Auf einen Blick
Die niederländische Behörde RDW prüft Teslas Assistenzsystem “Tesla FSD” für eine nationale Zulassung. Eine Entscheidung steht noch aus. Unklar bleibt, wie sich die Haftung bei Unfällen verteilt, falls das System in der EU genehmigt wird.
Das Wichtigste
- Die niederländische RDW testet Tesla FSD im Rahmen eines nationalen Zulassungsverfahrens.
- Eine automatische EU-weite Genehmigung ist damit nicht verbunden.
- Die Frage der Haftung bei Systemfehlern ist bislang offen.
RDW prüft nationales Zulassungsverfahren
Die niederländische Zulassungsbehörde RDW hat mit Tests des Fahrassistenzsystems “Tesla FSD” begonnen. Nach Angaben der Behörde soll geprüft werden, ob das System die Anforderungen für eine nationale Genehmigung erfüllt. Eine Entscheidung steht noch aus.
Behörde widerspricht Vorfestlegung
Reuters berichtete im November 2025, dass die RDW Tests angekündigt habe und eine Bewertung vorbereite. Bloomberg meldete, die Behörde habe Darstellungen zurückgewiesen, wonach eine Genehmigung bereits zugesichert sei. Nach Angaben der RDW ist eine Freigabe an den Nachweis konkreter Sicherheitsanforderungen gebunden.
Das Verfahren läuft über eine nationale Typgenehmigung in den Niederlanden. Eine Anerkennung durch andere EU-Staaten ist möglich, erfolgt jedoch nicht automatisch. Voraussetzung sind Prüfberichte und die Einbindung zuständiger EU-Gremien.
Haftungsfragen bei Systemfehlern
Mit einer möglichen Zulassung rückt die Haftungsfrage in den Mittelpunkt. Bei teilautomatisierten Systemen bleibt der Fahrer in der Regel überwachungspflichtig. Kommt es zu einem Unfall, prüfen Versicherer und Gerichte, ob ein Bedienfehler oder ein technischer Mangel vorlag.
Nach europäischem Produkthaftungsrecht haften Hersteller für fehlerhafte Produkte. Wie sich dies bei komplexen Software-Updates und überwachten Fahrfunktionen konkret auswirkt, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Weitere Tests und mögliche EU-Befassung
Die RDW will die Tests fortsetzen und eine Entscheidung nach Abschluss der technischen Bewertung treffen. Sollte eine nationale Genehmigung erteilt werden, könnten weitere EU-Staaten das System prüfen oder anerkennen. Ein konkreter Zeitplan wurde nicht genannt.
Fazit
Die Prüfung von Tesla FSD durch die niederländische RDW markiert einen möglichen Schritt in Richtung EU-Zulassung. Eine Entscheidung liegt noch nicht vor. Mit einer Genehmigung würde die rechtliche Bewertung von Systemfehlern und Herstellerverantwortung an Bedeutung gewinnen.