen finanziellen Forderungen machte die Behörde keine konkreten Angaben.

TP-Link wies die Vorwürfe nach einem Reuters-Bericht zurück. Das Unternehmen verwies demnach auf Sicherheitsmaßnahmen und erklärte, es sei nicht von der chinesischen Regierung kontrolliert.

Bedeutung für europäische Märkte und IT-Betrieb

Der Rechtsstreit spielt sich in den USA ab, berührt aber eine Debatte, die auch in Europa geführt wird. Behörden und größere Organisationen koppeln Beschaffungsentscheidungen zunehmend an Nachweise zu Update-Politik, Schwachstellenmanagement und Herkunft von Hard- und Software. Für Privatkunden dürfte der unmittelbare Effekt vor allem in erhöhter Aufmerksamkeit für Sicherheitswarnungen und Produktunterstützung liegen, etwa bei längeren Update-Zyklen oder Modellwechseln.

Wie das Verfahren weiterläuft

Als nächster Schritt wird das zuständige Gericht die Anträge und die Einlassungen der Parteien prüfen. In texanischen Verfahren dieser Art können auch einstweilige Anordnungen beantragt werden, um bestimmte Geschäftspraktiken vorläufig zu untersagen. Ob weitere US-Behörden oder Bundesstaaten ähnliche Schritte einleiten, blieb bislang offen.

Streit dreht sich um Sicherheit, Marketing und Lieferketten

Die Klage aus Texas richtet sich gegen die Darstellung von Sicherheit und Herkunft bei TP-Link-Produkten und verknüpft diese mit bekannten Schwachstellen in Router-Firmware. Für die Branche ist das Verfahren ein Test, wie detailliert Hersteller Herkunftsangaben, Update-Mechanismen und Sicherheitszusagen juristisch verteidigen müssen.

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