Spam-SMS blockieren: iPhone & Android Schritt für Schritt gegen Phishing

Eine verdächtige Paket-SMS, ein angeblicher Konto-Alarm oder ein “Gewinn” per Kurznachricht: Solche Nachrichten sind oft Spam oder Phishing (auch “Smishing” genannt). In dieser Anleitung lernst du, wie du Spam-SMS blockieren kannst – auf dem iPhone ebenso wie auf Android. Du richtest Filter für unbekannte Absender ein, meldest Nachrichten als Spam, sperrst Nummern dauerhaft und reduzierst Benachrichtigungen auf ein sinnvolles Minimum. Am Ende weißt du außerdem, woran du Betrugs-SMS schnell erkennst, ohne bei echten Codes oder Lieferinfos etwas Wichtiges zu verpassen.

Einleitung

Du wartest auf ein Paket – und plötzlich kommt eine SMS: “Zollgebühr offen” oder “Adresse unvollständig”. Oder du bekommst mitten am Abend eine Nachricht, die wie eine Bank wirkt und dich zu einem Link drängt. Viele kennen dieses Gefühl: kurz unsicher, kurz genervt, manchmal sogar erschrocken. Genau darauf setzen Phishing-SMS. Sie wollen, dass du schnell klickst, schnell Daten eingibst oder eine App installierst.

Die gute Nachricht: Moderne iPhones und Android-Smartphones haben heute mehrere Schutzschichten. Du kannst unbekannte Absender automatisch in einen eigenen Bereich sortieren, Spam melden (damit Filter besser werden) und einzelne Nummern konsequent sperren. Das reduziert nicht nur das Risiko, sondern auch den täglichen Benachrichtigungsstress.

Wichtig ist dabei ein pragmatischer Ansatz: Du musst nicht jede einzelne Betrugsmasche kennen. Es reicht, ein paar zuverlässige Einstellungen zu aktivieren und zu wissen, was du im Ernstfall tust. Die folgenden Schritte sind so aufgebaut, dass du sie in wenigen Minuten umsetzen kannst – auch wenn Menüs je nach Version leicht anders heißen.

Grundlagen und Überblick

Bei Spam-SMS und Phishing geht es meist nicht um “Technik-Tricks” am Handy, sondern um Psychologie: Eine Nachricht wirkt dringend (“letzte Chance”), offiziell (“Support”), oder verlockend (“Bonus”). Technisch kommen diese Texte als klassische SMS/MMS oder als RCS-Nachrichten. RCS ist eine modernere Nachrichten-Technik, die in vielen Apps wie ein “SMS-Upgrade” wirkt: mit Lesebestätigungen, Tippanzeige und oft besserer Medienübertragung. Für dich zählt vor allem: Auch RCS kann Spam enthalten, deshalb ist ein guter Filter wichtig.

Der sicherste Umgang mit verdächtigen SMS ist nicht “besser erkennen”, sondern: weniger sehen, weniger klicken, konsequent melden und blockieren.

Auf dem iPhone helfen dir Funktionen in der Nachrichten-App, zum Beispiel das Filtern unbekannter Absender und das Melden von unerwünschten Nachrichten. Apple beschreibt außerdem, wie du Spam-Nachrichten wiederfinden kannst, falls einmal etwas fälschlich aussortiert wurde.

Auf Android hängt es etwas stärker davon ab, welche Nachrichten-App du nutzt. Sehr verbreitet ist Google Messages (“Google Nachrichten”). Dort gibt es einen integrierten Spam-Schutz, der verdächtige Inhalte erkennen, in einen Spam-Ordner verschieben und Absender blockieren kann. Google erläutert auch, welche Daten dabei verarbeitet werden und wie das Melden von Spam funktioniert.

Damit du schnell entscheiden kannst, welcher Weg zu deinem Gerät passt, hilft dieser Überblick:

Option oder Variante Beschreibung Geeignet für
iPhone: Unbekannte Absender filtern Sortiert Nachrichten von Nummern, die nicht in deinen Kontakten sind, in einen separaten Bereich. Alle, die Ruhe vor “neuen” Nummern wollen, aber nichts komplett verlieren möchten.
iPhone: Spam melden & blockieren Markiert eine Nachricht als unerwünscht und sperrt den Absender für die Zukunft. Wenn bestimmte Nummern wiederholt nerven oder klar betrügerisch sind.
Android: Google Nachrichten Spam-Schutz Automatischer Filter, plus Blockieren/Melden direkt aus der Unterhaltung heraus. Pixel, Samsung und viele andere Geräte – besonders, wenn du Google Messages nutzt.
Android: Blockieren in Hersteller-App Ähnliche Funktionen, aber Menünamen unterscheiden sich je nach Marke und Version. Wenn du bewusst bei der vorinstallierten SMS-App bleiben willst.

Vorbereitung und Voraussetzungen

Bevor du loslegst, lohnt sich ein kurzer Check. Das spart Zeit, weil viele Funktionen nur auftauchen, wenn die richtige App aktiv ist oder Updates installiert sind.

  • Aktualisiere das System: Installiere Updates für iOS bzw. Android. Schutzfunktionen und Filter werden regelmäßig verbessert.
  • Prüfe deine Nachrichten-App: Auf Android ist es wichtig zu wissen, ob du “Google Nachrichten” oder eine Hersteller-App nutzt. Für die Schritte unten ist Google Messages der klarste, einheitlichste Weg.
  • Notiere dir typische echte Absender: Bank, Mobilfunkanbieter, Paketdienste oder 2FA-Codes. So erkennst du leichter, ob eine Nachricht “neu” wirkt, aber eigentlich zu einem echten Dienst gehört.
  • Plane eine kurze Kontroll-Routine: Wenn du Filter aktivierst, schau in den ersten Tagen einmal pro Tag in den Bereich “Spam” oder “Unbekannt”. So findest du schnell heraus, ob etwas Legitimes dort landet.

Diese Sicherheitsregeln helfen unabhängig vom Gerät:

  1. Keine Links antippen, wenn dich die Nachricht unter Druck setzt oder seltsam wirkt. Öffne stattdessen die App des Dienstes (z. B. Paketdienst, Bank) oder rufe die Website manuell auf.
  2. Nie Daten per SMS bestätigen: PINs, Passwörter, Ausweis- oder Kontodaten gehören nicht in Antworten auf SMS.
  3. Bei Unsicherheit: kurz warten. Betrugs-SMS wollen Tempo. Echte Probleme lassen sich in der Regel auch in 30 Minuten noch prüfen.

Wenn du tiefer einsteigen willst: Auf TechZeitGeist findest du ergänzend eine Einordnung, wie Scam-Erkennung auf modernen Smartphones funktioniert, etwa im Beitrag Scam-Detection auf Android: Wie Warnungen vor Betrug funktionieren. (Der Artikel dreht sich vor allem um Anrufe, die Prinzipien sind aber ähnlich.)

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die folgenden Schritte sind so sortiert, dass du zuerst automatische Filter aktivierst und danach einzelne Absender konsequent blockierst. So erreichst du schnell Ruhe – ohne jedes Mal manuell reagieren zu müssen.

  1. iPhone: Unbekannte Absender in Nachrichten filtern

    Öffne Einstellungen > Nachrichten und aktiviere (je nach iOS-Version) die Option zum Filtern/Sortieren unbekannter Absender. Danach zeigt die Nachrichten-App einen separaten Bereich für Unbekannte. Das reduziert vor allem Benachrichtigungen durch neue, nicht gespeicherte Nummern.

  2. iPhone: Spam melden und Absender blockieren

    Öffne die verdächtige Unterhaltung in Nachrichten. Nutze die Option, die Nachricht als Junk/Spam zu melden (die Bezeichnung kann je nach Nachrichtentyp variieren). Zusätzlich kannst du den Absender über die Kontakt-/Info-Ansicht der Unterhaltung blockieren. Ab dann kommen neue Nachrichten dieser Nummer nicht mehr normal bei dir an.

  3. iPhone: Spam-Ordner prüfen (falls du etwas vermisst)

    Wenn dir auffällt, dass ein echter Code oder eine echte Benachrichtigung fehlt, öffne in der Nachrichten-App die Filter und sieh in den Bereich für Spam oder Unbekannte. Apple beschreibt, wie du fälschlich erkannte Spam-Nachrichten wiederherstellen kannst.

  4. Android: In Google Nachrichten den Spam-Schutz aktivieren

    Öffne Google Nachrichten. Tippe oben auf dein Profilbild (oder das Konto-Symbol) > Einstellungen > Spamschutz und aktiviere ihn. Google weist darauf hin, dass dieser Schutz Spam erkennen und in einen eigenen Bereich verschieben kann.

  5. Android: Spam-Konversation blockieren und melden

    Öffne die Unterhaltung. Tippe auf das Drei-Punkte-Menü (oben rechts) und wähle Blockieren bzw. Blockieren und als Spam melden. Damit sperrst du den Absender und meldest die Unterhaltung, damit Filter besser werden.

  6. Android: Spam- und Blockiert-Ordner finden

    In Google Nachrichten findest du den Bereich Spam & blockiert im Menü. Das ist praktisch, wenn du etwas zurückholen oder eine Nummer wieder freigeben willst.

  7. Optional: Android-Nachrichten-App als Standard festlegen

    Wenn du mehrere SMS-Apps installiert hast, kann es sein, dass Meldungen/Filter nicht dort greifen, wo du liest. Stelle unter Android in den Systemeinstellungen eine SMS-App als Standard ein (Bezeichnung variiert je nach Gerät). Für viele ist Google Nachrichten die einfachste Wahl, weil die Menüs auf vielen Geräten gleich sind.

Woran du merkst, dass alles klappt: Neue Spam-Nachrichten erscheinen entweder gar nicht mehr in deiner Hauptliste oder landen sichtbar in einem Spam-/Unbekannt-Bereich. Und: Du bekommst deutlich weniger Push-Benachrichtigungen von Nummern, die du nicht kennst.

Tipps, Fehlerbehebung und Varianten

Auch mit Filtern ist nicht jede Situation automatisch gelöst. Diese Tipps helfen dir, die häufigsten Stolpersteine ruhig abzufangen.

Problem: Ein echter Absender landet bei “Unbekannt” oder im Spam.
Das passiert, wenn du die Nummer nicht in deinen Kontakten hast oder ein Dienst über wechselnde Nummern sendet. Lösung: Speichere die Nummer (falls seriös) in den Kontakten oder markiere die Unterhaltung als “bekannt” bzw. “kein Spam”. Prüfe in den ersten Tagen den Spam-/Unbekannt-Bereich einmal kurz, bis sich alles eingependelt hat.

Problem: Eine neue Nummer schreibt immer wieder, obwohl du blockierst.
Viele Spam-Kampagnen wechseln Nummern. Das ist leider normal. Dann hilft: konsequent melden statt nur löschen, damit Filter dazulernen. Zusätzlich kannst du überlegen, ob du Benachrichtigungen für Nachrichten von unbekannten Absendern generell stärker begrenzt (z. B. über Fokus-/Nicht-stören-Modi).

Problem: Du hast eine Hersteller-App und findest die Menüs nicht.
Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Gerät. Wenn du schnell zum Ziel willst, installiere testweise Google Nachrichten aus dem Play Store und setze sie als Standard. Die Schritte zum Blockieren und Melden sind dort gut dokumentiert und auf vielen Android-Geräten gleich.

So erkennst du Phishing-SMS im Alltag schneller (ohne jede Masche auswendig zu lernen):

  • Druck: “sofort handeln”, “letzte Warnung”, “Konto wird gesperrt”.
  • Unklare Absender: Handynummer statt offizieller Name, oder eine Nummer, die ständig wechselt.
  • Links: verkürzte Webadressen oder Zeichenfolgen, die nicht zum Dienst passen.
  • Datenhunger: Aufforderung, Zahlungsdaten, Passwörter oder Identitätsdaten einzugeben.

Für typische Paketdienst- und “Zahlungsaufforderungs”-SMS warnt auch die Verbraucherzentrale und rät unter anderem dazu, nicht auf Links zu klicken und stattdessen Sendungen direkt über offizielle Apps oder Seiten zu prüfen.

Extra-Tipp für mehr Ruhe: Wenn du oft 2FA-Codes (Einmal-Codes) bekommst, lohnt es sich, wichtige Dienste mit passenden Kontakt-Einträgen zu speichern. Dann wirken die Filter weniger “streng” und du verpasst seltener echte Sicherheitscodes.

Fazit

Spam- und Phishing-SMS sind vor allem deshalb so nervig, weil sie im Alltag dazwischenfunken: beim Warten auf ein Paket, unterwegs im Bus oder kurz vor dem Schlafen. Mit den richtigen Einstellungen musst du dich aber nicht dauerhaft damit beschäftigen. Auf dem iPhone bringen dir das Filtern unbekannter Absender sowie das konsequente Melden und Blockieren spürbar mehr Ruhe. Auf Android ist Google Nachrichten mit aktiviertem Spam-Schutz oft der schnellste Weg, weil du dort Spam direkt aus der Unterhaltung heraus melden und den Absender sperren kannst.

Der wichtigste Effekt ist nicht nur Sicherheit, sondern auch Klarheit: Deine Inbox bleibt für echte Nachrichten da, während Verdächtiges in separaten Bereichen landet. Und falls doch einmal etwas falsch einsortiert wird, kannst du es gezielt zurückholen. Wer diese Routine ein paar Tage durchzieht, merkt meist schnell: weniger Ablenkung, weniger Risiko, weniger Stress.

Welche Art von Spam-SMS bekommst du am häufigsten – Paket, “Konto” oder Gewinnspiele? Wenn du magst, teile deine Erfahrungen (ohne persönliche Daten) und schau dir als Nächstes eine passende Anleitung zum sicheren Umgang mit Links und App-Installationen an.

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